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Thuner Rekruten: Zeckenimpfung

480 Rekruten sind gestern in Bern geimpft worden – aber nicht etwa gegen die Schweinegrippe, sondern gegen Zeckenbisse. Geübt wurde damit, ob der Zivilschutz im Falle einer Pandemie für Massenimpfungen gerüstet wäre.

«Test der Impforganisation der Stadt Bern» hatte es auf der Einladung geheissen – und aus naheliegenden Gründen dachten die meisten Anwesenden, der Zivilschutz beübe den Ernstfall Schweinegrippe. Dem war aber nicht so, wie der oberste Pandemieplaner Berns gestern mehrmals betonte. «Wir haben diese Übung schon lange geplant. Mit der Schweinegrippe hat sie nichts zu tun», sagte Feuerwehrkommandant Franz Bachmann. Auf Grund der aktuellen Ereignisse liessen Zivilschutz und Militär aber die Medien einen Augenschein nehmen. Vogelgrippe war Szenario Trotz der Schweinegrippe werden im Kanton Bern bis auf weiteres keine provisorischen Impfzentren eingerichtet. Wer sich impfen lassen will, muss zum Hausarzt. Anders sähe es aus, wenn eine Krankheit die Schweiz erreichen würde, die für einen grossen Teil der Erkrankten tödlich endete. Die Vogelgrippe sei eine solche Krankheit, erklärte Anton Seiler, der medizinische Leiter der Aktion. An der Vogelgrippe erkrankten seit dem Jahr 2003 weltweit 442 Menschen. Über die Hälfte von ihnen starb. «Stünde in der Schweiz eine Vogelgrippepandemie bevor, möchten sich innerhalb von kürzester Zeit sehr viele Personen impfen lassen», vermutet der Arzt. Die Übungsanlage: 130000 Stadtbernerinnen und -berner müssen innerhalb von 14 Tagen gegen die Vogelgrippe geimpft werden. Fünf provisorische Impfzentren werden eingerichtet. Zur Impfung gezwungen werden kann keiner. «Aber wir rechnen damit, dass die Leute freiwillig kämen, wenn die Krankheit für über 50 Prozent der Betroffenen tödlich endete», vermutet Martin Tschumi, Bereichsleiter Ausbildung und Katastrophenschutz. Geimpft gegen Zeckenbisse Als mehr oder weniger freiwillige Versuchskaninchen rückten gestern Rekruten aus Thun ein. Bei diesen war die zweite von drei Impfungen gegen die Folgen von Zeckenbissen fällig. Statt in der Kaserne Thun bekamen die Rekruten ihre Dosis in der zum Impfzentrum umfunktionierten Turnhalle Spitalacker. Von 8 Uhr morgens bis am Mittag wurden gestern 480 Rekruten durch das Impfzentrum geschleust. Das Ziel: Pro Stunde sollen 30 Personen geimpft werden können. «Im Notfall hätte man also keine Zeit, um noch gross auf den Einzelnen einzugehen», sagte Martin Tschumi. Ein wenig Small Talk vor dem Piks lag aber auch an diesem Morgen noch drin. Die Rekruten füllten ihr Impfdatenblatt aus – Zivilpersonen bekämen dieses bei einer Pandemie nach Hause geschickt – und wurden dann entweder in eine der vier Impfkojen geschickt oder zum Arzt. Letzteres, wenn sie zum Beispiel Fieber hatten und darum nicht geimpft werden konnten. «Links oder rechts?», fragte der Arzt im Impfzelt. Ärmel hoch. Ein Stich. Die Impfung ist verabreicht. «Der Nächste, bitte!» Im Lauf der Übung zeigte sich, dass das Impfen relativ zügig vonstattenging, der administrative Teil aber mehr Zeit in Anspruch nahm als angenommen. «Auf Grund dieser Erkenntnisse passen wir unsere Planung an», erklärte Zivilschutzkommandant Urs Schweizer. Er zog eine positive Bilanz der Übung: «Wir wären für den Ernstfall gewappnet.» Beim administrativen Teil müsse die Effizienz aber noch gesteigert werden. Mirjam Messerli >

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