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Ulrich liest aus ihrer luftig zarten Liebesgeschichte

LangenthalUlrike Ulrich las zum Abschluss ihres Lydia-Eymann-Stipendiatsjahres

In einem leuchtend roten asiatischen Seidenjäckchen sitzt sie am Tisch, vor ihr die Leselampe und das obligate Wasserglas. Ihre zarte Stimme wird durch ein Mikrofon verstärkt. Jedes ihrer Worte ist glasklar zu verstehen. Ulrike Ulrich wurde vom Chrämerhuus eingeladen, zum Abschluss ihres Jahres in Langenthal eine Lesung zu halten. Nur wenige waren dem Ruf gefolgt, denn sowohl im Stadttheater als auch im Konzertsaal waren weitere kulturelle Anlässe im Gang. Zudem las am selben Abend Pedro Lenz in Langenthal. Dennoch: Für die wenigen Zuhörerinnen und Zuhörer bot sich ein literarischer Genuss der besonderen Art. Ein Innehalten in Wien Lo ist ständig mit dem Zug unterwegs und bereist Europa. Doch vor Wien wird sie ihres Passes beraubt und muss dort verweilen. Eingeladen in eine Künstler-WG, erlebt sie einen Augenblick zarter Liebe, ehe sie weiterreist. Ulrichs Sprache ist federleicht. Mit zartem Pinselstrich gibt sie ihren Figuren Konturen, ohne sie festzulegen. So bleibt dem Leser viel Raum für eigene Bilder. Fein ist auch ihr Humor. Selbst der unwirsche Beamte des Passbüros wird nicht boshaft abgestempelt, sondern erregt ein Schmunzeln. Auch als Lo und David im Bett landen, vermeidet die Schriftstellerin den pornografischen Schlüssellochblick und umschreibt behutsam den Liebesakt. Ende März kehrt Ulrike Ulrich in ihre Wohnung nach Zürich zurück und macht Platz für ihre Nachfolgerin (siehe Kasten). Die 1968 in Düsseldorf geborene Ulrich lebt seit 2004 in Zürich. Wie die Hauptfigur in ihrem Roman sitzt auch die Autorin selbst gerne im Zug. Sie erzählt: «Ich habe ein GA und reise oft mit dem Zug. Aber abends kehre ich jeweils gerne nach Hause zurück.» Prisca Rotzler Köhli >

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