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Vielfältiges Kunsthandwerk

BrienzAn der Schule für Holzbildhauerei in Brienz sind am Kompetenzzentrum für «Holz-Kunst-Handwerk» die ersten zwei erfolgreichen Schuljahre gefeiert worden.

Die Interessengemeinschaft Kunsthandwerk Holz (IGKH) ist die Dachorganisation der Schweizer Berufsverbände der Drechsler, Korbflechter, Küfer, Weissküfer und Holzbildhauer. Sie wurde 2005 von den Mitgliedsverbänden gegründet. In Brienz besteht nun an der Schule für Holzbildhauerei ein Kompetenzzentrum für die der IGKH angeschlossenen Berufe, wo der Berufsfachschulunterricht und die überbetrieblichen Kurse angeboten werden. Am Samstag, 3.September, feierten nach zwei erfolgreichen Schuljahren die Verantwortlichen der Verbände mit zahlreichen Prominenten aus Bildung, Politik und Verwaltung die wegweisende Ausbildungsstätte. Türen öffnen und offen halten Thomas Meier, Präsident der IGKH, überreichte seinen Gästen als Sinnbild für das Öffnen und Offenhalten von Türen, was wiederum neue Räume erschliessen soll, einen edel gestalteten Holzkeil. Vor grossem Publikum in der Kirche in Brienz überbrachten zahlreiche Persönlichkeiten ihre besten Wünsche und Grussbotschaften. «Brienz ist stolz auf seine ‹Schnätzi› und auch offen für andere Klänge», betonte der Brienzer National- und Grossrat Peter Flück und meinte damit wohl auch die Appenzeller Musikformationen, die einen Teil des musikalischen Rahmens bildeten. Robert Furrer, Generalsekretär, sieht mit dem Kompetenzzentrum IGKH eine Stärkung der Region und eine Bestätigung der Strategie der Erziehungsdirektion des Kantons Bern. Dalia Schipper, Direktorin des Eidgenössischen Hochschulinstituts für Berufsbildung, ist glücklich, dass sich die fünf «Kleinstberufsgruppen» zu einer nachhaltigen Organisation zusammenfanden. Für Ursula Renold, Direktorin des Bundesamtes für Berufsbildung und Technologie, tragen die «kleinen» traditionellen Berufe ein wichtiges kulturelles Erbe weiter. Die weltweit einmalige Berufsbildung in der Schweiz lebt, wenn die Exponenten, wie im Fall der IGKH, den Willen zur Zusammenarbeit haben und erfolgreich Marktnischen suchen und nutzen. David Vitali vom Bundesamt für Kultur unterstreicht die Wichtigkeit des traditionellen Handwerks bei der Kulturpflege. Grossrätin Christine Häsler freute sich, dass die Kunsthandwerker in Brienz ihr Zentrum realisiert haben und zusammen mit der Geigenbauschule und den Bildungsangeboten auf dem Ballenberg eine wertvolle Symbiose darstellen. Ausbildung reformiert Der Unterricht für die Lernenden der IGKH-Berufe Holzbildhauer(in), Holzhandwerker(in), Fachrichtungen Drechslerei und Weissküferei, Korb- und Flechtwerkgestalter(in) und Küfer(in) wird in Blockkursen organisiert. Die Lernenden weilen viermal pro Jahr für zwei Wochen Schulunterricht in Brienz und besuchen allgemein bildenden und Sportunterricht sowie 80 Lektionen Fachunterricht in gemeinsamen Klassen. 120 Lektionen Fachunterricht pro Jahr werden in berufsspezifischen Klassen besucht. Ebenso wird ein Teil der überbetrieblichen Kurse gemeinsam besucht. Die ersten Lernenden der drei Berufe Holzbildhauer(in), Holzhandwerker(in), Fachrichtung Drechslerei, und Korb- und Flechtwerkgestalter(in) sind aktuell im dritten Lehrjahr, und die ersten Korb- und Flechtwerkgestalterinnen werden in einem Jahr ihre Ausbildung abschliessen. Die Holzbildhauer und Holzhandwerkerinnen sind noch ein viertes Jahr in der Lehre. Dies ein weiteres Merkmal der Reform: Es ist gelungen, 3- und 4-jährige Ausbildungen gemeinsam zu beschulen. Rückgrat dieser Kunst Die Schule für Holzbildhauerei in Brienz ist die einzige Institution in der Schweiz, in der das Holzbildhauerhandwerk erlernt werden kann. Sie wurde als «Schnitzlerschule Brienz» 1884 gegründet. Seit 1928 ist sie eine Fachschule und Lehrwerkstatt des Kantons Bern. Heute bietet die Schule 24 Ausbildungsplätze für Holzbildhauer(innen) EFZ an. Sie ist das Rückgrat der Holzbildhauerei in der Schweiz und verantwortlich für die Grundausbildung, die Weiterbildung und die Meisterausbildung. Sie pflegt auch eine enge Zusammenarbeit mit der Geigenbauschule Brienz, die ihrerseits zehn Lernenden und vier Praktikanten Ausbildungsplätze anbietet und in unmittelbarer Nachbarschaft domiziliert ist. Vor zwei Jahren sind nun nochmals sechzehn Lernende Holzhandwerker und Korb- und Flechtwerkgestalter der neuen Interessengemeinschaft Kunsthandwerk Holz dazugekommen.Beat Jordi>

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