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Weg von der Kirche und wieder zurück in ihren Schoss

Feierlich wurde am Sonntag Pfarrerin Uta Ungerer eingesetzt und die renovierte Thuner Markuskirche eingeweiht.

Mit einem Händedruck beendet Stephan Hagenow die Installation von Uta Ungerer in der Markuskirche.
Mit einem Händedruck beendet Stephan Hagenow die Installation von Uta Ungerer in der Markuskirche.
Verena Holzer

«Wärmendes rund ums Feuer»: So lautete am Sonntag das Thema der Amtseinsetzung von Pfarrerin Uta Ungerer, die mit der Einweihung der frisch renovierten Markuskirche kombiniert wurde. In Nürnberg geboren, ist die neue Pfarrerin an unterschiedlichen Orten in Deutschland aufgewachsen. Das Theologiestudium hat sie in Marburg absolviert, das Vikariat in einer ländlichen Gegend in Hessen. Im Laufe dieser zehnjährigen Ausbildung ist ihr die Kirche als Institution mehr und mehr fremd geworden. Da sie nicht halbherzig Pfarrerin der Landeskirche werden wollte, hat sie sich entschieden, auf ein «verbeamtetes Pfarramt auf Lebenszeit» vorerst zu verzichten.

Neuer Zugang zur Kirche

Die Suche nach einer neuen spirituellen Heimat hat sie in den folgenden Jahren an verschiedene Orte geführt, etwa nach San Francisco und in die Schweiz. Hier arbeitete sie als selbstständige Ritualbegleiterin und gestaltete Hochzeiten und Beerdigungen für Menschen, die Alternativen zur Kirche suchten. Vor zehn Jahren begann sie, zusätzlich als Katechetin KUW-Schüler zu unterrichten. Durch diese Aufgabe fand sie einen neuen Zugang zur Kirche. Im letzten Jahr wurde sie – nun ganzherzig – ordiniert.

Gemeinsam unterwegs sein

Im Juli 2019 ist die Pfarrerin mit ihrer insgesamt achtköpfigen Patchworkfamilie im Pfarrhaus an der Schulstrasse eingezogen. «Es ist eine Freude, in diesen hellen und freundlichen Räumen zu leben und zu arbeiten», sagt sie. Sie habe festgestellt, dass es die Kirchgänger schätzten, das Pfarrhaus wieder bewohnt zu wissen, sagte sie.

«Ich freue mich auf vielfältige und farbige Begegnungen in der neuen Gemeinde.»

Uta Ungerer, neue Pfarrerin an der Markuskirche

Ihr grosser Wunsch ist es, dass neben der Markuskirche auch die Johanneskirche wieder vermehrt für kirchgemeindliche Anlässe genutzt werden kann. Ihr Anliegen ist, als Pfarrerin im Quartier sichtbar und spürbar zu sein und mit den Menschen gemeinsam unterwegs zu sein. «Ich freue mich auf vielfältige und farbige Begegnungen in der neuen Gemeinde – in der Kirche, beim Einkaufen oder gern auf einen Kaffee im Pfarrhaus!»

Das Feuer der Kirche nähren

Nach gut hundert Tagen im Amt wurde sie im Rahmen des Markus-Festes offiziell eingesetzt. Eröffnet wurde das Fest in der Markuskirche mit einem festlichen Zeremoniell. Uta Ungerer erzählte ihre biblische Lieblingsgeschichte vom «Feuer im Dornbusch» auf eigene Art. Installationspfarrer Stephan Hagenow vollzog die Amtseinsetzung. Die Mitarbeitenden der Kirchgemeinde überbrachten Ungerer ihre Segenswünsche. Jeder der rund 190 Gäste erhielt ein von der Pfarrerin selbst gespaltenes «Schyttli», um es vor der Kirche in eines der lodernden Feuer zu werfen, symbolisch für den Wunsch, dass das Feuer in der Kirche immer weiter brennen möge. Danach konnten Speis, Trank und Musik genossen werden, und auch für die Kinder standen verschiedene Aktivitäten auf dem Programm.

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