Weitere Entscheide in Sachen Schoren

Thun

Der Thuner Regierungsstatthalter setzt das Beschwerdeverfahren zur Schule Schoren fort. Allerdings nur, was eine allfällige Schliessung des Schulhauses, nicht aber der Klassen, anbelangt.

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Die Eltern des Schoren-Quartiers setzen sich nach wie vor mit Vehemenz gegen die geplanten Klassenschliessungen ein. Bereits 400 der 1600 nötigen Unterschriften für ihre Quartierschulinitiative haben sie zusammengetragen und bei der Stadt eingereicht.

Damit wollen sie erreichen, dass alle Thuner Schulanlagen erhalten bleiben und der Schulbesuch für Kinder im eigenen Quartier gewährleistet ist, aber auch die Kompetenzen der Schulkommission beschneiden.

Thema beschäftigt Behörden

Doch nicht nur an der Front, auch hinter den Kulissen läuft etwas in Sachen Schoren-Schulhaus: So hat Regierungsstatthalter Marc Fritschi am Freitag bekannt gegeben, dass er das Beschwerdeverfahren fortsetzt. Allerdings nur, was die allfällige Schliessung des Schulhauses anbelangt. Zu diesem Punkt könne nun als Nächstes der Thuner Gemeinderat Stellung beziehen.

Nicht eingehen wird der Regierungsstatthaler allerdings auf die Anzahl Klassen, die in Thun geführt werden, und damit auch auf die geplante Schliessung der beiden Mehrjahrgangsklassen im Schoren. So könne derzeit die Zumutbarkeit des Schulweges für einzelne Kinder nicht beurteilt werden. Erst nach einer neuen Klassenzuteilung könne diese bei der Schulinspektorin angefochten werden.

Für die Beschwerdeführer aus dem Schoren ist diese Mitteilung grundsätzlich «nicht schlecht», wie Karin Gyger von der Elterngruppierung Pro Schoren und dem Initiativkomitee sagt: «Der Thuner Regierungsstatthalter nimmt nämlich jetzt den Begriff der Schulhausschliessung auf.»

Etwas, das der Gemeinderat bisher abgestritten habe. «Und sollte Marc Fritschi zum Schluss kommen, dass es sich wirklich um eine solche handelt, dann würde sich die Ausgangslage für uns deutlich verändern», sagt Karin Gyger.

«Denn für Schulhausschliessungen ist in Thun der Gemeinderat zuständig. Die beiden Klassenschliessungen hat aber die Schulkommission verfügt.» Das wäre dann ein Verfahrensfehler, der anfechtbar sei.

Beschwerde abgewiesen

Mit dem Schoren-Schulhaus befasst hat sich in letzter Zeit auch der Regierungsrat. Und zwar hat die Elterngruppierung um Karin Gyger gegen den Entscheid des Regierungsstatthalters Beschwerde geführt, dem Geschäft die aufschiebende Wirkung zu entziehen. Im eben veröffentlichten Entscheid kommt die Kantonsregierung zum Schluss, dass das öffentliche Interesse an der geordneten Planung des Schulbetriebs für das kommende Schuljahr überwiegt und sie die Beschwerde deshalb abweist.

Dies auch wenn die Zuständigkeit des Regierungsstatthalters in dieser Angelegenheit noch umstritten sei. Insbesondere betont der Regierungsrat in seinem Schreiben, dass die neuen Schulwege nicht unzumutbar und die Entscheidfindung der Schulkommission nicht willkürlich gewesen sei.

Er verweist aber darauf, dass es sich lediglich um einen Zwischenentscheid in der Angelegenheit handle, der auch anfechtbar sei, und überträgt den Beschwerdeführern die Verfahrenskosten in Höhe von 500 Franken.

Eltern bedauern Entscheid

«Es ist bedauerlich, dass der Regierungsrat den Entscheid der Schulkommission höher gewichtet als das Kinderwohl», sagt Karin Gyger, die sich von diesem Rückschlag aber nicht entmutigen lässt: «Wir werden nun die Unterschriftensammlung vorantreiben», sagt sie.

Und erhofft sich einiges davon, dass der Rücklauf und die Reaktionen bisher derart positiv ausgefallen sind: «Je mehr Unterschriften wir zusammenhaben, umso schwieriger wird es für die Stadt, Fakten zu schaffen», sagt sie. «Wir gehen davon aus, dass wir noch vor den Sommerferien die 1600 Unterschriften beisammenhaben. Schliesst die Stadt den Standort Schoren dann trotzdem, würde es sich um eine Verhinderung des Volksrechts handeln.»

Thuner Tagblatt

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