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Patrouille Suisse als «Lottosechser»

Dem Verein Seenachtsfest ist es nach 2015 erneut gelungen, die Patrouille Suisse an den Thunersee zu verpflichten. Die F-5 Tiger donnern am 29. Juli über den See und die Bucht.

Die Patrouille Suisse fliegt am Spiezer Seenachtsfest 2015 über den Thunersee Richtung Schloss und Bucht. Dieses Bild wird es auch am kommenden 29. Juli an der 45. Auflage des grössten Sommerfestes am Thunersee geben.
Die Patrouille Suisse fliegt am Spiezer Seenachtsfest 2015 über den Thunersee Richtung Schloss und Bucht. Dieses Bild wird es auch am kommenden 29. Juli an der 45. Auflage des grössten Sommerfestes am Thunersee geben.
Markus Hubacher

«Wir sagten uns, wenn es klappt, ist es gigantisch – wie ein Sechser im Lotto», sagt Nicole Wyss. Der Verein Seenachtsfest Spiez sollte den Hauptgewinn denn tatsächlich auch einfahren. «Wir haben gerade erst die schriftliche Zusage der Schweizer Luftwaffe erhalten.» Die Medienverantwortliche des grössten Sommerfestes am Thunersee betont, die Patrouille Suisse habe bereits ihren Spiezer Auftritt vor zwei Jahren «sehr ­genossen». Sie zitiert Flugstaffel-kommandant Nils Hämmerli.

Die sechs bejahrten F-5 Tiger werden am Samstag, 29. Juli, über den See, den trutzigen Bergfried von Schloss Spiez und die Bucht donnern. Wyss verspricht eine «atemberaubende Show», präzis und live kommentiert. Wie 2015 seien sie den ordentlichen Weg über die Bewerbung bei der Luftwaffe gegangen. «Wir taten dies, weil wir damals einen Riesenerfolg feiern konnten.»

Laut Nicole Wyss seien viele der 11 000 zahlenden Besucher – Zehntausende rund um den See profitieren jeweils von einem kostenlosen Spektakel – nur der Flugshow wegen ans Seenachtsfest gekommen. Wie beim ersten Auftritt dürfte die Schau erneut rund 20 Minuten dauern. Die Patrouille Suisse wird ihre Swissness in Spiez am frühen Abend versprühen.

VBS: «Hat keinen Einfluss»

Das Einzige, was die Spiezer zum guten Gelingen beitragen müssen, ist eine zusätzliche Versicherung – nebst der üblichen Veranstalterhaftpflicht- eine Halterhaftpflichtversicherung für die Militärflugzeuge. Und wie steht es mit dem Risiko? Jüngst gab es zwei Vorfälle mit Fliegerstaffeln der Schweizer Armee: Am 9. Juni 2016 stürzte ein F-5 Tiger der Patrouille Suisse an einer Flugshow bei Leeuwarden in den Niederlanden ab.

Der Pilot konnte sich mit dem Schleudersitz retten. Und erst vergangenen Freitag sorgte die PC-7-Staffel an der Ski-WM in St. Moritz für eine Schrecksekunde, als ein Flieger das Seil einer TV-Kamera kappte, worauf diese mitten in den Zielraum stürzte. «Wir haben diesbezüglich mit Nils Hämmerli Rücksprache genommen. Es gebe keinerlei Bedenken, da es sich bei der PC-7-Staffel um eine andere Flugshow handle, meinte er», so Nicole Wyss. Dass der jüngste Vorfall im Engadin, der dank viel Glück keine Verletzten gefordert hat, keinen Einfluss auf das Programm der Patrouille Suisse hat, bestätigt VBS-Sprecher Renato Kalbermatten. «Die PC-7 hingegen fliegt derzeit keine Vorführungen mehr.»

Dies, bis Untersuchungsergebnisse vorlägen und allfällige politische Entscheide gefällt seien. Laut Jürg Nussbaum, Chef Kommunikation der Luftwaffe, gehen jährlich rund 100 Anfragen für Vorführteams ein – «am beliebtesten ist die Patrouille Suisse». Das weiss auch die Spiezer Vizegemeindepräsidentin Jolanda Brunner (SVP), die von einer «Attraktion und Bereicherung des Seenachtsfestes» spricht. Die Anfrage des Vereins ist denn auch mit dem Segen des Gemeinderats erfolgt.

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