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«Widimärit gehört auf Flugplatz»

Ausgabe vom 9. April «Die Migros will in den ‹Widimärit›» Zitat aus dem Gemeinderat: «Frutigen ist attraktiv» – wie lange noch oder wie lange schon nicht mehr? Warum strebt man in Dörfern verkehrsfreie Zonen an (Gstaad) und Frutigen schafft es, nebst Anhängerzügen zur Anlieferung auch die Kunden mit Ihren Autos mitten ins Zentrum zu locken? Hat man nicht vor Jahren diverse Varianten «Umfahrung Frutigen-Adelboden» diskutiert? Und Heute? Verkehr rein ins Dorf! Irgendwie komisch! 45 neue Migros-Parkplätze tönt auf den ersten Blick nach wenig – am Beispiel Coop muss man aber feststellen, dass sich die Parkplätze pro Spitzen-Tag rund 30 Mal belegen: 45 x 30 = 1350 Autos mehr im Zentrum inklusive Suchverkehr. Super! Frutigen schafft es vermutlich in die Top-Ten der Verkehrsmeldungen im Radio. Verkehrskollaps auf dem Widi in Frutigen. Auf der Kandersteg- und unteren Bahnhofstrasse geht nichts mehr wir bitten die Verkehrsteilnehmer, Frutigen grossräumig zu umfahren. Coop-Stau und Ski-Wochenend-Verkehr stösst schon an die Grenze des Erträglichen. Die Bewohner des Bälliz brauchen dank den Anlieferungen der Coop Lastwagen keine Wecker mehr! Wohn- und Lebensqualität wird heutzutage offensichtlich nur noch an den Einkaufsmöglichkeiten gemessen. Während der Bauphase freuen wir uns auf rund ein Jahr Lärm, Schmutz und Lastwagen bis zum Wahnsinn. Mit Schad-Stoff-Emissionen für Volk und Garten. Werden die bleiverschmutzten Produkte aus den Gärten der Anstösser von der Migros ins Sortiment unter dem grünen Label aufgenommen? Wer bezahlt den Anstössern die Wertverminderung ihrer Liegenschaften? Wäre die Migros bereit, die Häuser untere Bahnhofstrasse 4 zu einem fairen Preis zu kaufen? Projekte dieser Grössenordnung gehören auf den Flugplatz Süd. Die Migros könnte sich mit dem Standort ausserhalb des Dorfes einen immensen Wettbewerbsvorteil gegenüber Coop verschaffen: Expansionsmöglichkeiten betreffend Ladenflächen-Erweiterung und Parkplätze wären praktisch unerschöpflich. Vielleicht sind die Strategen von Aldi und Lidl etwas cleverer und werden den erwähnten Standort-Vorteil am Flugplatz in Zukunft zu ihren Gunsten nutzen. Baut der kleine Bürger mal ein Haus, oh Gott, diese Vorschriften! Kommt ein Grossverteiler mit einem Projekt – ändert man einfach die Bauordnung, bis es passt (Berlusconi grüsst mit seinem Grinsen aus Italien)! Wie lange noch gelten die aktuellen Vorschriften der Ladenöffnungszeiten. Ab wann darf man sich auch an Sonntagen über den Kundenverkehr im Dorf ärgern? Leider haben unsere Vögte aus den Fehlern der Vergangenheit nichts gelernt. Nachdem man vor Jahren den schönen Park dem Amthaus-Neubau geopfert hat, schreit man heute nach einem Dorfplatz. Gemeinden fusionieren, Ämter werden ausgelagert. Hat man sich schon über die Umnutzung des Amthauses Gedanken gemacht? Würde man im nachhinein diesen Blödsinn wiederholen? Was sagen unsere Nachkommen in 100 Jahren zum aktuellen Blödsinn? Architektonisch hat sich Hansruedi Marti vermutlich am Krematorium von Denia (Spanien) orientiert. Zu seinem Pech sieht der Bau in Denia anziehender aus. Zur Verteidigung der Entscheidungsträger muss man festhalten, dass es noch schlimmere «Verbrecher» gibt. Das sich im Bau befindliche «Vogelnest» bei der Autobahnausfahrt in Spiezwiler lässt die Anwohner wohl noch schlechter schlafen. Unsere Nachkommen werden es uns danken, dass wir unseren Dorfcharakter und unsere Wohnqualität dem Gewinnstreben von Grossverteilern, Architekten und Spekulanten geopfert haben. Felix Hurni/Sonja ReichenFrutigen >

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