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SP droht weiter mit dem Referendum

Gegen die ZPP Freistatt sind bei der Stadt zwei Einsprachen eingegangen. Die Grünen wollen ein «Leucht­turmprojekt», die SP fordert mehr gemeinnützigen Wohnungsbau – und droht notfalls mit dem Referendum.

Die Überbauung Freistatt an der Länggasse in Thun (Bildmitte) wird in den kommenden Jahren ein neues Gesicht erhalten.
Die Überbauung Freistatt an der Länggasse in Thun (Bildmitte) wird in den kommenden Jahren ein neues Gesicht erhalten.

Wenn es um die Entwicklung von Thun geht, fällt ein Begriff so gut wie immer: Das Areal Freistatt im Länggassquartier. Die Stadt will an der genossenschaftlich organisierten Wohnsiedlung exemplarisch aufzeigen, wie die Verdichtung nach innen gelingen kann.

Nach der Mitwirkung und der Vorprüfung durch den Kanton legte das städtische Planungsamt die Zonenplanänderung für die Zone mit Planungspflicht (ZPP) Freistatt nun öffentlich auf. Am Montag ist die Frist für Einsprachen zu Ende gegangen.

Drei Viertel statt ein Drittel

Nicht einverstanden mit den Zonenplanvorschriften ist die SP Thun. Wie schon im April 2018, als der Gemeinderat die Eckwerte der ZPP bekannt gab (wir berichteten), beurteilt die Partei sie als «ungenügend».

Die SP hat daher gemäss einer Medienmitteilung Einsprache erhoben. Die Erneuerung des Freistattareals sei für die Stadt «eine grosse Chance, das gemeinnützige Wohnen zu stärken». Dies habe auch die Thuner Regierung in der Wohnbaucharta und in der Wohnstrategie so festgehalten.

Die SP fordert deshalb, «mindestens drei Viertel für den gemeinnützigen Wohnungsbau und nicht nur mindestens ein Drittel, wie es der Gemeinderat vorsieht». Weiter wollen die Sozialdemokraten, dass die Freistatt zum ersten Plusenergiequartier der Stadt entwickelt wird. Es gebe diverse Referenzprojekte im Raum Bern, die als Vorbilder dienen könnten.

Aus Sicht der SP ist das Areal überdies «bestens dazu geeignet, das Leben ohne Auto zu fördern». Sie pocht auf einen Parkplatzbedarf von maximal 0,5 pro Wohnung. Der Gemeinderat beabsichtigt in diesem Punkt eine flexible Bandbreite von 0,5 bis 1.

Die Sozialdemokraten stellten bereits vor Jahresfrist ein Referendum in Aussicht, sollte ihren Erwartungen nicht entsprochen werden. Nun bekräftigen sie ihre Ankündigung, ein Referendum sei weiterhin «nicht ausgeschlossen».

«Leuchtturm» gefordert

Ebenfalls eine Einsprache eingereicht haben die Thuner Grünen. Inhaltlich ähnelt die Kritik jener der SP: So wird etwa ein maximaler Parkplatzbedarf von «einem Parkplatz pro zwei Wohnungen oder weniger» verlangt. «Mit seiner optimal erschlossenen Lage ist das Areal geradezu für den autofreien Wohnungsbau prädestiniert», sagt der grüne Stadtrat Till Weber.

Ausserdem will die Partei die Umsetzung des Labels 2000-Watt-Areal und den Standard Plusenergiequartier als verbindliche Vorgabe in den Architekturwettbewerben festschreiben lassen.

Und: Gleich wie die SP erachten die Grünen beim gemeinnützigen Wohnungsbau einen Anteil von 75 Prozent als angezeigt, fordern in ihrer Einsprache indes «einen Anteil von mindestens 50 Prozent». Zusammenfassend hält der grüne Stadtrat Thomas Rosenberg an die Adresse des Gemeinderats fest: «Uns fehlt klar der Wille zu einem ökologischen und sozialen Leuchtturmprojekt auf dem Areal.»

Auf Nachfrage dieser Zeitung bei allen Thuner Parteien hat sich einzig noch die CVP zum Thema geäussert. Sie «stimmt der ZPP grundsätzlich zu», wie Präsident Alois Studerus erklärt – und erhebt daher auch keine Einsprache. Die Partei zeigt sich mit dem Anteil des gemeinnützigen Wohnungsbaus von einem Drittel zufrieden. Die CVP ist zudem einverstanden mit der vorgegebenen Bandbreite bei den Parkplätzen.

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