Trotz Vorbehalten wird die Allmendstrasse saniert

SP und Grüne können die Sanierung der Allmendstrasse trotz Sicherheitsbedenken nicht verhindern.

Die Allmendstrasse in Thun, vom Kreisel Waldeck aus fotografiert. Nach dem gestrigen Ja im Stadtrat wird die Stadt kommendes Jahr ab hier stadteinwärts einen 700 Meter langen Strassenabschnitt umfassend sanieren.

Die Allmendstrasse in Thun, vom Kreisel Waldeck aus fotografiert. Nach dem gestrigen Ja im Stadtrat wird die Stadt kommendes Jahr ab hier stadteinwärts einen 700 Meter langen Strassenabschnitt umfassend sanieren.

(Bild: Patric Spahni)

12'000 Fahrzeuge verkehren täglich auf der 70-jährigen Allmendstrasse. Sie reicht vom Lerchenfeld bis zum Guisankreisel. Die hohe Belastung dieser wichtigen Einfallsachse in die Innenstadt hat Schäden an Belägen, Randabschlüssen oder Schächten verursacht. Sie muss daher «nicht nur repariert, sondern grunderneuert werden», heisst es in den Stadtratsunterlagen.

Nachdem die Stadt 2016 und 2017 den Abschnitt von der Kreuzung Bypass bis zur Stockhornstrasse sanierte, ist für 2019 die 700 Meter lange Strecke von der Kreuzung Waldeck im Lerchenfeld bis zum Kreisel bei der Kehrichtverbrennungsanlage (KVA) vorgesehen.

Der Abschnitt wird sich danach ähnlich präsentieren wie der bereits erneuerte – mit einem Mehrzweckstreifen, der die Fahrbahnen trennt, mit zwei Meter breiten Radstreifen für die Velofahrenden, «grosszügigen» Trottoirs sowie Mittelinseln bei den Fussgängerstreifen. Überdies soll der provisorische Kreisel Waldeck in einen definitiven umgebaut werden.

Vertiefte Prüfung nötig?

Vom Gesamtkredit in der Höhe von 5,43 Millionen Franken für die Sanierungsetappe 2019 hatte der Stadtrat gestern über den Investitionsanteil von 885000 Franken zu befinden. Zunächst gab die STI-Bushaltestelle Waldeck zu reden, die im Zuge der Sanierung neu behindertengerecht ausgestaltet wird. Philipp Deriaz (SVP), Hanspeter Aellig (FDP) und Jonas Baumann (FdM) wiesen auf die Gefahr von Rückstaus hin, weil keine Bushaltebucht geplant ist.

«In den Stosszeiten könnte das ein Problem werden», so Aellig. Und Deriaz meinte: «In diesem Punkt sollte der Gemeinderat nach einer besseren Lösung suchen.» Bauvorsteher Konrad Hädener (CVP) konnte indes darlegen, dass – wegen der anzuhebenden Höhe der Trottoirkante und der Fahr-Radien der Busse – eine Bucht hier technisch gar nicht möglich wäre. Verkehrszählungen hätten zudem ergeben, dass kaum mit Rückstaus zu rechnen sei.

Die Ratslinke pochte im Gegenzug auf die ungenügende Sicherheit für den Langsamverkehr. «In Kreiseln sind gerade Velofahrende besonders gefährdet. Deshalb sollten wir sie mit einem Bypass aussen vorbeilenken», sagte Adrian Christen. Als positives Beispiel nannte er den neuen Kreisel an der General-Wille-Strasse.

Support erhielt Christen von den Grünen. Thomas Hiltpold hielt fest: «Um ein Maximum an Sicherheit herauszuholen, ist eine vertiefte Prüfung nötig.» Letztlich waren die Meinungen zum Geschäft aber bereits zu gefestigt. Ein Rückweisungsantrag von SP und Grünen wurde mit 24 zu 11 Stimmen abgelehnt, der Kredit dann mit 24 zu 4 Stimmen bei 7 Enthaltungen gutgeheissen.

gbs

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt