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Vom Leben mit einer Handprothese

Im ersten WAGtalk stellten sich im Gwatt ein Manager und ein Körperbehinderter den Fragen des Moderators zum Thema «Arbeit – Behinderung und Technik».

Sie sprachen übers Thema «Arbeit – Behinderung und Technik (v.l.): Michael Fornasier, der seiner Behinderung dank Hightech ein Schnippchen schlägt, Jens Bleher, Geschäftsführer der Fritz Studer AG in Steffisburg, und Moderator Peter Siegenthaler. Foto: Hans Kopp
Sie sprachen übers Thema «Arbeit – Behinderung und Technik (v.l.): Michael Fornasier, der seiner Behinderung dank Hightech ein Schnippchen schlägt, Jens Bleher, Geschäftsführer der Fritz Studer AG in Steffisburg, und Moderator Peter Siegenthaler. Foto: Hans Kopp

Im Rahmen des 60-jährigen Bestehens der Wohn- und Arbeitsgemeinschaft Gwatt, WAG, sind ab diesem Monat vier WAGtalks mit diversen Persönlichkeiten geplant, welche zu sozialpolitischen Themen Stellung nehmen werden. Im ersten Gespräch am Montagabend fühlte der Thuner Vizestadtpräsident Peter Siegenthaler zwei unterschiedlichen Gästen auf den Zahn.

Es waren dies der ohne rechten Arm geborene Michael Fornasier aus dem Freiburgischen und Jens Bleher, Geschäftsführer der Fritz Studer AG in Steffisburg. Den rund 90 im Deltapark erschienenen Interessierten wurde mit dem Talk-Thema «Arbeit – Behinderung und Technik» rasch klar, dass es zwischen den beiden Gästen unter sich und der WAG durchaus Gemeinsamkeiten gibt.

«Die Handprothese verfügt über lediglich rund 15 Prozent der Bewegungsmöglichkeiten einer natürlichen Hand.»

Michael Fornasier, der ohne rechte Hand geboren wurde

Die Mitarbeitenden der WAG fertigen in den betriebseigenen Werkstätten für die Studer AG mechanische Teile mit einem jährlichen Auftragsvolumen von rund 400'000 Franken an. «Ich bin mit deren Arbeit hochzufrieden» betonte Bleher.

Ein technisches Wunderding

Wie die Leute in der WAG ist auch Michael Fornasier behindert, denn er wurde ohne rechte Hand geboren. Doch heute schlägt er der Behinderung dank Hightech ein Schnippchen. Seit viereinhalb Jahren besitzt er eine bionische Handprothese. Diese verfügt über sechs unabhängige Motoren sowie einen Karbonschaft. Mit Muskelimpulsen und Smartphone kann die 1,2 Kilogramm schwere «verrückte Handprothese» (Originalton Fornasier) individuell gesteuert werden.

Neugier bei Kindern»

«Trotzdem verfügt diese über lediglich rund 15 Prozent der Bewegungsmöglichkeiten einer natürlichen Hand», schränkte Fornasier ein. Moderator Peter Siegenthaler wollte auch wissen, wie die Leute beim Anblick der Handprothese reagierten. «Meistens sind die Reaktionen positiv, Neugier herrscht jeweils bei Kindern», sagte Michael Fornasier. Mit seiner 2016 ins Leben gerufenen Stiftung Give Children a Hand setzt er sich für Kinderprothesen aus dem 3-D-Drucker für 500 Franken ein.

Die Skepsis von Bleher

In der Fragerunde erkundigte sich eine WAG-Mitarbeiterin, ob die Studer AG im Sinne von «Arbeit vor Rente» auch über geschützte Arbeitsplätze verfüge. Dies treffe zu, versicherte Jens Bleher. Einer gesetzlichen Auflage, wonach die Unternehmen verpflichtet würden, einen gewissen Prozentsatz von Behinderten zu beschäftigen, steht er skeptisch gegenüber. Vielmehr müsste die soziale Verantwortung freiwillig wahrgenommen werden.

Musikalisch umrahmt wurde der Anlass vom WAGmusic!-Ensemble.

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