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Weniger Steuern für Meyer Burger AG

Die Meyer Burger AG mit Hauptsitz in Thun erhält vom Kanton ein Steuergeschenk: Rückwirkend auf das Jahr 2008 zahlt das Unternehmen bis 2017 lediglich 50 Prozent der Gewinn- und Kapitalsteuern – allerdings mit klaren Auflagen.

Die Meyer Burger AG – eine Gesellschaft der Meyer Burger Technology AG – erhält von der kantonalen Finanz- und Volkswirtschaftsdirektion Steuererleichterung von 50 Prozent auf Gewinn und Kapital. Dies während zehn Jahren, rückwirkend auf den 1. Januar 2008 bis zum 31. Dezember 2017. Grund dafür ist die Wirtschaftsförderung im Kanton Bern. Hier hat Meyer Burger etliches vor – speziell in Thun: Sofern das Thuner Parlament im Herbst dem Baurechtsvertrag zwischen der Stadt und dem Unternehmen zustimmt, sollen im Schorengebiet ein «Campus» und ein neuer Firmensitz für bis zu 600 Mitarbeitende entstehen (wir berichteten). Ein wichtiger Teil dieses Neubauprojekts ist zudem die Einrichtung eines Kompetenzzentrums für Forschung und Entwicklung im Bereich der Photovoltaik. Dies ist eines der Projekte, die die Meyer Burger AG im Gegenzug für das Steuergeschenk realisieren muss. Daneben sind weitere Projekte im Kanton vorgesehen, um die Wirtschaft und den Werkplatz Schweiz zu fördern. Trotz dieser Auflagen sei die Zusage des Kantons eine Bestätigung, sagt Michel Hirschi, Finanzchef CFO der Meyer Burger AG: «Sämtliche Projekte entsprechen unserer Strategie und sind auch von uns entwickelt worden.» Hunderttausende weniger? Auswirkungen haben die Steuererleichterungen von 50 Prozent auf Kantons-, Gemeinde- und Kirchensteuern auf die Thuner Stadtfinanzen. «Sicher ist, dass die Meyer Burger AG eine jener juristischen Personen darstellt, die unserer Stadt beträchtliche Steuereinnahmen bescheren», bestätigt Thuns Finanzverwalter Daniel Wegmüller. Wie gross die Einbussen für die Stadt sein werden, sei offen: «Wir können die Gewinn- und Kapitalentwicklung des Unternehmens in den kommenden Jahren nicht antizipieren.» Immerhin lasse sich sagen, dass für die Steuerjahre 2008 und 2009 mit mehreren 100000 Franken Mindereinnahmen aus den Meyer-Burgerschen Erträgen zu rechnen sei. Die Verantwortlichen der Meyer Burger AG gehen davon aus, dass sich der Steuersatz für die Gruppe im Berichtsjahr 2010 im Vergleich zum Vorjahr um einige Prozentpunkte reduzieren wird. Durch die rückwirkende Steuererleichterung für die beiden letzten Jahre erwartet das Unternehmen einen einmaligen positiven Effekt im laufenden Berichtsjahr, wie in der Medienmitteilung steht: «Der Steuersatz 2010 der Meyer Burger Gruppe wird aus heutiger Sicht auf einen einstelligen Prozentsatz geschätzt.» Oder am Ende ein Gewinn? Der städtische Säckelmeister Daniel Wegmüller stellt allerdings klar: «Uns werfen diese Mindereinnahmen nicht aus dem Konzept.» Die Steuererleichterung gemäss Steuergesetz werde vom Regierungsrat nur nach äusserst seriöser Prüfung und im Verbund mit strengen Auflagen gewährt. «Thun wird am Ende davon profitieren. Wenn die Neubauten durch Meyer Burger realisiert werden, wird die Steuererleichterung sicher mehr als kompensiert», weiss Wegmüller. Auch CFO Michel Hirschi freut sich über die Steuererleichterung: «Wir haben damit mehr Mittel zur Verfügung, um in der Region und im Kanton zu investieren und damit den Steuerzahlern etwas zurückzugeben.» HeinerikaEggermann Dummermuth >

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