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Zum Jubiläum im Festgewand

BätterkindenZahlreiche Ehrengäste und ein buntes

750 Jahre sind ein stattliches Alter für eine Ortschaft. In Bätterkinden kommen noch einige Jahre dazu. Am Sonntag interessiert die richtige Geburtsstunde des Ortes die meisten Besucherinnen und Besucher aber kaum: Sie haben bereits zwei Tage zünftig gefeiert, und nun naht der offizielle Festakt. Männer in dunklen Anzügen und Frauen mit eleganten Hüten sind auszumachen, darunter mischen sich Leute mit Cowboyhüten und Westernstiefeln. Sie gehören der Line-Dance-Gruppe an, welche später ihren Auftritt hat. Eine Tanne versteigert Inmitten der Menschen fällt Judith Stauffer besonders auf. Sie hat das Hochzeitskleid ihrer Grossmutter aus der Truhe geholt, einen kunstvoll in Falten und Spitzen gelegten schwarzen Rock, mit dem dazu passenden breitrandigen Hut. «Sie trug das Kleid 1926. Für mich ist das auch ein Stück Geschichte», erklärt Stauffer. Konkurrenz macht ihr höchstens Rosmarie Pulver. Die 85-Jährige hat keine Mühe gescheut, als Marktfrau – samt einem Leiterwagen voller Gemüse – am Jubiläumsfest teilzunehmen. Die Perücke hat sie beim Coiffeur ausgeliehen, das stattliche blaue Kostüm im Verleih. Nun spielen die beiden Marschmusiken vor der Festhalle auf, Trachtenmädchen schenken den Besuchern ein Zahnlücken-Lächeln, und überall sind Festtagstrachten mit den dazu passenden Hauben aus Rosshaar zu sehen. Nun ist auch der Zeitpunkt für die Versteigerung einer mächtigen Tanne gekommen. Hier mitzubieten, ist Ehrensache. Als das Angebot bei 750 Franken liegt, scheint alles klar zu sein – wenn da nur nicht das Pluszeichen hinter der 750-Jahr-Feier stehen würde. «Das geht doch nicht», ruft jemand, «ich biete 755 Franken oder einfach das wirkliche Alter von Bätterkinden.» Aus den 750 werden schliesslich 800 Franken, und Roger Siegenthaler strahlt. Soeben ist er Besitzer der Tanne geworden. Nach der Versteigerung versichert der Dirigent der Musikgesellschaft Harmonie und Gemeindepräsident von Lüterkofen-Ichertswil, dass er noch weitergeboten hätte. So eine Tanne könne man immer brauchen, und gutnachbarschaftliche Beziehungen seien nun mal wichtig. Eine Bank als Geschenk Dass auch die Behörden von Bätterkinden auf «gutnachbarliche Beziehungen» setzen, zeigt sich an den Tischen für die geladenen Gäste. Sieben bernische Gemeinden grenzen an Bätterkinden, dazu kommen sieben Gemeinden aus dem Kanton Solothurn. Beinahe sämtliche Gemeinderatspräsidenten und viele weitere Behördenmitglieder sind am Fest anwesend, mitten unter ihnen auch der Emmentaler Regierungsstatthalter Markus Grossenbacher. Utzenstorf, Wiler und Zielebach brachten ihrem Nachbarn auch gleich ein Geschenk mit. In Bätterkinden wird künftig eine Sitzbank an die Jubiläumsfeier erinnern. Seine Rede widmet Gemeinderatspräsident Beat Linder der Zukunft. Ein Ort müsse attraktive Schulen bieten, lebenswert sein, über Einkaufsmöglichkeiten verfügen und auch eine gute Altersversorgung garantieren können. In Bätterkinden sei dies der Fall – und das solle auch so bleiben.Ursula Grütter>

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