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Babysitze in Bussen gefordert

Kindersitze oder Familienabteil – Politiker wünschen sich mehr Familienfreundlichkeit im öffentlichen Verkehr. So sollen Sturzunfälle vermieden werden.

Gefahr eines Sturzunfalls: Ein leerer Kinderwagen in einem Fahrzeug der Glattal VBG in Effretikon. (6. April 2011)
Gefahr eines Sturzunfalls: Ein leerer Kinderwagen in einem Fahrzeug der Glattal VBG in Effretikon. (6. April 2011)
Martin Ruetschi, Keystone

In öffentlichen Verkehrsmitteln gibt es vorgesehene Sitze für ältere, schwangere oder beeinträchtigte Menschen. Nun soll es künftig auch Baby- und Kindersitzplätze geben, um Sturzunfälle – sogenannte Stürze mit glimpflichem Ausgang – zu verhindern. Politiker wünschen sich im öffentlichen Verkehr mehr Familienfreundlichkeit, wie die «Schweiz am Wochenende» berichtet. Denn in Schweizer Bussen gilt nicht das gleiche Gesetz wie im Auto. In Privatwagen müssen Babys oder Kleinkinder immer im gesicherten Kindersitz angeschnallt sein, so will es der Gesetzgeber.

Die Politiker diskutieren die Idee, Busse künftig mit Baby- und Kindersitzmöglichkeiten auszurüsten: «Eine solche gezielte Massnahme würde ich unterstützen», sagt Bastien Girod, Nationalrat Grüne Zürich, in der Zeitung. Auch RoadCross Schweiz, die Stiftung für Verkehrssicherheit, würde eine «gewisse Anzahl» von Kindersitzen in Bussen begrüssen, denn dies «wäre ein sinnvoller Service für Eltern und würde bestimmt zur Sicherheit beitragen». SP-Nationalrätin Margret Kiener Nellen geht noch weiter und findet, in Stadtbussen müsse man ein Familienabteil als Pilotprojekt ausprobieren.

Geringer Sicherheitsgewinn

Laut der Beratungsstelle für Unfallverhütung (bfu) ist der Sicherheitsgurt eine der wichtigsten Verkehrssicherheitsmassnahmen. Eine Gurtentragpflicht für Passagiere einzuführen oder die Busse mit Babysitzplätze auszurüsten, sei jedoch unrealistisch. «Wir halten eine Gurten- oder Kindersitzpflicht für Linienbusse im Innerortsbereich für nicht notwendig, da der Sicherheitsgewinn nur gering wäre und die Leistungsfähigkeit der öffentlichen Verkehrsmittel deutlich eingeschränkt würde», so Uwe Ewert, wissenschaftlicher Mitarbeiter bei der bfu.

Im vergangenen Jahr sind bei Busunfällen 37 Personen schwer verletzt worden und vier Personen gestorben, schreibt die «Schweiz am Wochenende» und bezieht sich auf den Sicherheitsbericht des Bundesamtes für Verkehr. Jedoch sollen die Sturzunfälle stetig zunehmen. Diese sind in der Statistik nicht erfasst.

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