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Wenn es auf jede Sekunde ankommt

Jährlich ertrinken weltweit rund 140000 Menschen. Das gibt auch im Berner Oberland zu denken – und zu tun. Im Kurs «Ertrinkungsunfälle» des Seerettungsdienstes Thunersee probten Rettungskräfte den Ernstfall.

«Die Ausbildungsziele des heutigen Kurses sind: Situation erkennen, richtig einschätzen, Prioritäten setzen und Abläufe organisieren», erklärte Roland Bühlmann, Betriebsleiter Seerettung Thunersee im Neuhaus Unterseen, am Freitag im Klubhaus der Segelschule Neuhaus (SCNI). Rund 50 Mannschaftsmitglieder des Seerettungsdienstes, Bootsführer, Stationsleiter, Mitglieder der Seepolizei und des Rettungsdienstes fmi besuchten den für Rettungskräfte obligatorischen Kurs über Ertrinkungsunfälle. Sofort beatmen Roland Bühlmann dankte dem Arzt Stefan Bauer vom Team des Rettungsdienstes fmi für seinen Theorievortrag über Ertrinkungsunfälle. Stefan Bauer begrüsste die interessierten Zuhörer mit «alle Jahre wieder», denn Ertrinkungsunfälle, so Bauer, seien ein Dauerthema. Weltweit ertrinken jährlich rund 140000 Personen; ein Viertel davon sind Kleinkinder bis vier Jahre. Ertrinken könne man sogar in einer Regenpfütze, was auch öfters vorkomme, erklärte der Arzt. Bei allen Ertrinkungsunfällen entstehe ein Sauerstoffproblem und es verlange nach einer raschen künstlichen Beatmung, sagte Bauer. Er sprach auch über das schnelle Auskühlen des Körpers, die Körperkrämpfe durch kaltes Wasser und den Faktor Zeit bei der Bergung. In einem Zeitfenster von nur fünf bis zehn Minuten bei 18 bis 20 Grad Wassertemperatur könne ein Körper komplett ausgekühlt sein, danach sei der Patient bewusstlos. So seien etwa blaue Lippen oder Körpersymptome wie zittern, schlottern und erbrechen ein Zeichen für Unterkühlung und Sauerstoffmangel. «Den Patienten so schnell wie möglich aus dem Wasser bergen, Alarm schlagen und sofort zum nächsten Arzt bringen», empfahl Bauer. Drei Problemsituationen wurden den Kursteilnehmern vorgegeben: Ein vermisstes Schlauchboot mit Kindern suchen, eine gekenterte Jolle mit einer ertrinkenden Person unter dem Boot bergen und eine Yacht in Seenot mit verletzter Person unter Kontrolle bringen. Jedes Rettungsteam musste spontan eine akzeptable Strategie entwickeln und dem Leiter bekannt geben, bevor es ausrücken durfte. Danach galt es, als Erstes die «Unfallopfer» zu bergen. «Tipptopp geklappt» Alle drei Übungen wurden gleichzeitig durchgeführt. Trotz der schwierigen Wetterverhältnisse am Freitagabend mit Windböen, heftigem Platzregen und Sommergewitter mit Blitzen hatten die Kursteilnehmer ihre Aufgaben sicher im Griff. «Es hat alles tipptopp geklappt», bilanzierte Übungsleiter Roland Bühlmann. Monika Hartig • www.seerettung-thunersee.ch >

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