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Wasserspiele im Thuner Aarebecken sollen 100 000 Gäste anlocken

Der «Thuner Wasserzauber» soll im nächsten Sommer scharenweise Besucher aus der ganzen Schweiz in die Stadt bringen. Der Anlass wird rund 400 000 Franken kosten. Als Hauptsponsor konnten die Veranstalter die Migros gewinnen.

Janine Zürcher, Gabriel Berger
Der Lac Grenon in Crans-Montana mit einem Wasserspiel.
Der Lac Grenon in Crans-Montana mit einem Wasserspiel.
zvg
Im Aarebecken in Thun soll die Lichtshow stattfinden.
Im Aarebecken in Thun soll die Lichtshow stattfinden.
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Die Stadt erhält einen neuen Grossanlass: den «Thuner Wasserzauber». Ab August 2020 soll die Licht-, Ton- und Wassershow im Aarebecken jährlich 100 000 Schaulustige anlocken. Das teilte die Stadt Thun am Donnerstag mit. Am 13. Dezember entscheidet der Stadtrat, ob das Projekt vorerst für vier Jahre mit jährlich 150 000 Franken unterstützt werden soll.

Die Show mit Lasereffekten und Bildprojektionen wird auf einer temporären Flossinstallation gezeigt. Organisiert wird sie von der Thuner Agentur Cosmos Event GmbH. Initiator und für die Koordination zuständig ist der Wirtschaftsraum Thun (WRT). Als Technikpartner ist die Consortium Eventtechnik GmbH aus Wien mit dabei.

Das Projekt «Wasserzauber» passe gut in die Marketingstrategie der Stadt, sagt Stadtpräsident Raphael Lanz (SVP). «Es ist eines unserer Legislaturziele, unser Image als Stadt am Wasser zu stärken.»

Detailplanung steht an

«In diesem Projekt stecken eineinhalb Jahre Planungsarbeit», sagt Lanz. Eine Baubewilligung sei laut Regierungsstatthalter Marc Fritschi nicht nötig. «Alle weiteren Bewilligungen werden wir einholen, sobald die Detailplanung abgeschlossen ist. Diese starten wir, wenn der Stadtrat den Kredit genehmigt.» Bereits im Vorfeld, sagt Lanz, habe die Stadt gemeinsam mit dem Veranstalter vorgeprüft, ob es «unüberwindbare Hürden» für das Projekt gebe. Man stehe unter anderem in Kontakt mit dem Fischereiinspektorat, der Seepolizei und dem Amt für Landwirtschaft und Natur.

Die Anwohner entlang des Aarequais wurden im Voraus nicht über das geplante Projekt informiert. «Es sind Informationsmassnahmen für sie geplant», sagt Lanz. «Es ergeben sich nach heutigem Stand keine grossen Beeinträchtigungen.» Denn die Nachhaltigkeit ist ein wichtiges Stichwort für die Wasserzauber-Planer. «Wir wollten nicht durch Feuerwerk Feinstaubemissionen generieren», sagt der Stadtpräsident. Das für die Fontänen benötigte Wasser wird laut der Stadt direkt vor Ort aus der Aare entnommen und qualitativ unverändert dem weiteren Flussverlauf übergeben. Strom wird von der Energie Thun AG bezogen. Licht und Ton sollen so installiert werden, dass sie weder Mensch noch Natur stören. Er gehe auch nicht davon aus, dass der Wasserzauber zusätzlichen Verkehr – insbesondere auf der Hofstettenstrasse – generieren werde, sagt Raphael Lanz: «Wir empfehlen, mit dem ÖV an den Anlass zu reisen.»

Die Show soll voraussichtlich von Mittwoch bis Sonntag jeweils nach Einbruch der Dunkelheit laufen, dies zwischen dem 8. August und dem 27. September 2020. Die Shows sind wetterunabhängig und kostenlos. Entlang des Aarequais ist ein Gastronomiebereich mit einer Lounge, einer Roof-Top-Bar und weiteren Verpflegungsmöglichkeiten vorgesehen. Als Hauptsponsor konnten die Veranstalter die Migros gewinnen. Die Kosten für das ganze Projekt sollen jährlich 413 500 Franken betragen, dazu kommen Dienstleistungen der Stadt Thun im Rahmen von rund 50 000 Franken jährlich.

«Nationale Ausstrahlung»

Laut der Dokumentation, die die Stadt verschickt hat, soll der neue Event jährlich eine Wertschöpfung von rund einer Million Franken generieren. Es werden also durchschnittliche Ausgaben von 10 Franken pro Person erwartet. «Das ist noch sehr konservativ gerechnet», sagt WRT-Geschäftsführer Stefan Otziger. Allein die Betreiber des Restaurants Dampfschiff, das beim Austragungsort liegt, würden von einem Vielfachen des Betrags ausgehen. So oder so findet Otziger, dass der neue Event «in der Lage ist, überregionale bis nationale Ausstrahlung zu erreichen». Thun sei im ganzen Land die erste Stadt, die etwas in dieser Art anbieten könne. «Mit dem ‹Thuner Wasserzauber› schaffen wir im Sommer ein neues Flaggschiff neben den Thunerseespielen.»

Bislang hat die Cosmos Event GmbH Kooperationsverträge mit Sponsoren mit einer Dauer von vier Jahren abgeschlossen. «Wir gehen davon aus, dass wir bei einem Erfolg des Angebots die Verträge um weitere vier Jahre verlängern werden», blickt Otziger voraus. Das Beispiel «Rendezvous Bundesplatz» in Bern zeige, dass Lichtshows auch über einen längeren Zeitraum gut funktionieren. Es würden bereits Ideen existieren, die Shows mit wechselnden Themen stets neu zu halten. Als Fixpunkte bleiben die Elemente Wasser, Ton und Licht.

Die Finanzierung des «Thuner Wasserzaubers» ist laut Otziger «zu 90 Prozent gesichert» – dies unter der Voraussetzung, dass der Stadtrat in zwei Wochen den Beitrag von 150 000 Franken genehmigt. Der WRT seinerseits engagiert sich mittels Dienstleistungen der Geschäftsstelle.

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