Schoren-Eltern doppeln mit Beschwerde nach

Die Eltern im Schoren in Thun akzeptieren den Entscheid der Schulkommission, die beiden Klassen zu schliessen, nach wie vor nicht. Nun haben sie eine Beschwerde eingereicht.

Kinder spielen auf dem Pausenplatz des Schulhauses Schoren. Doch schon bald wird es nicht mehr als solches genutzt. Foto: Patric Spahni

Kinder spielen auf dem Pausenplatz des Schulhauses Schoren. Doch schon bald wird es nicht mehr als solches genutzt. Foto: Patric Spahni

Im Schorenquartier brodelt es wegen der angekündigten Schliessung von zwei Schulklassen nach wie vor. Die Gemüter haben sich auch nach der Elterninformation vom letzten Mittwochabend nicht beruhigt.

Im Gegenteil: Anfang dieser Woche hat die Elterngruppierung Pro Schoren eine Beschwerde beim Thuner Gemeinderat eingereicht, in welcher sie nochmals ihre Argumente ins Feld führt und den Antrag stellt, dass die beiden Mehrjahrgangsklassen weiterhin im Schulhaus Schoren einquartiert bleiben. Gleichzeitig verlangen die 24 aufgeführten Personen, unter ihnen auch zwei Schüler, aufschiebende Wirkung, bis ein rechtsgültiger Entscheid vorliege.

«Salamitaktik der Stadt»

Eine der Hauptängste der Schoren-Eltern ist, dass mit der Schliessung der beiden Klassen auch das Primarschulhaus als solches ausgedient hat. Trotz anders lautender Aussagen der Stadt, die betont, dass lediglich eine Zwischennutzung vorgesehen sei, bis das Schulhaus wieder in Betrieb genommen werde: «Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass die Stadt jetzt beispielsweise eine private Schule oder eine Musikschule einquartiert und diese dann nach vier oder fünf Jahren, wenn sich diese etabliert hat, wieder rauswirft», sagt Karin Gyger, welche als Sprachrohr der Gruppe fungiert.

Vielmehr vermutet sie eine Salamitaktik der Stadt dahinter: «Die Stadt spekuliert doch nur darauf, dass sich diese Übergangsnutzung zum Definitivum entwickelt, an dem nicht mehr gerüttelt werden kann.»

In der Beschwerde verlangt die Gruppierung denn auch Einsicht in die Protokolle der Schulkommission, die sich für die Klassenschliessungen im Schoren aussprach, und sie stellt die Entscheidungsfindung als solches infrage. Denn dabei sei vor allem dem Umstand, wie wichtig das Schulhaus für den Zusammenhalt im Quartier sei, keine Rechnung getragen worden.

Offener Brief beantwortet

Seit Donnerstag liegt nun auch die Antwort des Gemeinderats auf den offenen Brief der Eltern von Mitte Dezember vor. Die Stadt hat diese via Medienmitteilung verschickt. Darin verweist die Stadtregierung darauf, dass sie sich anlässlich zweier Sitzungen mit dem Schreiben der Eltern befasst und unter anderem festgelegt habe, dass es sich um keine defintive Schliessung handle und sie am Schulstandort Schoren festhalten wolle:

«Der Gemeinderat ist überzeugt, dass mit den geplanten Überbauungen Hoffmatte und Bostudenzelg die Schülerzahlen so weit steigen, dass im Schulhaus wieder Klassen geführt werden können», steht da geschrieben. Nicht zur Diskussion stehe auch ein Verkauf des Schulhauses. Vielmehr müsse bei der angestrebten «quartierverträglichen» Zwischennutzung darauf geachtet werden, dass Klasseneröffnungen auch kurzfristig möglich sein sollten und das Schulhaus unverändert als Wahl- und Abstimmungslokal und der Pausenplatz als Quartiertreffpunkt genutzt werden könnte.

Der Gemeinderat, der auch Verständnis für die Sorgen der Eltern zeigt, betont, dass seine Antwort gleichzeitig auch eine Beantwortung der Petition darstellt, welche bisher bereits über 1800 Personen unterschrieben haben und welche Ende Monat der Stadt übergeben werden soll. Darin enthaltene Fragen betreffend Klassenschliessung allerdings hat die Stadt an die Schulkommission weitergeleitet.

Die Stadt verweist in ihrem Schreiben auch darauf, dass sie nicht für die Behandlung der erwähnten Beschwerde zuständig ist. Sie habe diese deshalb an die zuständige Stelle der kantonalen Erziehungsdirektion weitergeleitet.

Thuner Tagblatt

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