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So umgehen Sie Gebührenfallen bei Auslandreisen

Bezahlen – bar oder per Karte? Geld wechseln – zu Hause oder vor Ort? Die wichtigsten Tipps zum Bezahlen auf Reisen.

Geld wechseln: Wer reist, kann oft wählen, ob er in der lokalen Währung oder in Franken bezahlen möchte. Fotos: PD
Geld wechseln: Wer reist, kann oft wählen, ob er in der lokalen Währung oder in Franken bezahlen möchte. Fotos: PD

Banken und Kreditkartenfirmen nehmen uns besonders gerne aus, wenn wir im Ausland unterwegs sind: mit allerlei Gebühren für Geldwechsel, Geldbezug an Bancomaten oder Kartenzahlung in Läden, Restaurants, Hotels oder im Internet. Hier sind Tipps, wie man Gebührenfallen umgeht.

Geld wechseln

Beim Euro, beim Dollar und bei anderen wichtigen Währungen wie dem britischen Pfund sind die Wechselkurse in der Schweiz und im Ausland meist etwa gleich. Es spielt mithin keine grosse Rolle, wo man Geld wechselt, wobei man allerdings darauf achten muss, dass keine zusätzlichen Gebühren verlangt werden. Zu Hause wechselt man am besten bei der Hausbank, da diese die Transaktion kostenlos abwickelt. Sogenannt exotische Währungen wie der thailändische Baht, das ägyptische Pfund, der iranische Rial oder die türkische Lira hingegen sind in ihrem Herkunftsland meist zu einem günstigeren Wechselkurs zu haben als in der Schweiz. Mehr Bargeld in «exotische» Währungen zu wechseln, als man effektiv ausgeben will, ist nicht ratsam. Wer nicht gebrauchtes Feriengeld zurückwechselt (was in einigen Fällen gar nicht möglich ist), wird mit einem schlechteren Wechselkurs und allenfalls nochmals mit Gebühren bestraft.

Bargeld beziehen

Bancomaten sind heute fast weltweit in Gebrauch. Aber Vorsicht ist geboten: Erstens sollte man die Automaten von Banken benutzen, womöglich sogar von einer Partnerin der eigenen Hausbank. Bei Bancomaten von Drittanbietern, wie sie vor allem in Flughäfen, Bahnhöfen und Einkaufszentren herumstehen, fallen neben allen üblichen Gebühren meist noch Zusatzkosten an.

Es lohnt es sich, auf Reisen weniger häufig Geld zu beziehen, dafür grössere Beträge.
Es lohnt es sich, auf Reisen weniger häufig Geld zu beziehen, dafür grössere Beträge.

Zweitens sollte man Geld am Bancomaten nur mit der Debitkarte beziehen: mit der Maestro-Karte (früher EC), mit der Postfinance Card oder mit V-Pay von Visa. Gebühren fallen so oder so an. Aber während sie mit der Debitkarte normalerweise etwa fünf Franken pro Bezug betragen, verlangen Kreditkartenfirmen bis zu vier Prozent des bezogenen Betrags, meist aber mindestens 10 Franken pro Bezug. Wenn man in einigermassen sicheren Gefilden unterwegs ist und nicht damit rechnen muss, gleich ausgeraubt zu werden, lohnt es sich angesichts dieser hohen fixen Kosten, weniger häufig Geld zu beziehen, dafür grössere Beträge.

In der Lokalwährung zahlen

Wer im Ausland seine Kreditkarte einsetzt, kann oft wählen, ob er in der lokalen Währung oder in Franken bezahlen möchte. Die Option «Bezahlen in Franken» sieht zwar praktisch aus, weil man den Betrag im Kopf nicht umrechnen muss, sondern ihn in der bekannten Währung inklusive aller Gebühren sieht. Hingegen sind die Kosten höher. Erstens wenden ausländische Finanzinstitute meist einen schlechteren Wechselkurs an als die Schweizer Kreditkarten-Herausgeber. Zweitens gibt es Kreditkartenfirmen, die für Zahlungen im Ausland in Schweizer Franken eine zusätzliche Bearbeitungsgebühr verlangen.

