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Oldtimer-Flieger heisst jetzt «Stadt Thun»

Auf dem Flugplatz wurde gestern ein Oldtimer-Flugzeug auf den Namen «Stadt Thun» getauft ­­­– jedoch ohne den Ehrengast.

Vermisster Ehrengast: Diese Dewoitine D.26 hätte gestern in Thun getauft werden sollen. Sie konnte aber wegen des schlechten Wetters zuerst nicht fliegen. Die Aufnahme zeigt das Flugzeug auf einem früheren Flug.
Vermisster Ehrengast: Diese Dewoitine D.26 hätte gestern in Thun getauft werden sollen. Sie konnte aber wegen des schlechten Wetters zuerst nicht fliegen. Die Aufnahme zeigt das Flugzeug auf einem früheren Flug.
pd

Trotz niedrigen Temperaturen, Nieselregen und einem herbstlichen Wind wohnten im Rahmen des Internationalen Bückertreffens gestern rund hundert flugbegeisterte Zuschauer der Taufe eines der letzten in Thun gebauten Flugzeuge, einer Dewoitine D.26, bei. Nur der Ehrengast konnte bei der eigentlichen Taufe nicht dabei sein: Wegen einer Regenfront über Lausanne, wo die Dewoitine starten sollte, konnte der Flieger seine Reise nach Thun nicht in Angriff nehmen.

«Bei Regen sieht der Pilot einfach nichts, und er hat auch keine Instrumente, nach denen er fliegen könnte. Bei strömendem Regen würde man beispielsweise auch nicht mit dem Motorrad fahren. So ähnlich ist es auch beim Fliegen mit der Dewoitine», erklärt Andreas Wegier, OK-Chef des Internationalen Bückertreffens. «Sobald sich das Wetter verbessert, fliegt die Dewoitine via Neuenburg nach Thun.»

Enger Zusammenhang

Damit die Taufe trotzdem durchgeführt werden konnte, entschieden die Organisatoren kurzerhand, die Taufe mithilfe der bereits anwesenden Dewoitine, die den Namen «Stadt Grenchen» trägt, abzuhalten. «Die Stadt Thun und der Waffenplatz sind eng mit der Entstehung der Schweizer Luftwaffe verbunden»: Mit diesen Worten eröf­fnete Waffenplatzkommandant Hans Jörg Diener seine Taufansprache.

Von 1915 bis 1955 wurde die Kleine Allmend als militärischer Flugplatz genutzt, und von 1915 bis 1943 wurden in Thun Flugzeuge für die Schweizer Luftwaffe hergestellt. «Mit der Taufe einer der letzten Dewoitines, die in Thun gebaut wurden, kommt nun die elftgrösste Stadt der Schweiz zu der verspäteten Ehre, einem hier gebauten Flugzeug ihren Namen zu geben», sagte Diener. Taufpaten der Dewoitine waren der Stadtratspräsident Andreas Kübli (GLP) und Sandra Ryser (SVP), ehemalige Stadt­präsidentin.

Akzeptanz und Hoffnung

Natürlich durften zur Taufe der Dewoitine auch die guten Wünsche nicht fehlen. «Ich möchte dazu Wilbur Wright zitieren, der sagte: ‹Das einzig Gefährliche am Fliegen ist die Erde.› Im Umgang mit den Elementen musste der Mensch realisieren, dass er trotz bester Vorbereitungen mit Kräften konfrontiert werden kann, die seine Fähigkeiten übersteigen», sagte Hans Jörg Diener. «Bei der Taufe geht es also neben der Namensgebung auch um die Akzeptanz dieser Realitäten und um die Hoffnung, dass man in diesen existenziellen Situationen nicht nur auf die eigenen Kräfte angewiesen ist.»

Um die Taufe abzuschliessen, wurde dem stellvertretenden Flugzeug der Name «Stadt Thun» gegeben und mit Klebestreifen das Wappen der Stadt aufgeklebt. «Die Dewoitine trägt nun den Namen Thun in die Welt hinaus. Wir wünschen der Dewoitine ‹Stadt Thun› einen guten Flug und allen, die damit fliegen, dass sie wohlbehalten zur Erde zurückkehren», sagte der Waffenplatzkommandant zum Schluss der Taufe.

Andere auch betroffen

Wegen des schlechten Wetters konnten auch die ausländischen Oldtimer-Flugzeuge, die eigentlich im Verlauf des gestrigen Morgens in Thun eintreffen sollten, nicht wie geplant starten. «Organisatorisch ist bis jetzt alles perfekt gelaufen. Jetzt hoffen wir einfach, dass uns Petrus wohlgesinnt ist, dass die restlichen Flugzeuge auch noch kommen können», sagte OK-Präsident Andreas Wegier. «Es waren trotzdem schon viele Leute hier, und das älteste Flugzeug des Anlasses hat den Flug von Bern nach Thun bereits jetzt geschafft.»

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