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Zurückversetzt in General Guisans Zeiten

ArtilleriestellungAnfang 1941 lagen die ersten Pläne für Artilleriestellungen in Faulensee vor, ab April wurde gebaut. Knapp sechzig Jahre später wurde das Areal umgenutzt und an die Stiftung Artilleriewerk Faulensee weitergegeben. Diese lädt am 4.Juni Besucher ein.

Während des Zweiten Weltkrieges wurden in der Schweiz unter dem Befehl von General Henri Guisan zahlreiche Verteidigungsanlagen gebaut. So auch das Artilleriewerk Faulensee, welches im Januar 1942 fertiggestellt werden konnte. «Es entstand ein gut getarntes Artilleriewerk zum Schutz des schweizerischen Reduits im Raume Thun und Spiez», schreibt der Stiftungspräsident Bernhard Schaller in einer Mitteilung. Beim Artilleriewerk Faulensee handelt es sich um vier Geschützstellungen, die als landwirtschaftliche Scheunen getarnt wurden. Diese Bunker sind mit einem Verbindungsstollen von 160 Metern Länge verbunden. Das Ziel dieser Anlage war es, bei einem möglichen Angriff von Norden das Berner Oberland sowie das Simmental sperren zu können. Somit hätte man den gegnerischen Vorstoss gegen den Lötschberg und Interlaken mittels Infanterie und Artillerie verhindern sollen. Für die Verteidigung wurde das Werk mit vier 10,5,Zentimeter-Kanonen ausgestattet. «Während im Mittelalter eine Burg noch während vieler Hundert Jahre Schutz bieten konnte, wurde das Artilleriewerk Faulensee bereits nach fünfzig Jahren ausgemustert», schreibt Schaller weiter. Aufgrund der rasanten technischen Waffenentwicklung werde der Lebenszyklus moderner Festungswerke verkürzt. So wurde im Juli 2000 ein Baugesuch für die Umnutzung zu musealen Zwecken eingereicht und ein Jahr später die Stiftung Artilleriewerk Faulensee gegründet. Bis im März 2002 wurde das Werk umgestaltet. Im Eröffnungsjahr besichtigten rund 3500 Besucher das Werk. In den darauf folgenden Jahren schwankten die Besucherzahlen jeweils zwischen 1600 und 2650 Personen. Ausserdem mussten wegen des Hochwassers vom August 2005 eine Grossreinigung gemacht werden, da fünfzig Prozent der Anlage bis unter die Decke geflutet wurde. Heute können Besucher das Werk mit seinen vier Geschützen, den Munitionskammern und den Unterkünften besuchen. In den letzten Jahren fanden auch bekannte Persönlichkeiten den Weg nach Faulensee: so etwa Alt-Bundesrat Samuel Schmid oder die Sicherheitskommission des Nationalrates. Am kommenden Samstag, dem 4.Juni, lädt die Stiftung nun Interessierte ein, das Werk zu besichtigen. Neben öffentlichen Führungen und einem Mittagessen aus der Feldküche stehen ausserdem Auftritte von historischen Einheiten auf dem Programm, bei denen das Innere der Festung für einmal wieder so richtig belebt werden soll. Jeanine Salzmann/PDJubiläumsprogramm: Samstag, 4.Juni, 10-Jahr-Jubiläum Stiftung Artilleriewerk Faulensee. Zwischen 10 und 17 Uhr Führungen, Festbetrieb mit Verpflegungsständen, Kino sowie historischen Auftritten. Zwischen 11 und 14 Uhr Mittagessen aus der Feldküche. Eintritt 10 Franken. >

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