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Wer steckt hinter der «Dorf-Zytig»?

Thunstetten kommt nicht zur Ruhe. Eine anonyme «Dorf-Zytig» macht Vorwürfe in Sachen Vormundschaft publik und kritisiert den Finanzverwalter und den Gemeindepräsidenten. Die Ortsparteien haben sich davon distanziert.

Die Thunstetter Haushalte haben zwielichtige Post erhalten: «Dorf-Zytig» nennt sich die zwölfseitige Schrift in A4-Format, welche letzte Woche in den Briefkästen landete. «Thunstetten-Bützberg klärt auf...», steht unter der Titelschrift. Aufklären will die Zeitung über Vorkommnisse im Umfeld der Vormundschafts- und der Finanzkommission. Die «Dorf-Zytig» erhebt Vorwürfe gegenüber dem Finanzverwalter und Sekretär der Vormundschaftskommission, Hanspeter May, und der Leiterin des Regionalen Sozialdienstes Aarwangen, Yvonne Herren. Die meisten der kritisierten Punkte sind schon bekannt im Zusammenhang mit einer laufenden Beschwerde gegen Hanspeter May. So wird ihm vorgeworfen, er habe Kinder in die Tagesstätte Oberlimatte platziert, die von seiner Frau geführt wird und bei der er Teilzeit mitarbeitet (die BZ berichtete). Die «Dorf-Zytig» nennt noch weitere Vorkommnisse, bei denen einiges schiefgelaufen sei. «Bürger für Bürger» Die Zeitung hat im Dorf unterschiedliche Reaktionen ausgelöst, auch Kopfschütteln. Denn wer die Zeitung gemacht hat, ist nicht bekannt. Als Herausgeber figuriert der Verein «Bürger für Bürger». Er ist im Dorf nicht bekannt. Eine Nachfrage bei mehreren Personen führte nicht zum Ziel: Niemand will an der «Dorf-Zytig» mitgearbeitet haben. Auch Maya Kaufmann sagt, sie habe nichts damit zu tun. Kaufmann hatte bei den Wahlen in den Gemeinderat auf der Liste Unabhängige Bürger kandidiert, nicht zuletzt, weil es im Dorf verschiedene Unstimmigkeiten gegeben habe. Maya Kaufmann verhehlt denn auch nicht, dass sie für die Inhalte der «Dorf-Zytig» Verständnis zeigt. Aber: «Ich war überrascht über die Zeitung. Ich frage mich nur, wer denn noch unsere Sympathisanten sind.» Auch Willi Frommenwiler verneint, etwas mit der Zeitung zu tun zu haben. Er hatte den zwei kandidierenden Frauen der Unabhängigen Bürger vor den Wahlen administrative Hilfe geleistet. «Hinter dieser ,Dorf-Zytig‘ stehe nicht ich», so Frommenwiler. «Wenn ich etwas mache, tue ich es offen, nicht im Geheimen. Und über die Probleme im Vormundschaftswesen bin ich nicht im Bild.» Er könne aber verstehen, dass jemand damit an die Öffentlichkeit gehe. «Ich bin jedenfalls hellhörig geworden über die Dinge, die bei der Vormundschaft abgehen sollen.» Quaile: «Befremden» Gar nicht glücklich über die verteilte «Dorf-Zytig» ist Gemeindepräsident Markus Quaile (FDP). Kein Wunder, er wird darin mehrmals kritisiert, zum Beispiel, weil er die Frauen, welche die Kritik über die Vormundschaftsfälle publik gemacht hatten, als «Lügnerinnen» tituliert habe. In der «Dorf-Zytig» wird Quaile mehrmals als (Noch)Gemeindepräsident bezeichnet. Denn Quaile bestreitet am 29.November die Kampfwahl ums Gemeindepräsidium, er tritt gegen den Herausforderer Alfred Röthlisberger (SVP) an. Parteien distanzieren sich Quaile glaubt zwar nicht, dass die Herausgabe der «Dorf-Zytig» im Zusammenhang mit der baldigen Wahl steht. Doch die Art und Weise, wie vorgegangen werde, löse bei ihm «ein grosses Befremden» aus. Auch, «weil so sozial schwache Menschen missbraucht werden». Bereits reagiert haben die Ortsparteien FDP, EVP, SVP und SP. Am Montag liessen sie im Dorf ein gemeinsames Flugblatt verteilen. «Wir distanzieren uns in aller Form vom anonymen Verein Bürger für Bürger und vom Inhalt der ,Dorf-Zytig‘. Manipulation und Verleumdung tragen nie zu konstruktiven Lösungen bei», heisst es darin. Herbert Rentsch>

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