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Wie viel Sicherheit braucht es?

In den vergangenen Monaten wurden die Schulwege rund um das Thuner Pestalozzi-Schulhaus sicherer gemacht. Grund ist der jahrelange Kampf des Pestalozzi-Elternrats. Für dessen Mitglieder gibt es allerdings noch Optimierungsbedarf.

Wenn Eltern ihre Kinder heute ins Pestalozzi- oder Progymatte-Schulhaus zur Schule schicken, dürften sie etwas beruhigter sein als noch vor einem Jahr. Denn wo früher Autos ungebremst durchs Quartier fahren konnten, steht heute beispielsweise an der Pestalozzistrasse eine Mittelinsel oder ein verbreiterter Kreisel. Die verkehrsberuhigenden Massnahmen sind auf Grund des Drucks des Pestalozzi-Elternrats entstanden. Dieser hatte während sechs Jahren dafür gekämpft, dass es rund um das Pestalozzi-Schulhaus endlich ruhiger zu und her geht und die Schulwege für die Kinder sicherer werden (wir berichteten). Heuer hat die Stadt nun die ersten zwei Massnahmen umgesetzt; der Fussgängerstreifen zwischen dem Pestalozzi-Schulhaus und der Eigerturnhalle erhielt eine Mittelinsel. Der Progykreisel auf der Kreuzung Jungfrau-, Stockhorn- und Pestalozzistrasse wurde für rund 125000 Franken baulich so angepasst, dass Autofahrer nicht mehr so schnell hindurchfahren können. Grössere Wirkung erhofft Die Mittelinsel und der angepasste Kreisel sind für die Mitglieder des Pestalozzi-Elternrats nach ihrem jahrelangen Kampf zwar ein Grund zur Freude. In diese mischte sich bei den Eltern in den vergangenen Wochen aber auch eine gewisse Skepsis. «Wir haben den Eindruck, dass viele Verkehrsteilnehmer auf der Pestalozzistrasse immer noch sehr schnell unterwegs sind», sagt Monika Zolliker, Präsidentin des Pestalozzi-Elternrats. Von den beiden Massnahmen habe man sich eine etwas grössere Wirkung erhofft. Die Mittelinsel vor der Eigerturnhalle ist beispielsweise lediglich aufgemalt. «Wir hätten uns eine erhöhte Variante gewünscht, die die Autofahrer stärker zum Abbremsen zwingt», sagt Elternrats-Mitglied Iris Spörri. Mit der jetzigen Lösung würden viele – vor allem jene Autofahrer, die die Verkehrssituation auf der Pestalozzistrasse kennen – weiterhin mit hohem Tempo durchfahren. Dasselbe gelte für den Progykreisel, so die Elternratsmitglieder. «Auf der Achse Jungfraustrasse–Stockhornstrasse werden die Autofahrer durch die neue, ovale Kreiselform zwar abgebremst, auf der Achse Pestalozzistrasse können sie stadtauswärts aber weiterhin, ohne vom Gas zu gehen, gerade durch den Kreisel fahren», sagt Elternrats-Mitglied Christoph Ribi. Sie seien zwar einerseits froh, dass die Stadt einen Teil ihrer Forderungen bereits umgesetzt habe, betont Elternrats-Präsidentin Monika Zolliker. «Die Schulwegsicherheit hat sich mit den beiden Massnahmen sicher verbessert.» Doch: «Mit einer aufgesetzten Mittelinsel vor der Eigerturnhalle und einer anderen Kreiselform wäre die Sicherheit noch etwas grösser gewesen», ist Zolliker überzeugt. Das Zusammenspiel zählt Beim städtischen Tiefbauamt will man die Kritik nicht gelten lassen. «Die neue Mittelinsel und der angepasste Kreisel sind optimal umgesetzt und erfüllen ihren Zweck», betont Rolf Maurer, Chef des Tiefbauamtes der Stadt Thun. Allerdings: Die volle Bremswirkung werde sich erst entfalten, wenn sämtliche verkehrsberuhigenden Massnahmen im Quartier umgesetzt seien. Denn für die nächsten Jahre sind noch weitere geplant. Darunter beispielsweise ein neuer Minikreisel an der Kreuzung Jungfraustrasse/Länggasse und einer an der Kreuzung Mittlere Strasse/Stockhornstrasse. «Auf der Achse Jungfraustrasse– Stockhornstrasse wird es so dereinst alle 300 bis 500 Meter einen Kreisel geben, die so gar keine hohe Geschwindigkeit mehr erlauben werden», sagt Maurer. Der Pestalozzi-Elternrat hofft nun auf eine rasche Umsetzung. Lilly Toriola>

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