Zum Hauptinhalt springen

Umleitung über die Thuner Allmend steht bereit

Bis Ende 2020 führt die A6 Richtung Spiez über die Allmend. Nächsten Dienstag wird der temporäre Verkehrskorridor in Betrieb genommen. Auf dem Abschnitt wird Tempo 80 gelten – jedenfalls meistens.

Grobes Geschütz: Mit dieser Maschine werden Löcher in die Tunnelwand gebohrt – und anschliessend mit Hochdruck Zementmischungen in den Hohlraum gepresst. Der so entstehende Betonkörper stabilisiert künftig die Wand.
Grobes Geschütz: Mit dieser Maschine werden Löcher in die Tunnelwand gebohrt – und anschliessend mit Hochdruck Zementmischungen in den Hohlraum gepresst. Der so entstehende Betonkörper stabilisiert künftig die Wand.
Patric Spahni
Gebohrt: Die Löcher müssen im genau richtigen Winkel in der Tunnelwand verlaufen.
Gebohrt: Die Löcher müssen im genau richtigen Winkel in der Tunnelwand verlaufen.
Patric Spahni
Die Baustelle Allmendtunnel A6. Die Umfahrung des Tunnels ist bald in Betrieb. Hier fahren die Fahrzeuge wieder auf die Autobahn.
Die Baustelle Allmendtunnel A6. Die Umfahrung des Tunnels ist bald in Betrieb. Hier fahren die Fahrzeuge wieder auf die Autobahn.
Patric Spahni
1 / 10

Tag für Tag passieren 45'000 bis 50'000 Fahrzeuge den Allmendtunnel in Thun. Rund die Hälfte der Automobilisten wird sich ab kommender Woche umgewöhnen müssen. Da die zwei Tunnel­röhren für die Sanierung ab­wechselnd gesperrt werden müssen, weicht der Verkehr in Fahrtrichtung Spiez auf einen temporären zweispurigen Korridor über die Allmend aus.

Am Montag haben Vertreter des Bundesamts für Strassen ­(Astra) vor Ort die Details des Projekts erläutert und dabei auch die weiteren Baustellen vorgestellt, welche im Zuge der Gesamterneuerung der A6 zwischen Thun-Nord und Thun-Süd nötig werden (vgl. auch Kasten).

Umleitung ab 14. November

Die Umleitung auf den ober­irdischen Korridor erfolgt in der Nacht von Montag, 13., auf Dienstag, 14. November, um Mitternacht. Derzeit laufen letzte Vorbereitungsarbeiten an den zwei Rampen, welche die Panzerpiste unterqueren und auf respektive von der Allmend wieder weg­führen. Das Astra hat die Höchstgeschwindigkeit für den Korridor auf 80 Stundenkilometer fest­gelegt. Vor einem Jahr war auch Tempo 60 zur Diskussion gestanden. «Es hat sich gezeigt, dass die temporäre Fahrbahn genügend breit ist, sodass sie sich für Tempo 80 eignet», sagt Beat Aeberhard, Gesamtprojektleiter beim Astra.

Viel Platz bleibt freilich dennoch nicht: Da ein Pannenstreifen fehlt, steht den Lenkerinnen und Lenkern in der Mitte des rund ei­nen Kilometer langen Abschnitts eine Nothaltebucht zur Verfügung. Die Höchstgeschwindigkeit kann tagsüber, sofern es die Baustelle erfordert, jeweils für kurze Zeit auf Tempo 60 reduziert werden – «allerdings nicht während der Spitzenzeiten», erklärt der Chef der Astra-Filiale in Thun, David Wetter. Damit die Auto­mobilisten nicht zu sehr von den Panzern oder vom restlichen Betrieb auf der Allmend abgelenkt werden, wurden auf beiden Seiten Sichtschutznetze hochgezogen.

Tunnel höher und sicherer

Die Arbeiten im und am Tunnel selbst beginnen ebenfalls am 14. November. Die Röhre in Richtung Spiez wird bis Mai 2019 saniert, jene in Richtung Bern von Juni 2019 bis Oktober 2020. Der Verkehr Richtung Bern fliesst auf zwei Spuren durch die jeweils freie Röhre. «Seit wir ihn vor 46 Jahren in Betrieb nahmen, ist der Allmendtunnel nie mehr von Grund auf saniert worden», sagt Beat Aeberhard. Diverse Arbeiten seien deshalb jetzt überfällig. So weist etwa der Beton an Wänden und Decken Schäden auf, die Betriebs- und Sicherheitsanlagen sind veraltet, und die Durchfahrtshöhe ist nach heutigen Normen zu niedrig.

Das Astra wird die Fahrbahn in beiden Röhren um 50 Zentimeter absenken. So erreicht das Lichtraumprofil die vorgeschriebene Höhe. Die Aussenwände im gewölbten Tunnel werden künftig nicht mehr abgeschrägt, sondern gerade sein. Weiter erhalten alle Wände ein neues Fundament. Auch die Decken haben gelitten und werden daher zusätzlich verstärkt, besonders im Bereich der Panzerpisten.

Auf der Fahrbahn wiederum wird der Beton- durch einen lärmärmeren Schwarz­belag ersetzt. Letzterer kommt etwa auf der bereits sanierten Teilstrecke zwischen Kiesen und Rubigen zum Einsatz. Für verbesserte Sicherheit sorgen unter anderem sieben SOS-Nischen pro Röhre – nicht zu verwechseln mit Nothaltebuchten. Bislang verfügte der Allmendtunnel über keine derartigen Nischen.

Nach der Sanierung sollte der Tunnel «für die kommenden 20 bis 30 Jahre gerüstet» sein, sagt Aeberhard. Ende 2020 wird der temporäre Korridor auf der Allmend wieder komplett zurückgebaut. Der Ausblick aufs eindrückliche Alpenpanorama ist eine Attraktion auf Zeit.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch