Präsenz auf Berner Seite verstärken

Das Unesco-Welterbe Jungfrau-Aletsch will sein Info-Netz im Berner Oberland verstärken. Das und mehr erfuhren die Delegierten der Stiftergemeinden am Freitag.

Für alpine Stimmung auf dem Thunersee sorgten «Tächa»-Musiker Ueli von Allmen und die Stifterversammlung, die ihn mit Holzlöffeln begleitete.

Für alpine Stimmung auf dem Thunersee sorgten «Tächa»-Musiker Ueli von Allmen und die Stifterversammlung, die ihn mit Holzlöffeln begleitete.

(Bild: Sibylle Hunziker)

Am gefragtesten sind bei Gästen Informationen über Gletscher, berichtete Rebecca Schmid vom Management-Zentrum des Unesco-Welterbes an der Stifterversammlung auf dem Thunerseeschiff «Stockhorn». «Dass diese Gletscher mit dem Klimawandel wegschmelzen, ist eine wirtschaftliche Unsicherheit», sagte Stiftungsratspräsident Heinz Karrer.

«Doch wir haben auch unglaublich schöne Möglichkeiten, Menschen zu sensibilisieren.» 2018 lernten über 2200 Kinder das Welterbe an Erlebnistagen kennen, rund 200 nahmen zusätzlich an einer Alpenwoche in SAC-Hütten teil.

Ohne Handy bergwärts

Wie sich seine Neuntklässler aus Zollikofen in dieser Woche für das Quellwasser im Bächlital begeisterten und selbst steile Fusswege und ein Leben ohne Handyempfang sportlich nahmen, berichtete Lehrer Claude Graber. «Solche Erlebnisse lösen Denkprozesse über Dinge aus, die im Alltag als selbstverständlich gelten.» Auch für harte Arbeit sind die Jugendlichen zu haben, weiss Landwirt Heinz Brog. «Wichtig ist, dass man ihnen gut erklärt, warum es ihren Einsatz braucht.» So werden ihm diesen Sommer zwei Schulklassen des Gymnasiums Thun beim Entbuschen der Voralp Rotlaui ob Guttannen helfen, weil in der Landwirtschaft immer mehr Arbeitskräfte fehlen und weil verbuschte Alpen sowohl landwirtschaftlich als auch ökologisch an Wert verlieren.

Das Gymnasium Thun hat bereits 2018 im ganzen Gebiet Umwelteinsätze geleistet, ebenso wie weitere Schulen und Freiwilligengruppen. Sensibilisierend wirkt auch das World Nature Forum in Naters, das letztes Jahr über 11’100 Eintritte verzeichnete und das 2019 als Europäisches Museum des Jahres (EMYA) nominiert ist. In etwas kleinerem Rahmen informieren die Welterbe-Ausstellung im Grimselhospiz und das Welterbe-Schaufenster der Plattform Haslital in Meiringen.

Zwei weitere sponsorenfinanzierte Info-Punkte solle es im Oberland sicher noch geben, sagte Geschäftsleiter Hans-Christian Leiggener. Interesse meldete Gemeindepräsidentin Marianna Lehmann für Wilderswil an. Mit Nachdruck wies Leiggener auf den Leistungsauftrag hin, das Naturerbe zu erhalten – weshalb etwa auch um die V-Bahn hart diskutiert worden sei. Jungfraubahn-CEO Urs Kessler wünschte sich im Landschaftsschutz keine höheren Hürden.

Exklusiver werden

Ein Dorn im Auge ist Kessler die Zunahme der Welterbe-Regionen, und er regte eine exklusivere Liste der «Top 5» an. Ausnahmslos alle Anwesenden durften hingegen in der ad-hoc-Band mitmachen, die Ueli von Allmens Musik nach alpiner Tradition mit Holzlöffeln begleitete.

Thuner Tagblatt

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