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Vater nahm Waffe seines Sohnes an sich – und wurde verurteilt

Weil ein Vater seinen Sohn vor Ärger bewahren wollte, nahm er dessen Schreckschusspistole an sich. Dabei übertrat er mehrere Verbote und wurde deshalb in Thun zu einer Geldstrafe verurteilt.

Der Mann hatte die Waffe mit in sein Auto genommen. Er habe dadurch seinen Sohn schützen wollen, beteuert er.
Der Mann hatte die Waffe mit in sein Auto genommen. Er habe dadurch seinen Sohn schützen wollen, beteuert er.
iStock/Symbolbild

Beim Aufräumen fand ein Vater in den Sachen des Sohnes eine Schreckschusspistole und ein paar Patronen. Die Pistole sah täuschend echt aus, und der Vater glaubte, es handle sich um eine echte Waffe. Es stellte sich dann heraus, dass der Sohn die Schreckschusspistole in Spanien gekauft hatte. Er feuerte dort ein paar Schuss ab und nahm die Pistole am Ende der Ferien mit nach Hause, wo er sie in einen Schrank legte. Dort fand der Vater sie rund achtzehn Monate später.

Der entsetzte Vater nahm die Waffe an sich, um sie bei sich aufzubewahren oder zu entsorgen. Weil er vom Sohn direkt zur Arbeit fuhr, legte er die Pistole erst einmal im Auto in die Schublade unter dem Fahrersitz, dort, wo er auch sein Portemonnaie aufbewahrt, wenn er nicht privat, sondern als Taxichauffeur unterwegs ist. Nach Feierabend wollte er sie dann in die Wohnung mitnehmen.

Der Vater bediente an diesem Abend fünf oder sechs Gäste. Der letzte Gast, es war inzwischen zwei Uhr morgens, hatte kein Geld dabei und wollte nicht bezahlen. Ganz im Gegenteil, der Taxifahrer hatte den Eindruck, dass dieser Gast ihm sein Portemonnaie stehlen wollte.

Zum Schluss bezahlte der Fahrgast die Fahrt, rief dann aber bei der Polizei an und behauptete, der Fahrer habe ihn mit einer Pistole bedroht, was dieser aber energisch bestritt. Der Gast muss die Waffe in der Schublade gesehen haben. Tatsächlich fand die Polizei die Schreckschusspistole im Auto, was eine Anzeige wegen Vergehens gegen das Waffengesetz zur Folge hatte.

«Wollte Sohn schützen»

Der Vater akzeptierte den Strafbefehl nicht, und so kam es am Donnerstag zur Hauptverhandlung vor der Einzelrichterin. Der Beschuldigte war von seiner Unschuld überzeugt. Er habe nichts Falsches gemacht, er habe nur seinen Sohn schützen wollen.

Er hat zum Beispiel nicht gewusst, dass es einen schriftlichen Vertrag braucht, wenn eine Waffe den Besitzer wechselt – selbst dann, wenn es sich um Vater und Sohn handelt. Er hat auch nicht gewusst, dass er eine Waffentragbewilligung benötigt hätte, denn im Taxi war die Waffe öffentlich zugänglich. Sie war nicht weggeschlossen, wie es zum Beispiel in einem abgeschlossenen Handschuhfach der Fall gewesen wäre.

Die Gerichtspräsidentin stellte auf die Aussagen des Beschuldigten ab und senkte die Geldstrafe für die fehlende Waffentragbewilligung und die Busse wegen der beiden Übertretungen. Ein Freispruch wegen Irrtums kam für sie nicht infrage.

«Dass der Umgang mit Waffen streng reguliert ist, wissen heute alle. Es wäre ein Leichtes gewesen, sich im Internet über das Waffengesetz zu informieren», sagte sie. Der Mann wurde zu einer Geldstrafe von 12 Tagessätzen zu 30 Franken, einer Busse von 600 Franken und zur Übernahme der Verfahrenskosten verurteilt.

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