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Hasliberger Flurnamen: Von Abenbiel bis Zytchöeggen

Wider das Vergessen der Flurnamen: Drei Mannen aus der Kulturkommission haben ein Buch und einen Plan mit gut 1200 solcher Namen erarbeitet.

Die drei Verfasser des Buches «Flurnamen Hasliberg» (v.l.): Hans von Bergen, Walter Huber und Andreas von Bergen. Foto: Anne-Marie Günter
Die drei Verfasser des Buches «Flurnamen Hasliberg» (v.l.): Hans von Bergen, Walter Huber und Andreas von Bergen. Foto: Anne-Marie Günter

Es beginnt mit Abenbiel, Abensyten, Abenweidli und endet zwischen Wäälenen, Zylhang und Zytchöeggen, das alphabetische Verzeichnis der Hasliberger Flurnamen. Beigeordnet ist jeweils eine Seitenzahl. Die entsprechende Seite im neuen Buch ist eine Luftaufnahme der Landschaft, zu welcher der Flurname gehört.

Das 41,7 Quadratkilometer grosse Gemeindegebiet zwischen Brünigpass und Baumgarten/Engstlenalp ist in mehrere Sektoren eingeteilt, und so wird das Finden der Flurnamen leicht. Sie helfen Auswärtigen, bestimmte Orte zu finden, und Einheimischen, die ursprünglichen Namen nicht zu vergessen. Für Interessierte sind sie eine Fundgrube: Da gibts Ortbeschreibendes wie steinig Eggelti, Seltenes wie Stattmür, mehrere Hoschtettli, fünf Schwingplätze und einen Ort, der Schrundbalmhirelleni heisst.

Das Wissen der Hüterbuben

Erarbeitet hat das Buch eine Gruppe der Kulturkommission, bestehend aus Dres von Bergen, Hans von Bergen und Walter Huber. Als Hüterbuben haben alle drei früh gelernt, wo das Vieh zu finden ist, immer auch mit der Namensbezeichnung. Vertreter der heutigen Alpbesitzer haben sie bei der Erarbeitung des Verzeichnisses unterstützt.

«Ich danke allen, die geholfen haben, die Namen von Alpen und Dörfern zusammenzutragen», sagt Dres von Bergen an einer sehr gut besuchten Vernissage. Entstanden ist ein broschiertes Buch im Querformat, das auch Fotos der Hasliberger Landschaft im Sommer und Winter enthält. Mit der Firma Flotron zusammen wurde auch ein entsprechendes Planwerk erstellt.

Über den Brünig

Auf der Suche nach der Form für ein Flurnamenverzeichnis fand die Gruppe das Know-how bei Albert Vogler aus Lungern, der für seine Gemeinde etwas Ähnliches geschaffen hat. Josef und Beat Imfeld, zuständig für die meisten Fotos, sind ebenfalls Obwaldner. Gedruckt wurde das Buch bei von Ah Druck AG Sarnen. Walter Huber lobte die freundnachbarliche Zusammenarbeit.

Hans von Bergen begann seine Ansprache mit einem Gedicht von Ernst Nägeli (1919 bis 1996), Hasliberger Schriftsteller, Vordenker und einst Redaktor «Der Oberhasler». Es handelt davon, dass nicht vom Himmel gefallen ist, wie man Haslitiitsch richtig schreibt. Hans Dauwalders Buch zum Thema heisst «Haslitiitsch, wie mma s seid und cha schriiben». «Kann» und nicht «schreibt», steht da.

Beim Zusammenstellen der Flurnamen haben sich die Autoren laut Hans von Bergen danach gerichtet, wie die Leute die Namen aussprechen. Ein Lehrbuch für haslideutsche Grammatik ist das Buch sicher nicht, aber dafür eine mit Landschaftsbildern angereicherte Fundgrube für Flurnamen wie Tübenchropf, undrem Chatzenfliehli oder Steiwurfchännel. Gemeindepräsident Arnold Schild, dem die Umsetzung eines lang vorbereiteten Projekts spürbar ein Anliegen war, freute sich, dass damit in Hasliberg Geschichte lebendig bleibt.

Das Buch «Flurnamen Hasliberg» kostet 30 Franken und ist erhältlich bei der Gemeinde, den Tourismusbüros Hasliberg und Meiringen und der Buchhandlung Meiringen. Für Spezialisten gibt es auch das Planwerk zu kaufen (140 Franken).

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