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Maskenpflicht in den ÖVSchutzmasken: Durchs Band weg positive Rückmeldungen

Der erste Tag der verbindlichen Schutzmasken-Tragepflicht verlief so, als hätten die ÖV-Fahrgäste nie etwas anderes gemacht. Mit Zuverlässigkeit und Ruhe wurden die Masken getragen.

Reges Treiben auf dem Bahnperron des Bahnhofs Spiez.
Reges Treiben auf dem Bahnperron des Bahnhofs Spiez.
Foto: Bruno Petroni

Montagmorgen im Regionalzug von Interlaken nach Spiez: Die paar Nasen, die sich in der Zweiten Klasse verteilt haben, sind im lockeren Gespräch. Von Reisehektik keine Spur. Sie geniessen die Sicht zum Niederhorn und auf den Thunersee. Und sie tragen alle eine weisse Chirurgenmaske. Na ja, fast alle. Einer hats lieber poppig und hüllt sein Gesicht in purpurroten Stoff. Auch gut.

«Es ist ja nur zu unserem eigenen Schutz, wenn wir die Schutzmasken tragen», meint Adolf Wisler, der Rentner aus der Innerschweiz, von dessen Gesicht man wegen der Sonnenbrille und dem Schirmchäppli gar nichts sieht. Man kann aber erahnen, dass der Mann hinter dem Stofftuch zufrieden lächelt, so wie es auch die Sonne im Moment noch gerade tut.

Seiner Ehefrau Elsi passt das Ganze weniger: «Mir fehlt einfach, dass man vom Gegenüber nicht sehen kann, ob er lächelt, aufgestellt ist, ärgerlich oder traurig. Die ganze Athmosphäre ist mir zu steril. Ich hoffe dass das bald wieder besser wird und man normal aus dem Haus kann.»

Auch in den Zügen der gegengesetzten Richtung gehen die Leute mit den Schutzmasken um, als wäre es nie anders gewesen: Sie tragen diese am ersten Tag der vom Bundesrat auferlegten Tragepflicht, als wäre es eine Selbstverständlichkeit.

Das positive Fazit des Niesenbahn-Chefs

«Wir sind ausgesprochen zufrieden mit dem vorbildlichen Verhalten unserer Kundschaft»: Diese Bilanz zieht Geschäftsführer Urs Wohler am Montagnachmittag in Bezug auf die neue Tragepflicht für Schutzmasken in den öffentlichen Verkehrsmitteln. «Wir hatten bisher keinen einzigen Fall von Uneinsichtigkeit, und auch Hässigkeiten oder dergleichen blieben gänzlich aus. So macht es Spass.»

Die Niesenbahn fährt ihre Transportkapazitäten auch durch die Maskentragepflicht nicht hoch: «Bis auf weiteres füllen wir die Bahnwagen mit 27 Personen pro Fahrt, was gut der Hälfte der normalen Kapazität entspricht. Dies macht vor allem auch deswegen Sinn, weil wir im Berghaus Niesen Kulm gar nicht mehr Platz hätten, denn auch dort haben wir momentan nur die Hälfte der 150 möglichen Sitzplätze.» Lediglich bei grösseren Gruppen macht die Niesenbahn Ausnahmen und transportiert grössere Zahlen an Fahrgästen.

Einweg-Schutzmasken gibt die Niesenbahn auf Anfrage gratis ab. Und für fünf Franken sind am Kiosk im Tal und auf dem Berg Niesen-Masken mit Niesen-Logo zu kaufen.

Auch Postauto problemlos

Auch Ruedi Simmler, der Leiter der Betriebszone Berner Oberland von Postauto, hat durchs Band weg positive Rückmeldungen erhalten: «Es gab einen ganz kleinen Bruchteil von Passagieren, die ihre Schutzmaske zuhause vergessen haben, das sind aber wirklich Ausnahmen.» Die Chauffeure seien angewiesen, während des Verkaufs von Fahrkarten die Schutzmaske zu tragen. «Viele von ihnen tragen sie aber auch während der Fahrt.» Seit einigen Tagen ist es wieder möglich, Billette direkt beim Fahrer zu lösen. «Alle Fahrgäste, die kein Ticket benötigen, sind weiterhin gebeten, hinten einzusteigen. Die vordersten Sitzreihen bleiben weiterhin gesperrt», so Ruedi Simmler.

Ausflügler bei der Zwischenstation Schwandegg der Niesenbahn.
Ausflügler bei der Zwischenstation Schwandegg der Niesenbahn.
Foto: Bruno Petroni
Auch im Postauto werden die Schutzmasken von den Fahrgästen zuverlässig getragen.
Auch im Postauto werden die Schutzmasken von den Fahrgästen zuverlässig getragen.
Foto: Bruno Petroni
Passagiere im Regionalzug Lötschberger.
Passagiere im Regionalzug Lötschberger.
Foto: Bruno Petroni