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10'000 Kinder in provisorischen Klassenzimmmern

Wenn am Montag in einzelnen Kantonen die Schule anfängt, herrschen in vielen Schulhäusern enge Verhältnisse. Über 180 Schulleiter sprechen von Platznot. Das Problem dürfte in kommenden Jahren noch akuter werden.

In den kommenden acht Jahren wird die Schülerzahl vielerorts zunehmen: Zwei Basler Schülerinnen an ihrem ersten Schultag.
In den kommenden acht Jahren wird die Schülerzahl vielerorts zunehmen: Zwei Basler Schülerinnen an ihrem ersten Schultag.
Keystone

In vielen Primarschulen fehlt es an Platz, mancherorts herrschen sogar prekäre Verhältnisse: Das zeigt eine Umfrage bei mehr als 1000 Primarschulen vor dem Schulanfang in diversen Kantonen. 240 Schulleiter haben sich gegenüber der «SonntagsZeitung» zu Wort gemeldet – 186 davon sprechen von Platznot.

«Unsere Ganztagsbetreuung findet auf sehr engem Raum statt, bis 35 Kinder in einer 3-Zimmer-Wohung», schreibt eine Schulleiterin aus dem Kanton Zürich. «Dass so viele Schulleiter geantwortet haben, zeigt wie stark das Thema beschäftigt», sagt Bernard Gertsch, Präsident des Schulleiterverbandes. «Es besteht Handlungsbedarf, die Gemeinden sind nun sehr gefordert und müssen investieren.»

«Solide und langfristige Schulraumplanung»

Auch der Lehrerdachverband sieht Probleme. «Der Mindestplatzbedarf an Schulen, in denen neue Unterrichtsformen umgesetzt werden müssen, ist zu klein», sagt Präsident Beat W. Zemp zur «SonntagsZeitung». Es brauche jetzt griffige Vorschriften und «solide und langfristige Schulraumplanung.»

Damit sind viele Gemeinden laut Experten heute überfordert. Gemäss Prognosen des Bundesamtes für Statistik gehen in acht Jahren 62'000 Kinder mehr in die Volksschule als heute. Wegen des Geburtenbooms der Nullerjahre und der Zuwanderung erreicht die Schweiz 2021 die höchste Schülerzahl seit Messbeginn 1980. In der Deutschschweiz sind vor allem die Kantone Zürch, Aargau und Basel-Stadt betroffen.

750 temporäre Klassenzimmer

Nur vier Kantone verzeichnen einen Schülerschwund. Vom Schülerboom profitieren die Hersteller von provisorischen Schulräumen. Eine Umfrage unter vier grossen Herstellern belegt, dass derzeit mindestens 750 temporäre Klassenzimmer in Betrieb sind. Vorsichtig geschätzt starten dieses Schuljahr über 10'000 Kinder in provisorischen Klassenzimmmern.

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