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Reife Leistung des FC Thun

Der FC Thun bezwingt Luzern souverän 2:0. Obwohl Coach Marc Schneider diverse Wechsel hatte vor­nehmen müssen, agierten die Oberländer von Beginn an dominant. «Das gibt uns Luft», hält Coach Marc Schneider mit Blick auf die Tabelle fest.

Der Thuner Dennis Hediger kämpft gegen Pascal Schürpf um den Ball.
Der Thuner Dennis Hediger kämpft gegen Pascal Schürpf um den Ball.
Keystone
Matteo Tosetti rettet den Ball vor Claudio Lustenberger.
Matteo Tosetti rettet den Ball vor Claudio Lustenberger.
Keystone
Die FC Thun-Spieler feiern den Treffer zum 1:0.
Die FC Thun-Spieler feiern den Treffer zum 1:0.
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Nach 80 Minuten hat Francesco Ruberto genug. Der Thuner Keeper hechtet und vergräbt den Ball sicher unter sich – es ist eine Parade für die Galerie; die Inter­vention wäre nicht nötig ge­wesen, weil der Abschlussversuch aus einer Abseitsposition entstanden war. Ruberto allerdings dürfte einfach froh über ein bisschen Bewegung gewesen sein.

Denn: Von den Luzernern wurde er nie gefordert. Die Gäste ­hinterliessen einen bedenklich schwachen Eindruck. «Wir haben es nicht geschafft, dass alle hundert Prozent gaben. Das ist bitter, da darfst du dich nicht wundern, wenn du als Verlierer vom Platz musst», sagt Markus Babbel. Der FCL-Coach wirkt nach der 0:2-Niederlage konsterniert, sechs Spiele de suite hat seine Equipe nun nicht mehr gewinnen können.

Ganz anders präsentiert sich verständlicherweise die Gemütslage von Marc Schneider. Der Thuner Coach betont: «Ich bin stolz auf die Jungs.» Weil mit Roy Gelmi, Stefan Glarner (beide gesperrt) und dem angeschlagenen Mickaël Facchinetti gleich drei Stammspieler fehlten, sah sich Schneider zum Rotieren gezwungen. In der Abwehrkette figurierten mit Zugang Silvano Schäppi, Chris Kablan und Sandro Lauper drei Akteure, die ansonsten nicht gesetzt sind oder auf einer anderen Position spielen. «Sie haben ihre Aufgabe super gelöst. Aber ich bin nicht überrascht, ich wusste, dass diese Spieler Qualitäten haben», sagt Schneider.

Zieglers Kurzauftritt

Vorab in der ersten Hälfte war der FC Thun seinem Gegner über­legen. Die Oberländer gingen konsequent in die Zweikämpfe, machten vor allem über die linke Seite Druck. Nach einer knappen halben Stunde überschlugen sich dann die Ereignisse: Erst ver­gaben Simone Rapp und Marvin Spielmann zweimal aus bester Position, dann erzielte Dennis Hediger nach einem Eckball mit einem platzierten Schuss die verdiente Führung. «Wir sind mit der richtigen Mentalität in dieses Spiel gegangen», sagt der Captain. «Wir hatten zwei Möglichkeiten: entweder über Taktik und die Abwesenden zu diskutieren, wie wir das zuletzt vielleicht zu oft getan hatten, oder uns auf uns zu fokussieren.»

Nun, dem 1:0 waren drei gewonnene Zweikämpfe der Oberländer vorausgegangen. «Wir waren hungriger als der Gegner, haben das Tor richtiggehend erzwungen», sagt Hediger. Er war die prägende Figur im Thuner Ensemble, und er krönte seine Leistung mit seinem ersten Saisontreffer. «Das ist speziell», meint er lächelnd, «meine Frau hat Geburtstag, sie hat dieses Tor verdient.»

Sinnbildlich für den Luzerner Auftritt steht derweil Reto Ziegler. Der in Sitten nicht mehr erwünschte Verteidiger absolvierte seinen ersten Einsatz für den neuen Arbeitgeber; nach 22 Minuten prallte er mit Ruberto zusammen, blieb benommen und blutend liegen. Zwar spielte Ziegler noch weiter, musste aber dann mit Verdacht auf eine Hirnerschütterung ausgewechselt werden. Es passte ebenso ins Bild, dass dem 2:0 ein Missverständnis in der Luzerner Abwehr vorausging. Nach einer Flanke Matteo Tosettis prallte der Ball von Keeper Jonas Omlin zu Verteidiger Christian Schneuwly und dann via die Wade Simone Rapps ins Tor.

Hedigers Versprechen

Derweil die nächsten Tage beim notorisch unruhigen FC Luzern ziemlich ungemütlich werden dürften, nehmen die Thuner die Länderspielpause entspannt in Angriff. «Wir haben uns für den Aufwand belohnt, den wir be­trieben hatten», sagt Schneider, «das gibt uns Luft.»

Ausruhen dürfen sich die Oberländer indes nicht, liegen sie doch nur drei Zähler vor Schlusslicht Lugano. «Wir werden die Pace in der Pause hoch halten», betont Hediger, «denn wir brauchen mehr Punkte.»

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