Meister der Farben mit 91 Jahren verstorben

Vergangenen Dienstag starb Knud Jacobsen. Sein Werk ist Teil der Stadtgeschichte.

Knud Jacobsen beim Fotoshooting anlässlich seines 90. Geburtstags 2018 in seinem Atelier an der Hofstettenstrasse.

Knud Jacobsen beim Fotoshooting anlässlich seines 90. Geburtstags 2018 in seinem Atelier an der Hofstettenstrasse.

(Bild: Kerem S. Maurer)

Der schweizerisch-dänische Maler Knud Jacobsen ist tot. Er starb am letzten Dienstag im Alter von 91 Jahren, wie seine langjährige Lebenspartnerin Kathy Dietrich am Samstag in einer Todesanzeige in dieser Zeitung mitteilte.

Jacobsen war eine prägende Figur. Neben Grafiken, Aquarellen, Gemäl­den, Zeichnungen, Lithografien, Holz­schnitten und Collagen ist Jacobsen auch für seine Kunst im öffent­lichen Raum wie etwa die Wandmalerei im Bärensaal Dürrenast oder das Relief an der Aussenwand der Alterssiedlung Sonnmatt bekannt: Das künstlerische Wirken von Knud Jacobsen ist sozusagen ein Teil der Thuner Geschichte.

2012 erhielt er den Kulturpreis der Stadt. «Je trister die Welt, desto farbiger will ich sie wiedergeben», sagte er gegenüber dieser Zeitung im letzten Jahr, anlässlich seines 90. Geburtstags. So erachtete er die Farbe als das Wesentliche an seinen Werken, nicht das Sujet. Gerade seine späteren Werke fallen durch ihre Farbenpracht auf: «Sonne und Schatten inspirieren mich, dieses Verhältnis farbig darzustellen.»

Erster Galerist in Thun

Der 1928 in Algier geborene Jacobsen lebte seit seinem fünften Altersjahr in Thun. Weil er die deutsche Sprache anfangs nicht verstand, begann er zu zeichnen. Nach einer Töpferlehre besuchte Knud Jacobsen in Bern die einst bekannte Malschule Max von Mühlenen und absolvierte danach die Kunstgewerbeschule. Später arbeitete er als selbstständiger Grafiker.

Der Vater einer Tochter und zweier Söhne gestaltete nicht nur Holzschnitte und Grafiken aller Art, sondern ebenso Plakate, Broschüren und Gessler-Bilder für den Ausschiesset. 1958 gründete Jacobsen die Galerie Aarequai, zusammen mit sieben weiteren Kunstschaffenden, unter ihnen Paul Gmünder und Etienne Clare. «Es war damals die erste Galerie überhaupt zwischen der Berner Nydeggbrücke und der Grimsel-Staumauer», sagte der Maler 2016 gegenüber dieser Zeitung.

«Je trister dieWelt, desto farbiger will ich siewiedergeben.»Knud Jacobsen

Jacobsens Werke sind auch in der Sammlung des Thuner Kunstmuseums vertreten. Bis zum 3. August sind einige seiner Werke in der Galerie Rosengarten im Bälliz 64 ausgestellt. Gemäss den Angaben in der Todesanzeige findet auf Wunsch von Knud Jacobsen keine Trauerfeier statt.

sda/ska/lbr/jzh

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