Buttet ist nicht mehr Vize der Offiziersgesellschaft

Die Stalking-Affäre hat immer grössere Konsequenzen für Yannick Buttet. Seine Dienstwaffe musste der CVP-Nationalrat bereits abgeben.

Dienstwaffe abgegeben: Yannick Buttet in Offiziersuniform im Nationalrat. (Archiv)

Dienstwaffe abgegeben: Yannick Buttet in Offiziersuniform im Nationalrat. (Archiv) Bild: Alessandro della Valle/Keystone

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Der mit Stalking-Vorwürfen konfrontierte Walliser CVP-Nationalrat Yannick Buttet ist nun auch von seinem Amt als Vizepräsident der Schweizerischen Offiziersgesellschaft (SOG) zurückgetreten. Das teilte die SOG am Dienstag mit.

Oberstleutnant Buttet habe SOG-Präsident Stefan Holenstein am Montag über seinen Rücktritt informiert, hiess es weiter. Der Vorstand habe den Entscheid zur Kenntnis genommen und werde nach Ende eines allfälligen Strafverfahrens über das weitere Vorgehen entscheiden.

Dienstwaffe abgegeben

Zuvor war Buttet bereits von der Armee suspendiert worden. Laut «Blick» hat er seine Dienstwaffe bereits abgegeben. Bis die Vorwürfe gegen ihn geklärt seien, werde er auch nicht mehr zu Wiederholungskursen (WK) aufgeboten, teilte die Armee mit. Dabei handle es sich um vorsorgliche und vorübergehende Massnahmen, die immer in solchen Fällen zur Anwendung kämen.

In der vergangenen Woche war bekannt geworden, dass wegen Buttet Ende November in Siders VS die Polizei ausrücken musste. Er soll bei seiner Ex-Geliebten so lange geklingelt haben, bis die Frau die Polizei rief. Dieser Auftritt des Nationalrats hatte eine Klage wegen Stalkings zur Folge.

Verfahren im Wallis eröffnet

Zu den Vorwürfen äusserte sich nun auch die Walliser Staatsanwaltschaft «auf Grund verschiedener Medienanfragen», wie sie am Dienstag in einem Communiqué schrieb. Der Staatsanwaltschaft liegt demnach eine Strafklage einer gebürtigen Walliserin gegen Buttet vor. Es gehe um Delikte gegen die Ehre und die Freiheit. Das Verfahren laufe.

Auch zu den Vorfällen in der fraglichen Nacht auf den 19. November in Siders nimmt die Behörde Stellung. Buttet habe damals nicht ins Röhrchen blasen müssen. Dies hätten die Einsatzkräfte von Stadt- und Kantonspolizei zu Recht entschieden. Es sei keine Widerhandlung gegen das Strassenverkehrsgesetz festgestellt worden, und es gehe auch nicht um häusliche Gewalt.

Woher stammen die Quellen für den Artikel?

Über die Vorfälle in Siders hatte am 30. November die Westschweizer Zeitung «Le Temps» berichtet. Gewisse Informationen, die an diese Zeitung gelangt seien, könnten nach ersten Erkenntnissen aus polizeilichen Quellen stammen, schrieb die Staatsanwaltschaft. Sie eröffnete eine Strafuntersuchung wegen Amtsgeheimnisverletzung, wie sie bereits früher bekannt gab.

Nach den Enthüllungen der Westschweizer Zeitung «Le Temps» wurden erste Rücktrittsforderungen laut. Im Westschweizer Radio RTS lehnte Buttet einen Rücktritt zwar ab. Er zog sich jedoch vorläufig aus der Öffentlichkeit zurück, trat als Vize-Präsident der CVP Schweiz zurück und will sich in eine Alkohol-Entziehungskur begeben. (chi/sda)

Erstellt: 05.12.2017, 18:53 Uhr

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