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Vermittlung erfolglos, Hausärztin ist weg

Monatelang haben Judith und Philippe Mettauer zwischen der Ärztin Ocaña und ihrer Vermieterin zu vermitteln versucht.

«Praxis geschlossen» – dieser Hinweis ist das Einzige, was vor dem Haus an der Meylandstrasse in Murten noch an die Hausarztpraxis von Silvia Ocaña erinnert. Nach nur einem Jahr musste Ocaña Ende September gehen – sie hatte sich mit ihrer Vermieterin, Astrid Neuhaus, überworfen. Für viele Patienten kam der Abgang der deutschen Ärztin wie aus heiterem Himmel: Diese hatte kaum jemanden informiert; viele Krankenakten stehen immer noch in der Praxis. Zu den wenigen Patienten, die vom Zwist der Ärztin mit ihrer Vermieterin wussten, gehören Judith und Philippe Mettauer. Das Ehepaar hatte sowohl zu Neuhaus wie auch zu Ocaña einen guten Draht. Als sie von der drohenden Schliessung erfuhren, entschieden sie, sich als neutrale Vermittler anzubieten. Keine Gesprächsbasis mehr Sowohl die überraschte Ärztin wie auch ihre Vermieterin gingen auf das Angebot ein. In der Folge erkannte das Ehepaar rasch den Kern des Konflikts: Für Ocañas Empfinden mischte sich Neuhaus zu stark in die Führung der Praxis ein. Diese wiederum war von Ocaña beschimpft und beleidigt worden. «Die beiden fanden schlicht keine Gesprächsbasis mehr», erzählt Philippe Mettauer. «Ich war überrascht, wie viel Hass aus ihren gegenseitigen Blicken zu lesen war.» Judith Mettauer findet, es wäre im Interesse aller gewesen, die Wogen zu glätten. Neuhaus hätte den Verlust durch die ausbleibenden Mieten verhindert, und Ocaña hätte ihre Praxis weiterführen können. «Als zufriedene Patienten ging es uns auch darum, diese tolle Ärztin in Murten zu behalten», sagt sie. Schaler Beigeschmack Trotz anhaltender Versuche gelang es den freiwilligen Vermittlern nicht, den Streit zu schlichten. «Als wir einstiegen, war der Zug wohl schon zu schnell am Rollen», sagt Judith Mettauer. Schliesslich kündigte Neuhaus den Mietvertrag, ohne dies den Eheleuten mitzuteilen. Judith und Philippe Mettauer wissen, dass Ocaña den schalen Beigeschmack ihres Weggangs vor allem ihren eigenen, groben Unterlassungssünden zuzuschreiben hat. «Dass sie die Patientenakten noch nicht ausgehändigt hat, ist eine Katastrophe», so Judith Mettauer. Mettauers Geld abgelehnt Astrid Neuhaus zollt den freiwilligen Vermittlern ihren Respekt: Einen solchen Einsatz aus edlen Motiven erlebe man nicht sehr häufig. Zuallerletzt hatte das Ehepaar der Vermieterin vorgeschlagen, ihr übergangsweise die halbe Praxismiete zu bezahlen – anstelle der hoch verschuldeten Ärztin, die so noch wenigstens bis Ende Jahr hätte bleiben können. Neuhaus lehnte ab. Wo Silvia Ocaña heute ist, wissen weder Neuhaus noch das Ehepaar Mettauer. Einziger Hinweis: Ocaña hat bei der Abmeldung in Murten eine Adresse in Bayern hinterlassen. Per Telefon ist sie unerreichbar.mk/hus>

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