Zum Hauptinhalt springen

Tristesse bei YB – und ein Silberstreifen

FussballNach der bitteren 1:2-Niederlage beim FC Zürich ist die Saison für YB praktisch gelaufen. In Zukunft sollen endlich Titel gewonnen werden. Der dänische Nationalspieler Michael Silberbauer (29) wechselt im Sommer zu den Young Boys. Aber es könnte auch Abgänge geben.

Es ist eine wilde YB-Saison mit Höhepunkten im Europacup und regelmässigen Rückschlägen. Der Auftritt beim FC Zürich am Dienstag war wie ein Spiegelbild der Young Boys in den letzten Jahren: hübsch kombiniert, lange Zeit das bessere Team, am Ende aber eine 1:2-Niederlage gegen einen personell geschwächten Gegner in einem Spiel, das YB niemals verlieren durfte. Vermutlich liegt das Problem im mentalen Bereich, denn mit beängstigender Konstanz beweisen die Young Boys, kein Team für wichtige Spiele zu sein. Und so vergeht wieder eine Saison ohne Titel. «Wir müssen daraus lernen», sagt YB-CEO Ilja Kaenzig, «und es besser machen.» Abwehrchef Emiliano Dudar, der nach seiner schweren Kopfverletzung vor allem noch erhebliche Schnelligkeitsdefizite aufweist, dürfte in den letzten Saisonspielen auf dem Prüfstand stehen – und auch David Degen, der grosses Potenzial besitzt, dem aber in der Rückrunde wenig gelingt. Zudem passt die Körpersprache Degens, der auf dem Feld oft die Hände verwirft und den Kopf schüttelt, nicht allen im Verein. «Wir dürfen uns nicht hängen lassen», sagt Kaenzig. «Das ist jetzt auch eine Frage des Charakters.» Viele unnötige Punktverluste Keiner zweifelt daran, dass die talentierte YB-Mannschaft mit Basel und Zürich in Konkurrenz treten kann. Aber es fehlt – vor allem – an der Konstanz. Kaenzig sagt, der FCZ würde kaum Punkte gegen schwächere Teams abgeben. «Wir aber büssten gegen Bellinzona, Xamax, St.Gallen und Thun viele Zähler ein.» Das ist die eine Sichtweise, aber es gibt auch eine andere Rechnung. Die Berner hätten vorgestern nicht nur bei der FCZ-Jugendcombo gewinnen müssen, sie hätten auch in den drei Duellen mit Primus Basel mehr Punkte holen können. In den Heimspielen (2:2 und 3:3) verspielte YB jeweils eine 2:0-Führung, und in Basel waren genügend Chancen vorhanden, um nach dem 1:0 das 2:0 und sogar das 3:0 zu erzielen, hinzu kamen diskutable Schiedsrichterentscheidungen, am Ende siegte der reifere FCB 3:1. Doubai und Lulic umworben Und so bleibt den Young Boys in den finalen Saisonwochen wohl bloss noch der Anreiz, Rang 3 zu verteidigen. Es ist ein Rückschritt nach drei Vizemeisterschaften in Serie, aber auf der anderen Seite glaubt Ilja Kaenzig an eine Verbesserung in der nächsten Saison: «Mit Verstärkungen wollen wir dafür sorgen, dass der entscheidende Schritt zum Meisterteam vollzogen werden kann.» Es besteht aber die Gefahr, dass Leistungsträger wie Thierry Doubai, der sich auf hohem Niveau stabilisiert hat, François Affolter oder Senad Lulic ins Ausland wechseln. Am Dienstag im Letzigrund waren mehrere Dutzend Scouts europäischer Vereine, und das Gute für YB war, dass sich nicht jeder der umworbenen Akteure für einen Transfer aufdrängte. Doubai, der unter anderem von Bremen und Hoffenheim beobachtet wurde, und Lulic, in Italien bei einigen Klubs gehandelt, könnten YB jedoch verlassen. «Wir möchten alle Spieler halten», sagt Kaenzig, «und mehr als zwei Akteure werden wir nicht verkaufen.» Kaenzigs Lob für Silberbauer Seit langem steht der Wechsel des Luzerners Elsad Zverotic, Nationalspieler Montenegros, zu YB fest. Und gestern vermeldete der Verein einen prominenten Zuzug. Der dänische Nationalspieler Michael Silberbauer wechselt auf die nächste Saison vom holländischen Verein Utrecht ablösefrei nach Bern. Der zentrale Mittelfeldspieler unterschrieb einen Vertrag bis 2015. «Es ist ein grosser Erfolg, konnten wir einen Spieler holen, der so viele Angebote hatte», sagt Kaenzig. Silberbauer ist Captain in Utrecht, er passt in den YB-Plan, routinierte Akteure zu verpflichten. Kaenzig bezeichnet den Dänen als «absolute Leaderfigur» und als «Persönlichkeit auf und neben dem Platz». Der 29-Jährige könne neben Doubai im Aufbau spielen, sagt Kaenzig, er könne ihn auch ersetzen. «Silberbauer ist ein laufstarker, kämpferischer Stabilisator für die Defensive, er hatte Erfolg und ist selten verletzt.» Der YB-CEO bezeichnet Silberbauer als «Maschine», die rennt und ordnet und «überall Publikumsliebling war». Mit Silberbauer soll die Zeit der YB-Ehrenplätze vorbei sein. Silbermedaillen holte der Klub zuletzt genug.Fabian Ruch>

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch