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«Bern sollte dem Beispiel von Zürich folgen»

Der Berner Gemeinderat wird noch immer für die «Tanz dich frei»-Krawallnacht kritisiert: Die Polizeistrategie sei falsch gewesen, sagt FDP-Politiker Alexandre Schmidt.

sih
«Nacht der Schande»: FDP-Politiker Alexandre Schmidt. (26. August 2013)
«Nacht der Schande»: FDP-Politiker Alexandre Schmidt. (26. August 2013)
Urs Baumann

Der Berner Gemeinderat hat die Lage vor der «Tanz dich frei»-Krawallnacht falsch eingeschätzt. Dieser Ansicht ist FDP-Gemeinderat Alexandre Schmidt, wie er am Montag an der Parteiversammlung deutlich machte. Er stellte zugleich die Polizeistrategie in Frage.

Schmidt sprach von einer «Nacht der Schande», die sich nicht wiederholen dürfe. Der Finanzdirektor, der in der Stadtregierung als Bürgerlicher in der Minderheit ist, betonte, er vertrete eine persönliche Sicht «auf die Gefahr hin, dass ich mich damit im Gemeinderat nicht durchsetzen kann».Die Stadtregierung habe bekanntlich entschieden, die unbewilligte Kundgebung zu dulden und zugleich von einem Besuch des Anlasses abzuraten. Diese Lageeinschätzung habe sich angesichts der unerwartet heftigen Gewalt als «kontraproduktiv und falsch» erwiesen.

Schmidt stellte auch die Polizeistrategie in Frage. Die Polizei habe bewusst Abstand von der Veranstaltung gewählt. Doch «diese Deeskalationsstrategie ist nichts anderes als ein beschönigendes Wort für Abwesenheitsstrategie der Polizei».

Von Zürich lernen

Das müsse sich ändern, betonte Schmidt. Bern müsse aus der Erfahrung lernen und etwa dem Beispiel von Zürich bei den 1.-Mai-Demos folgen.

Stossend und beschämend sei es überdies, dass Gebäude des Bundes wiederholt Zielscheibe von Attacken geworden seien. «Die Bundesgebäude sind ohne Wenn und Aber zu beschützen», schliesslich sei Bern die Bundesstadt.

Aber auch alle anderen Liegenschaftsbesitzer und Gewerbler hätten ein Anrecht darauf, dass man ihr Eigentum schütze. Dass immer mehr Berner Gewerbler privat bezahlte Bodyguards engagierten, sei bedenklich. «Wir sind wirklich tief gefallen, dass das heute so passiert», sagte Schmidt.

(SDA)

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