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Neuer Anlauf zur Belebung des Platzes

Der Thuner Viehmarktplatz soll attraktiver werden. Das regen Stadträte mehrerer Fraktionen in einer Interpellation an – einmal mehr. Eine neue Interessengemeinschaft steht mit einer konkreten Vision bereit.

Ein Biergarten im deutschen Nürnberg vor historischer Kulisse. So oder ähnlich stellt sich die IG Unterstadt einen möglichen Stadtgarten mit Gastronomie auf dem Viehmarktplatz vor der Thuner Stadtmauer vor. Foto: PD
Ein Biergarten im deutschen Nürnberg vor historischer Kulisse. So oder ähnlich stellt sich die IG Unterstadt einen möglichen Stadtgarten mit Gastronomie auf dem Viehmarktplatz vor der Thuner Stadtmauer vor. Foto: PD

Er diente als Halteplatz für Reisecars, bot Raum für eine Kunstinstallation, stand zwei Vereinen als temporäre Bleibe für einen Gemüse- und Kräutergarten zur Verfügung oder beherbergte den mobilen Pumptrack. Aktuell wird er als Installationsplatz für die diversen Baustellen rund ums Berntor genutzt.

Die Rede ist vom Viehmarktplatz – jenem Platz in Thun, der seit Jahren am meisten zu reden gibt. Am 6. Juni befasst sich der Stadtrat an seiner nächsten Sitzung – zum wiederholten Mal – mit der Fläche vor der historischen Stadtmauer. Grund ist eine im März eingereichte und für dringlich erklärte Interpellation der Fraktionen SVP, Grüne/Junge Grüne und SP.

Platz «visuell aufwerten»

Die Interpellanten bezeichnen die Situation in der unteren Altstadt als «nach wie vor unbefriedigend». Massnahmen zur Attraktivitätssteigerung seien bisher ausgeblieben; zudem würden die Baustellen die Lage zusätzlich erschweren. Im Vorstoss wird indes auch auf ein neues, in der Öffentlichkeit noch unbekanntes Projekt der Interessengemeinschaft (IG) Unterstadt hingewiesen.

Es sieht auf dem Viehmarktplatz einen Stadtgarten «mit Wasserspiel, Raum für Spiel und Sport sowie ein Gastronomieangebot zur Belebung des Platzes» vor. Die Interpellanten zeigen sich von der Idee überzeugt und wünschen, dass die Stadt das Projekt «möglichst rasch» prüft und wo immer möglich unterstützt.

Hinter der IG Unterstadt stehen knapp 50 Anwohner, Hauseigentümer, Arbeitnehmer und Geschäftsinhaber aus der unteren Altstadt. Den Vorsitz hat Gage Plecic, Betreiber des Clubs Vamp und der Tequilabar La Cueva in der Unteren Hauptgasse. Die IG blickt «der kulturellen Abwanderung Richtung Mühleplatz mit grosser Sorge entgegen», wie es in den Unterlagen zum Projekt heisst.

Der geplante Biergarten soll dem Abhilfe schaffen – indem er jeweils während der Sommermonate ein Ort «zum Verweilen und Entschleunigen, für Kinder und Familien, Jung und Alt» wird. Das gastronomische Angebot bestreiten würden die Restaurants der Unteren Hauptgasse, denen aktuell keine Aussenplätze zur Verfügung stehen.

Auf Anfrage hält Gage Plecic fest, dass der Fokus in einem ersten Schritt auf einer «visuellen Aufwertung» des Platzes läge und erst danach auf der Gastronomie. «Es ist ein Projekt für die ganze Bevölkerung. Wir wollen die Menschen wieder vermehrt in diesen Teil der Stadt locken», sagt Plecic und fügt mit Blick auf die teils gehässigen Reaktionen wegen der Baustellen rund ums Berntor an: «Es geht auch darum, diese Energie auf eine positive Art zu kanalisieren.»

(Noch) nicht zonenkonform

Wenn alles nach Plan läuft, will die IG Unterstadt den Stadtgarten bereits auf den Sommer 2020 hin umsetzen. Die Regierung sendet grundsätzlich positive Signale: «Der Gemeinderat begrüsst diese private Initiative», schreibt er in den Stadtratsunterlagen. Er weist jedoch auch darauf hin, dass das Vorhaben «zum heutigen Zeitpunkt nicht zonenkonform» wäre.

Eine temporäre Nutzung stehe daher im Vordergrund. Als weitere Knacknuss dürfte sich der Umstand erweisen, dass die Stadt den Viehmarktplatz auch in den kommenden Jahren als Installationsplatz für diverse weitere Baustellen im Visier hat. Als mögliche Alternativen für diesen Zweck nennt die Regierung unter anderem den Vorplatz des Eisstadions Grabengut oder das Berntorgässli.

Der Gemeinderat stellt in seiner Antwort auf die Interpellation in Aussicht, einen Entscheid zum weiteren Vorgehen bis spätestens im Spätsommer 2019 vorzulegen.

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