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Wie die Grafen einst auf Reisen gingen

Strohgeruch im Schloss Oberhofen: Eine Sonderausstellung gibt Einblick in die Kunst des Reisens im 19./20.Jahrhundert.

«Wo einst des Grafen Kutschen standen» heisst die neue Sonderausstellung im Schloss Oberhofen. Eigentlich standen die noblen Gefährte, die zuerst von edlen Vierbeinern gezogen und später mit einem Motor angetrieben wurden, in den einstigen Stallungen. Doch diese sind seit Beginn der Saison umgerüstet worden (vgl. Haupttext), so findet sich der nachgebaute Pferdestall samt Kammer des Stallburschen in einem der einstigen Wohnräume des Schlosses. Bequemes Reisen «Die Besitzerfamilie um Helene Gräfin von Harrach, geborene de Pourtalès, ist immer gern und viel gereist», weiss Vera Heuberger. Die Kuratorin des Schlossmuseums hat deshalb ein Novum eingeführt: Die Spiezer Geschichtenerzählerin Eva Frei führt als Gräfin Harrach und einstige Schlossbesitzerin an zwei Sonntagen im Juli und im Oktober durch die noblen Räume. Doch auch wer sich ohne Führung auf Entdeckungstour im Schloss direkt am Thunersee begibt, erfährt einiges über die Geschichte der Mobilität, den Tourismus am Thunersee – samt Steuerrad des einstigen Dampfschiffs Helvetia – und über die Baupläne für die Stallungen und Remisen der gräflichen Besitzerfamilie in Oberhofen. Reich bestickte Reisetaschen, elegante Strohhüte und ein alter Billettautomat der Schifffahrtsgesellschaft zeugen von der Reiselust der einstigen Herrschaften. Highlight sind die nachgebaute Pferdebox mit leuchtend roter Livrée-Jacke des Stallknechts, dessen nachgebauter Kammer, die einst über den Stallungen lag, und die kleinen Kinderkarrossen, die von Ponys durch den Schlosspark gezogen wurden. Auto-PS statt Pferde «Die Stallungen wurden zu Beginn des 20.Jahrhunderts umgenutzt und als Garagen für die ersten Automobile genutzt», weiss Vera Heuberger. Alte Baupläne zeigen daher nicht nur den Aufbau der eben in Sanierung befindlichen Nebengebäude des herrschaftlichen Sitzes, sondern auch das Weichen alter Bürgerhäuser wie jenes der Bäckerei und die spätere Umnutzung, als statt Pferde Motoren für die Mobilität zuständig waren.hehDie diversen Führungen durch Schloss und Schlosspark können über Internet unter www.schlossoberhofen.ch abgerufen werden.>

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