Wasserwalze beendet Picknick-Abende

Steffisburg

Trotz Prachtwetters holte die Feuerwehr am Mittwochabend die Leute aus dem Flussbett der Zulg. Wenig später zeigte sich, warum.

Wohl dem, der zu dem Zeitpunkt nicht mehr im Flussbett stand. (Quelle: Facebook/Sam Veyre)

Marco Zysset@zyssetli

Es sei ein «Klassiker» gewesen, am Mittwochabend, im Zulgbett in Steffisburg, sagt der Kommandant der Feuerwehr Steffisburg Regio, Guido Sohm: «Zur Feierabend-Zeit war hier das schönste Wetter, viele Leute am Baden, Grillen oder Chillen in der Zulg – und im Eriz wütete ein wüstes Gewitter.» Prompt wurde etwa um 18 Uhr denn auch ein erster Alarm ausgelöst: Die Messstelle bei der Brücke zwischen Eriz und Horrenbach-Buchen zeigte an, dass der Pegel der Zulg sprunghaft angestiegen war.

«Wenn der Alarm eingeht, haben wir jeweils rund eine Stunde Zeit, um zu reagieren», so Sohm. Beim Alarm vom Mittwoch hiess das, dass zwar nicht die Gefahr bestand, dass der Fluss über die Ufer treten würde. «Aber die Wasserwalze stellte eine Gefahr für die Menschen dar, die sich im Flussbett befanden.»

Vom Bahnhof Steffisburg bis zum «Waggelisteg» im Embergboden war die Feuerwehr mit zwei Autos und zu Fuss unterwegs und forderte die Leute auf, das Flussbett zu verlassen. Zudem wurden die Fussgängerunterführungen unter der Bernstrasse und unter der Eisenbahnbrücke gesperrt. Derweil holten die Angehörigen der Feuerwehr Heimberg zwischen dem Bahnhof Steffisburg und dem Zulgspitz die Leute aus dem Flussbett.

«Im Gegensatz zu früher stossen wir heute bei solchen Aktionen auf mehr Wohlwollen», sagt Guido Sohm. «Dank den sozialen Medien machen immer wieder Filme die Runde, die zeigen, mit welcher Wucht das Wasser durchs Flussbett rollt – deshalb sind die Leute heute eher sensibilisiert.» Am Mittwoch dauerte es etwas länger, bis die Wasserwalze kam: Rund 75 Minuten nach dem Alarm rollte sie abwärts der Aaremündung entgegen – unter den Augen zahlreicher Schaulustiger, die das Spektakel aus sicherer Distanz betrachteten, fotografierten und filmten.

Auch die Feuerwehr Heimberg hat die Wasserwalze bildlich festgehalten. (Quelle/Feuerwehr Heimberg)

Thuner Tagblatt

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