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Beizen lehnen Reisegruppen aus China ab

Einige chinesische Restaurants in der Schweiz empfangen keine Reisegruppen aus Fernost mehr. Die Sicherheit habe Vorrang, sagen Wirte.

Junge Chinesen essen gemeinsam in einem Restaurant. (3. Dezember 2019) Foto: Jason Lee/Reuters
Junge Chinesen essen gemeinsam in einem Restaurant. (3. Dezember 2019) Foto: Jason Lee/Reuters

Chinesische Reisegruppen füllen während ihrer Stippvisiten durch die Schweiz jeweils halbe China-Restaurants. Seit dem Ausbruch des Coronavirus in China und zwei Verdachtsfällen in Zürich sind die Gäste aus Fernost bei einigen Wirten aber nicht mehr willkommen. «Ich habe Angst vor dem Virus. Ich lasse in meinem Restaurant darum keine Reisegruppen aus China mehr zu», sagt die Wirtin eines chinesischen Restaurants im Grossraum Zürich gegenüber «20 Minuten».

Es sei traurig, was in China passiere, sagt sie, aber ihr bleibe nichts anderes übrig, als den Gästen aus Sicherheitsgründen eine Absage zu erteilen. «Damit will ich das Personal und die anderen Gäste schützen.» Zudem vertraue sie den Kontrollen an den Flughäfen nicht. «Ich habe das Gefühl, dass die Behörden das Virus zu wenig ernst nehmen.»

«Kontrollen sind besser für alle»

Auch Mai Le, Geschäftsführerin des Restaurants Mai in Luzern, sagt: «Würde sich eine chinesische Reisegruppe anmelden, würde ich absagen.» Zu gross sei die Angst vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus.

Bei Suan Long in Opfikon ZH machen oft Reisecars aus China halt. «Sollte eine chinesische Reisegruppe vorbeikommen, die nicht an einem Flughafen kürzlich kontrolliert wurde, würde ich sie zuerst ins Spital schicken», sagt Geschäftsführerin Liping Ma. Erst wenn sicher sei, dass sich die Gruppe nicht mit dem Virus angesteckt habe, könne sie in ihrem Restaurant essen. «Kontrollen sind besser für alle.»

Vorrat an Mundschützen

Liping Ma hat ihre Mitarbeiter bereits für den Ernstfall vorbereitet. «Sobald in der Schweiz der erste Corona-Fall auftaucht, gehen meine Mitarbeiter nur noch mit Mundschutz nach draussen.» Im Restaurant stehe für das Personal bereits eine Box mit Mundschützen zur Verfügung. «Auch zu Hause haben meine Mitarbeiter einen Vorrat.»

Auch bei Schweizer Restaurantgästen hat das Coronavirus Bedenken ausgelöst. «Eigentlich hatte ich am Samstag grosse Lust auf ein Mittagessen beim Chinesen. Mir verging die Lust dann aber, als mich mein Mann an das Coronavirus erinnerte», sagt eine junge Mutter aus Rheinfelden.

«Kein Massensterben zu befürchten»

Einige Betreiber von chinesischen Restaurants bleiben hingegen ruhig. «Wir wollen alle Menschen gleich behandeln. Die Chinesen können nichts dafür, dass in ihrem Land das Coronavirus ausgebrochen ist», sagt K. Siew, Wirt in einem chinesischen Restaurant im Kanton Graubünden. Zudem sei es die Aufgabe des Staates und nicht der Restaurants, das Virus in Schach zu halten. «Infizierte Personen werden bereits an Flughäfen ausgesiebt.»

Das Virus sorgt in der Schweiz für Nervosität. Zwei Personen befinden sich mit Verdacht auf das Coronavirus im Zürcher Triemli-Spital (zum Bericht). Laut einem Bericht des TV-Senders «TeleZüri» sind Schutzmasken in der Schweiz zurzeit praktisch ausverkauft. Vor allem bei chinesischen Touristen seien sie gefragt, da diese die Masken mit nach China nehmen wollten.

In der Bahnhof Apotheke in Schaffhausen bezogen in den letzten Tagen einheimische Kunden laut Inhaber Patrick Bolliger «vereinzelt Atemschutzmasken». Er beschwichtigt: «Ich weiss nicht, was diese Leute mit Atemschutzmasken im Schild führen.» Gemäss aktuellem Stand sei das Virus etwas aggressiver als das Grippevirus. «Es gibt zurzeit keinen Grund, ein Massensterben zu befürchten.»

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