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Unterstützung in der Coronakrise Riesiges Hilfspaket für Nestlé-Gastronomiekunden

Der Nahrungsmittelhersteller will seinen Geschäftspartnern und Kunden in der Coronakrise mit diversen Initiativen unter die Arme greifen.

Eine Initiative sieht den Erlass von Leihgebüren für Kaffeemaschinen vor: Eine Barista bereitet einen Kaffee in einer Caffe Spettacolo Kaffeebar zu, fotografiert am 8. Januar 2020 in Zürich-Altstetten. (Symbolbild)
Eine Initiative sieht den Erlass von Leihgebüren für Kaffeemaschinen vor: Eine Barista bereitet einen Kaffee in einer Caffe Spettacolo Kaffeebar zu, fotografiert am 8. Januar 2020 in Zürich-Altstetten. (Symbolbild)
Foto: Christian Beutler, Keystone

Der Nestlé-Konzern unterstützt Geschäftspartner und Kunden in der Coronakrise mit diversen Initiativen. Unter anderem hat der Nahrungsmittelkonzern für seine Abnehmer in der Gastronomie ein 500-Millionen-Franken-Hilfspaket geschnürt.

Die sogenannte «Always open for you»-Initiative sieht für Gastronomiekunden namentlich die Verlängerung von Zahlungsfristen, einen Erlass von Leihgebühren für Kaffeemaschinen sowie ein Angebot an Gratis-Produkten vor, wie aus der Nestlé-Medienmitteilung vom Freitagmorgen hervorgeht.

Eine weitere Initiative, welche der Nahrungsmittelkonzern mit Sitz in Vevey in seiner Kommunikation zu den Quartalszahlen nennt, betrifft die Nachfrageschwankungen, mit denen Milchbauern derzeit konfrontiert sind. Da Milch leicht verderblich sei, stehe Nestlé zu den vereinbarten Abnahmeverpflichtungen und trage so dazu bei, die Lebensgrundlage der Bauern zu sichern. Weltweit arbeitet Nestlé nach eigenen Angaben mit 200'000 Milchbauern zusammen.

Unerwartet hohes Wachstum

Nestlé ist mit deutlich mehr Schwung als von Analysten erwartet ins Jahr 2020 gestartet. Der Ausblick für das Gesamtjahr bleibt trotz Corona-Pandemie unverändert, da es noch zu früh sei, um die genauen Auswirkungen abzuschätzen.

Nestlé habe schnell reagiert und die notwendigen Massnahmen ergriffen, um die Auswirkungen dieser globalen Krise zu minimieren, heisst es in einer Mitteilung vom Freitag. Bisher habe man die Kunden trotz einiger lokaler Unterbrechungen in der Versorgungskette und vorübergehender Personalengpässe gut bedienen können.

Organisch, d.h. aus eigener Kraft, wuchs der weltgrösste Nahrungsmittelhersteller im ersten Quartal um 4,3 Prozent. Dieses Wachstum setzte sich aus einer Steigerung der Verkaufsmenge (RIG) um 4,7 Prozent und Preissenkungen von 0,4 Prozent zusammen. Letzteres widerspiegle vor allem den Zeitpunkt der Verkaufsaktionen in Nordamerika, heisst es.

Insgesamt setzte der Hersteller von Cailler-Schokolade, Nespresso-Kaffee und Purina-Tierfutter in der Periode von Januar bis März 20,8 Milliarden Franken um, das ist ein Minus von 6,2 Prozent. Diese Wachstumszahl ist für Anleger allerdings zweitrangig, da sie auch durch Wechselkurseffekte (-5,8%) sowie Zu- und Verkäufe von Unternehmensteilen (-4,7%) beeinflusst wird.

Nestlé hat mit den vorgelegten Zahlen die Erwartungen beim Wachstum klar übertroffen. Von der Nachrichtenagentur AWP befragte Analysten hatten im Schnitt mit einem organischen Plus von 2,8 Prozent gerechnet, wobei die Bandbreite der Prognosen – wegen den grossen Unsicherheiten – unüblich gross war. Beim Mengenwachstum sagten die Branchenkenner gemäss AWP-Konsens 2,2 Prozent voraus und beim Umsatz 21,0 Milliarden Franken.

Optionen für Yinlu werden geprüft

Für das Gesamtjahr hält Nestlé vorerst am ursprünglichen Ausblick fest, da es noch zu früh sei, die vollen Auswirkungen der Corona-Krise zu beurteilen. Entsprechend erwartet der Konzern eine weitere Verbesserung des organischen Umsatzwachstums (2019: 35%) und der zugrunde liegenden operativen Ergebnismarge (17,6%).

Weiter hat Nestlé laut Mitteilung beschlossen, strategische Optionen (einschliesslich eines möglichen Verkaufs) für sein Yinlu-Geschäft mit Erdnussmilch und Reisporridge-Konserven in China zu prüfen. Das bestehende Nescafé-Geschäft mit trinkfertigem Kaffee werde man hingegen behalten und weiterentwickeln.

SDA

4 Kommentare
    André Bürgi

    Wenn viele Firmen und Privatpersonen in dieser Situation Geld spenden, dürfte ein recht grosser Betrag zusammenkommen.

    Selbst wenn es bei Firmen unter anderem darum geht, ihre Kundschaft auch in Zukunft zu behalten, kann dieses Verhalten sich positiv für die Wirtschaft und somit auf uns alle haben.