Es gibt Restaurants, Hotels, Läden und so weiter, die auf Bezahlung in Schweizer Franken drängen oder diese sogar voreingestellt haben. Sie verdienen damit nämlich eine Provision. Man sollte jedoch immer auf die Abrechnung in lokaler Währung bestehen.

Bares ist Wahres

Kleinere Beträge bezahlt man im Ausland am besten bar. Wenn das nicht möglich ist, dann ist die Kreditkarte oft vorteilhaft: Bei vielen Debitkarten fällt nämlich bei jeder Bezahlung unabhängig vom Betrag eine Pauschale von 1.50 bis 2.50 Franken an, dazu oft noch eine vom Umsatz abhängige Gebühr, z.B. 0.5 Prozent. Bei Kreditkarten hingegen werden meist Zuschläge auf Fremdwährungen und Gebühren für die Umrechnung von insgesamt bis zu vier Prozent verrechnet, im Extremfall auch bis zu 5.5 Prozent. Tückisch ist, dass die Umrechnungsgebühren täglich ändern können. Das heisst, je nach Kondition können Kreditkartenkosten bis zu einem Betrag von rund 50 bis 70 Franken tiefer ausfallen als jene der Debitkarten. Für grössere Beträge ist dann die Debitkarte günstiger. Allerdings ist mit der Postfinance Card die Bezahlung im Ausland gar nicht möglich, sondern nur Bargeldbezüge.

Günstige Kreditkarten

Die Kreditkarten-Anbieter sind kreativ, wenn es um ihre Einkünfte geht: Jahresgebühren, Kommissionen für Devisen, Bearbeitungszuschläge, Wechselkurs-Margen, Verrechnungsgebühren und so weiter. Oft finden sich solche Kosten nur im Kleingedruckten. Alle obigen Sparvorschläge sind aber sinnlos, wenn man für seine Kreditkarten zu viel bezahlt.

Alternativen zu Debit- und Kreditkarten sind im Kommen, jedoch noch nicht überall verbreitet.
Alternativen zu Debit- und Kreditkarten sind im Kommen, jedoch noch nicht überall verbreitet.

Es gibt Portale, auf denen man mit wenigen Angaben (z.B. ob man die Karte viel oder wenig nutzt, vor allem in der Schweiz oder auch im Ausland usw.) die günstigsten Konditionen findet: www.moneyland.ch/de/kreditkarten-vergleich www.comparis.ch/kreditkarten/

Alternativen

Zu den traditionellen Debit- und Kreditkarten gibt es Alternativen. Sie sind im Kommen, jedoch noch nicht überall verbreitet. Beispiele sind etwa Revolut, Google Pay oder Apple Pay. Sie bieten zum Teil günstigere Wechselkurse an als Schweizer Banken. Revolut ist eine Prepaid-App, mit der in vielen Ländern Geld bezogen werden kann. Jedoch wird sie von Autovermietern und teilweise von Hotels nicht akzeptiert, weil diese auf analogen Kreditkarten als Sicherheit beharren. Die Bezahl-App Google Pay ist momentan in rund zwei Dutzend Ländern einsetzbar.

Ein Sonderfall ist die Volksrepublik China: In vielen Geschäften, auf Märkten und so weiter ist die Bezahlung mit Kreditkarten nicht mehr möglich. Sehr weit verbreitet ist dort Ali Pay, die Bezahl-App des grössten Versandhändlers Alibaba. Für Touristen ist Ali Pay keine Alternative, denn man braucht dafür ein chinesisches Bankkonto. Das heisst: Reisende ohne chinesische Bezahl-App müssen für den Einkauf von Souvenirs, für Esswaren, für Museumseintritte oftmals wieder auf das gute alte Bargeld zurückgreifen.

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