Was passiert mit dem Schulhaus?

Thun

Wegen sinkender Schülerzahlen wird das Schulhaus Schoren zumindest vorläufig geschlossen. Das Gebäude soll zwischengenutzt werden.

<b>Die Zukunft des Schulhauses Schoren</b> ist ungewiss.

Die Zukunft des Schulhauses Schoren ist ungewiss.

(Bild: Christoph Gerber)

Mit sinkenden Schülerzahlen haben nicht nur Landgemeinden zu kämpfen. Auch in der Stadt Thun sind sie ein Thema. Wie viele Schüler im Durchschnitt in einer Klasse unterrichtet werden, legt der Kanton fest. Der vom Kanton definierte Durchschnittswert für die Thuner Primarstufe liegt aktuell bei 20,5 pro Klasse.

«Über die gesamte Stadt Thun liegen diese Durchschnittszahlen seit einigen Jahren unter der geforderten Norm», schreibt die Stadt in einer Mitteilung. Dies ist dem Kanton nicht entgangen. Er erteilte der Schulkommission deshalb den Auftrag, Massnahmen auszuarbeiten, damit sich die Stadt Thun den kantonalen Vorgaben zumindest annähert.

Klassen werden geschlossen

Da die Schuleinheit Gotthelf/Obermatt/Schoren im Schnitt die kleinsten Klassen aufweist und damit am meisten von den kantonalen Vorgaben abweicht, hat die Schulkommission beschlossen, dort per Schuljahr 2019/2020 zwei Klassen zu schliessen.

Konkret geht es um die beiden Mehrjahrgangs­klassen (1. bis 3. Schuljahr und 4. bis 6. Schuljahr) im Schulhaus Schoren. Betroffen sind 28 Schüler. Sie werden auf die Schulhäuser Gotthelf und Obermatt (je 14 Schüler) verteilt.

«Ich habe Verständnis für die betroffenen Eltern und Schüler», sagt Schulkommissionspräsident Mark van Wijk. Das Schulhaus habe eine gewisse Be­deutung im Quartier.

Und es zu verlieren, sei nicht schön. Die Schulleitung habe verschiedene Lösungen geprüft, die vorliegende sei aber jene, welche «die grösstmögliche Stabilität» bringe. «Wir wollen nicht nächstes Jahr schon wieder über Klassenschliessungen sprechen», sagt van Wijk.

Mit der nun beschlossenen Lösung hätte man für mindestens drei Jahre Ruhe im Quartier, sagt van Wijk. Dies sei der Zeitraum, welchen die Schulkommission für die Zukunftsplanung jeweils heranziehe.

Die Schliessung des Schulhauses Schoren hat zur Folge, dass die betroffenen Schüler einen längeren Schulweg in Kauf nehmen müssen. Die Vorgaben im Zusammenhang mit der Länge oder der Sicherheit würden aber eingehalten, schreibt die Stadt in ihrer Mitteilung. Wenn immer möglich würden die Schüler als Gruppe in die neuen Klassen eingeteilt.

Folgen hat der Beschluss auch für zwei Lehrpersonen. «Für den Verlust der Lektionen am Schulhaus Schoren werden im Rahmen der Pensenplanung im neuen Schuljahr Lösungen gesucht», schreibt die Stadt Thun. Teilkündigungen seien jedoch nicht ausgeschlossen.

Zukunft ungewiss

Was mit dem Schulhaus passiert, ist ungewiss. Die Stadt Thun will es in seiner aktuellen Funktion aber noch nicht abschrieben. «Im Gebiet Gwatt-Schoren-Buchholz sind mittel- bis langfristig mehrere Bauprojekte geplant, was zu einer Zunahme der Bevölkerung führen wird», schreibt sie. Es sei deshalb denkbar, dass es in ein paar Jahren wieder als Standort für die Volksschule benötigt wird.

Die Stadt will das Gebäude zwischennutzen. Im Vordergrund steht dabei eine Vermietung an Dritte. «Die Abklärungen darüber, was alles möglich ist, haben erst gerade begonnen», sagt Simone Tanner, Kommunikationsbeauftragte der Stadt Thun. Man habe dem Entscheid der Schulkommission nicht vorgreifen können.

Thuner Tagblatt

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt

Loading Form...