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Aufregung um Glückskette-Aktion für Gazastreifen

Der Krieg im Gazastreifen erhitzt die Gemüter. Das bekommt auch die Glückskette zu spüren: Viele Schweizerinnen und Schweizer beschweren sich bei der Stiftung, dass Spendengelder in die Krisenregion fliessen.

«Spenden für Kriegsopfer sind nicht populär»: Roland Jeanneret von der Glückskette.
«Spenden für Kriegsopfer sind nicht populär»: Roland Jeanneret von der Glückskette.
Keystone

Vor zwei Tagen hat die Glückskette dazu aufgerufen, für die Opfer des Krieges im Gazastreifen zu spenden. Und schon gibt es Kritik: Die Stiftung erhielt gestern viele E-Mails von empörten Spendern. «‹Mit Euren Spenden verlängert Ihr den Krieg im Gazastreifen› oder ‹Ihr baut Gebäude auf, die bald wieder zerstört werden› heisst es etwa», sagt Sprecher Roland Jeanneret. Auch antisemitische Mails befänden sich darunter. «Der Krieg bewegt die Leute», so das Fazit von Jeanneret. Positive Stimmen machten allerdings immer noch die «grössere Hälfte» der Rückmeldungen aus.

«Ein paar 100'000 Franken»

Wie viel in den letzten beiden Tagen gespendet wurde, weiss Jeanneret noch nicht. Bis die Post die ersten Einzahlungen verarbeitet habe, dauere es einige Tage. Anhand der Spenden per Internet lasse sich jedoch sagen, dass die Sammelaktion gut angelaufen sei. «Grundsätzlich ist es jedoch so, dass die Leute bei Kriegen und Krisen weniger spenden.» Er hofft, dass dennoch «ein paar 100'000 Franken zusammenkommen.» Zum Vergleich: Bei der Tsunami-Katastrophe vor vier Jahren spendeten Herr und Frau Schweizer 227 Millionen Franken. «Dass Spenden für Kriegsopfer nicht populär sind, macht uns nichts aus. Wir sammeln ja für die Not leidende Bevölkerung, und nicht um des Sammelns willen», betont Jeanneret.

Die Glückskette ist mit fünf Partnerhilfswerken, die schon lange in Gaza tätig sind, vor Ort. Diese haben 700'000 Franken Soforthilfe bereitgestellt. Das Geld soll mit den Spenden finanziert werden. Zurzeit sind den Helfern wegen der Kämpfe jedoch die Hände gebunden. «Nur das IKRK kommt zu den Hilfsbedürftigen durch», sagt Jeanneret.

Hoffen auf Barack Obama

Hauptaufgabe der Hilfswerke sei es, die Spitäler mit Medikamenten, Verbandsmaterial und medizinischen Geräten zu versorgen – obwohl das schwierig sei. «Hilfsgüter sind an den Grenzen zum Gazastreifen genug vorhanden. Doch sie kommen nicht rein.» Jeanneret hofft, dass der Krieg in den nächsten Tagen aufhören wird. «Der neue US-Präsident Barack Obama wird am Dienstag vereidigt. Das wird neuen Wind bringen.»

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