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«Singles müssen sich für ihr Leben dauernd rechtfertigen»

«Ich bin gern Single, weil ich mich so am besten entfalten kann» sagt Sylvia Locher (60).
Lebensmittel /Hygieneartikel: Kleine Packungen kosten prozentual oft mehr als grosse, und meist gibt es nur auf Familienpackungen Aktionen.
AHV/Pensionskasse: Wenn ein kinderloser Single stirbt, profitiert keine ihm nahestehende Person von seinen Sozialversicherungen. Seine AHV fällt an den Staat, und bei der Pensionskasse kann man keine Freunde begünstigen. Ehepaare hinge­gen profitieren gegenseitig von der AHV und von der Pensionskasse.
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Frau Locher, Sie bezeichnen sich als Single aus Überzeugung. Was spricht gegen eine Partnerschaft?

Wieso?

Wann vermissen Sie einen ­Partner?

Kein Moment, in dem Sie sich nach einem Partner sehnen?

Gelten Singles als komisch?

Als Präsidentin von Pro Single Schweiz kämpfen Sie gegen die Benachteiligung von Singles. Allerdings kennt kaum jemand Ihren Verein.

«Diejenigen, die nicht im Familienverbund leben, werden oft als Egoisten abgewertet oder als Menschen betrachtet, mit denen etwas nicht stimmt.»

Wer wendet sich an den Verein?

Wollten Sie denn nie heiraten?

Vertreten Sie nur Singles oder auch Menschen, die allein ­wohnen?

Woran liegt es, dass Singles ­keine Lobby haben?

Verstehen Sie Menschen, die sich als Single unvollkommen fühlen?

Gesellschaftspolitisch macht es allerdings mehr Sinn, Familien zu fördern statt individualistische Singles.

Bei den Steuern zahlen doch alle solidarisch mit, egal, ob Familie oder Single.

Was schlagen Sie vor?

Dafür hat der Single viele Freiräume und kann selbstbestimmt leben.

Systematisch?

Jetzt jammern Sie aber ein bisschen.

Was stört Sie politisch ­besonders?

Die Witwenrente wurde 1948 mit der AHV als Absicherung für Frauen eingeführt, weil sie mehrheitlich zu Hause blieben und Kinder betreuten.

Privilegien abzuschaffen, istimmer schwer.

«Die Gesellschaft muss Kinder ­finanzieren, nicht Verheiratete.»

Woran liegt das?

Nämlich?

Aber nicht jede Frau findet nach zwanzig Jahren wieder ins Berufsleben zurück.

Was hat Ihre Organisation bisher erreicht?

Wie denn?

Was?

Fordern Sie eine Singlepolitik als Pendant zur Familienpolitik?

Tut sich da was?

Sie sind sechzig. Was tun Sie mit achtzig, ohne Partner und Kinder?

Keine Angst vor dem Alter?