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Ueli Kestenholz: «Faszination Freeride»

MattenDer Thuner Snowboardprofi Ueli Kestenholz begeisterte im Kirchgemeindehaus mit seiner zweistündigen Multimediashow «Faszination Freeride» rund 80 Gäste.

Schon bevor Ueli Kestenholz 1975 in der Wiege lag, hatte er mit Schneesport seine ersten Erfahrungen gemacht: Man erzählt, dass seine Mutter noch spät in ihrer Schwangerschaft mit ihm im wachsenden Bauch Ski gefahren sei. Ueli wuchs mit zwei Brüdern in einer sehr sportlichen Familie auf und hatte die Gelegenheit, viele Sportarten auszuprobieren. In der Lehre als Sportartikelverkäufer profitierte er von einem verständnisvollen Lehrmeister, der seinen Sportaktivitäten und Wettkämpfen viel Raum liess. Vom Wettkampf zum Freeriden Als Kestenholz 23 Jahre alt war, wurden erstmals auf dem Snowboard olympischen Wettkämpfe ausgetragen. Er gewann 1998 in Nagano die Bronzemedaille, 2000 und 2001 kamen zwei Weltmeistertitel dazu. Nachdem er rund 10 Jahre im Weltcup gefahren war und 14 Rennen gewonnen hatte, verliess er die Wettkampfszene und genoss fortan das Freeriden. Freeriden heisst, mit dem Snowboard oder mit Skiern in unberührten Steilhängen seine Linie zu ziehen und im Idealfall eine lange Spur von frischem, leichtem Pulverschnee aufzuwirbeln, frei vom Kampf um Hundertstelsekunden, ohne Kampfrichter, ohne Piste oder Halfpipe. Seit 15 Jahren macht das Ueli Kestenholz professionell. Begleitet von Kamera- und Filmteams geniesst er seine spektakulären Abfahrten im sagenhaften «powder snow» in Alaska und auf der ganzen Welt. Nebst seinen sportlichen Spitzenleistungen dokumentiert die Multimediashow auch sein hohes ästhetisches Empfinden: Das Licht ist perfekt und der Blickwinkel optimal, wenn er selber mit der Helmkamera oder sein Team aus dem Heli oder aus dem Gegenhang fotografiert und filmt. Die gezeigten Bilder und Kurzfilme vermitteln dem Zuschauer ein eindrückliches Bild von den 50-Grad-Steilhängen, die er mit weiten Sprüngen und mit Geschwindigkeiten bis zu 100 km/h hinunterfährt. Kestenholz geniesst das offensichtlich. Im Vortrag gibt er auch den Schattenseiten seiner Tätigkeit Platz, wenn er erwähnt, dass sein langjähriger Freund und Speedriding-Partner Mathias Roten tödlich verunfallt ist. Er zeigt auch den Film, in dem er ein paar hundert Meter ein übersteiles Couloir heruntergestürzt ist, das er unterschätzt hat. Unverletzt unten angekommen, hat er sich zuerst mal über seine Fehleinschätzung geärgert, um dann dankbar an seine Familie und den zweijährigen Sohn zu denken. Die Entdeckung des Ur-Snowboards Im Nordosten der Türkei staunte er nicht schlecht, als ihm die Laz, Bewohner des abgelegenen Bergdorfes Petran, ihr «Lazboard» zeigten: vier schmale, rund 120 cm lange Bretter, leicht gebogen und mit vier Querhölzern verschraubt, vorne ein Loch für eine starke Schnur, die der Fahrer in der Hand hält. In ihren winterfesten Alltagskleidern und -schuhen rutschen sie auf diesen Brettern ohne Bindung die Schneehänge hinunter, und das seit nachweislich über 200 Jahren.Bruno Rupp«Faszination Freeride» heute, 12.1., im Thuner Burgsaal, nächsten Mo, 16.1., im Spiezer Lötschbergsaal. Infos auf explora.ch.>

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