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Zuerst ein Gutachten, dann das Urteil

Körperverletzung, Drogen, Waffen, Tierpornos: Einem Mann werden zahlreiche Delikte zur Last gelegt. Ein Urteil wurde nicht gefällt.

Der Angeklagte befindet sich derzeit im Psychiatriezentrum in Münsingen.
Der Angeklagte befindet sich derzeit im Psychiatriezentrum in Münsingen.
Archiv/Urs Baumann

Der 28-jährige Schweizer aus der Region Thun hat einiges auf dem Kerbholz. Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft des Kantons Bern, Region Oberland, enthält nicht weniger als acht Straftatbestände. Ein Delikt betrifft vorsätzliche einfache Körperverletzung, eventuell versuchte schwere Körperverletzung. Geschehen ist es an der Goa-Party «Drachenstampf» im Herbst 2017. Dort ist es zu einer Streiterei gekommen, in deren Verlauf der Beschuldigte drei Personen verletzte. Diese haben Strafanzeige erstattet. An der Hauptverhandlung am Regionalgericht Oberland in Thun wurden sie als Zeugen befragt. Alle drei zogen die Strafanzeigen zurück, womit das Verfahren in diesem Punkt eingestellt wurde.

Bei einer Hausdurchsuchung am Domizil des Mannes im Herbst 2017 kamen verschiedene Betäubungsmittel zum Vorschein, die zur unbefugten Weiterveräusserung an Drittpersonen bestimmt waren. Bereits Anfang 2014 hatte ein Mann im Auftrag des Beschuldigten ein Amphetamingemisch verkauft.

Anlässlich einer polizeilichen Intervention im April 2018 wegen einer familiären Auseinandersetzung wurde der Polizei durch den Vater des Mannes eine Tasche mit zwei Sturmgewehren ausgehändigt. Es handelte sich um gestohlene Gewehre, die dieser angeblich gefunden hat. In dieses Kapitel fallen zudem der Erwerb und der Besitz von Pistolen, Klappmessern und weiteren waffenähnlichen Gegenständen.

Ein weiteres Delikt betrifft verbotene harte Pornografie. Bei der Hausdurchsuchung im Herbst 2017 wurden elektronische Datenträger gefunden, die sexuelle Handlungen mit Tieren, sexuelle Handlungen mit Gewalttätigkeiten unter Erwachsenen und Gewaltdarstellungen zeigten. Schliesslich verursachte der Beschuldigte während der Untersuchungshaft im Gefängnis mutwillig einen Schaden von circa 7000 Franken.

Bei der Befragung durch den Gerichtspräsidenten gab der Beschuldigte einerseits bereitwillig Auskunft, andererseits verweigerte er die Aussage oder machte nur vage Angaben. Gegenwärtig befindet er sich in Behandlung im Psychiatriezentrum Münsingen.

Der Staatsanwalt fand, dass eine vorgängige Massnahme etwas bringen könnte. Er schlug vor, vor einer Urteilsfindung ein psychiatrisches Gutachten einzuholen. Diesem Antrag schloss sich der amtliche Verteidiger an, was zur Folge hatte, dass die Verhandlung abgebrochen wurde.

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