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Thuner Taxifahrer wehren sich gegen Einbahnregime

Weil Taxis wegen der aktuellen Baustellensituation Umwege in Kauf nehmen müssen, dauern die Fahrten für Kunden länger – und sind teurer.

Während Busse der STI und Velos auf der Oberen Hauptgasse in beide Richtungen verkehren dürfen, bleibt die Durchfahrt allen anderen Fahrzeugen ab Lauitor in Richtung Bahnhof verwehrt.
Während Busse der STI und Velos auf der Oberen Hauptgasse in beide Richtungen verkehren dürfen, bleibt die Durchfahrt allen anderen Fahrzeugen ab Lauitor in Richtung Bahnhof verwehrt.
Patric Spahni

«Wir verstehen, dass diese Baustellen sein müssen, aber die Verkehrsführung ist nicht sinnvoll.» Zurkani Isaki, Taxiunternehmer bei ABC Taxi in Thun, ist nicht gut zu sprechen auf die aktuelle Verkehrssituation in der Innenstadt. «Es ist ein Fluch», findet er.

«Die Verkehrs­führung ist nicht sinnvoll.»

Zurkani IsakiVertreter Thuner Taxirat

Konkret ein Dorn im Auge sind dem Mitglied des Thuner Taxirats die neuen Einbahnabschnitte auf der Allmendbrücke Richtung Guisankreisel und im Bereich Freienhofgasse-Obere Hauptgasse Richtung Lauitor, die auch nach der Baustellentätigkeit aufrechterhalten werden sollen, sowie die temporäre Sperrung der Marktgasse für private Motorfahrzeuge und Taxis in Richtung Berntor.

Bereits kurz nach Beginn der Bauarbeiten Anfang April nahmen Isaki und weitere Vertreter des Taxirats mit dem städtischen Polizeiinspektorat Kontakt auf.

Ihr Ziel: Gleich lange Spiesse wie Velos und STI-Busse, die auf den genannten Einbahnabschnitten im Gegenverkehr fahren dürfen. «Es wäre ja nicht so, dass dann dauernd Taxis auf diesen Strecken unterwegs wären», sagt der Unternehmer. Das Ansinnen wurde jedoch abgelehnt.

Höhere Preise wegen Umweg

Zurkani Isaki hat ausgerechnet, dass der Umweg wegen des Verkehrsregimes beispielsweise auf der kurzen Route von Hünibach zum Bahnhof Thun 1,7 Kilometer beträgt. Die Extraschlaufe kostet Zeit – und dadurch für die Taxikunden Geld, wie Isakis Taxiratkollege Markus Spät von Taxikusi bemerkt: «Eine Fahrt für 13 Franken kostet neu 20 Franken.

Das ist ein Aufschlag von 50 Prozent.» Dass dies nicht gut ankommt, liegt auf der Hand. «Die Leute motzen oder steigen früher aus», erzählt Taxiratvertreter Rolf Perren von Oesch Taxi. Und Mehmet Güler von AA-Taxi Thun findet es gar «respektlos», wenn man mit den Fahrgästen immer und immer wieder im Stau stehe. «Ich benötigte einmal 45 Minuten, um vom Spital an den Bahnhof zu gelangen», sagt Güler.

Hädener begründet Status quo

Dass sich für die Taxifahrer etwas ändert, ist unwahrscheinlich. Bauvorsteher Konrad Hädener (CVP) begründet stattdessen den Status quo: «Die STI-Busse vom rechten Thunerseeufer rollen als Zweierpakete durch Obere Hauptgasse und Freienhofgasse, um jeweils eine einzige Grünphase auszunutzen.»

«Taxis führen typischerweise Einzelpassagiere.»

Gemeinderat Konrad Hädener

Diese «einschneidenden Massnahmen» könne die Stadt nicht unterlaufen, indem sie Taxis im Gegenverkehr auf diesem Strassenabschnitt zulasse. Hädener gibt zudem zu bedenken: «Im Gegensatz zu den STI-Bussen mit jeweils Dutzenden Passagieren führen die Taxis typischerweise Einzelpassagiere.»

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