«Möbel – Das bin ich»

Brenzikofen

Mit natürlicher Farbe und Tapete restauriert und verändert Jasmin Rupp alte Möbel. Ihr Ziel ist Nachhaltigkeit. Etwas, das sie in möglichst vielen Bereichen ihres Lebens ausüben möchte.

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«Ich habe schon immer einen Bezug zu alten Möbeln gehabt», sagt Jasmin Rupp. «Wenn ich ein altes Möbelstück neu gestalte, dann passiert es sehr intuitiv. Diese Gabe wurde mir geschenkt. Das macht mich sehr glücklich.» Die 42-jährige Thunerin Jasmin Rupp ist gelernte Malerin, doch seit 20 Jahren widmet sie sich immer mehr der Restauration und dem Upcycling von alten Möbeln.

Ihren ersten Stuhl hat sie bereits während ihrer Lehre restauriert. «Dass wir immer mehr restaurierte, alte Möbel hatten, ist aus unserer Überzeugung heraus entstanden, keine Standardware besitzen zu wollen», sagt ihr Ehemann Bernhard Rupp. «Die Qualität der Machart und des Designs von alten Möbeln ist meistens viel höhe, und so wurden es immer mehr.»

Weg vom Wegwerfen

Gemeinsam mit ihren Kindern leben die beiden auf einem Biobauernhof in Brenzikofen, wo sie nebenbei auch Schottische Hochlandrinder halten. «Der Hof hat ursprünglich meinen Eltern gehört, und wir haben vor 8 Jahren angefangen, ihn zu betreiben», sagt Bernhard Rupp. «Ich arbeite immer noch als Schreiner, deshalb wollten wir eine Rinderart, die möglichst anspruchslos ist und die sich für die extensive Haltung eignet.» Jasmin Rupp ergänzt: «Uns beiden ist die Nachhaltigkeit sehr wichtig. Ich mache das mit Kunst, Bernhard in der Landwirtschaft.»

«Ein Möbel muss mir eine Geschichte erzählen, nur so kann ich etwas daraus machen.»Jasmin Rupp

Sie beide wollen nämlich wegkommen von der Wegwerfgesellschaft und die Nachhaltigkeit in möglichst vielen Bereichen leben. Diese Philosophie möchte Jasmin Rupp deshalb mit ihrem Atelier auch ihren Kunden näherbringen. «Das Restaurieren und Verändern von Möbeln war 18 Jahre lang mein Hobby», sagt Rupp. «So langsam möchte ich es aber zu meinem Nebenerwerb machen und den Leuten zeigen, was sonst noch aus einem Möbelstück gemacht werden kann. Deshalb gebe ich seit 2 Jahren Vollgas. Was mir jetzt noch fehlt, ist ein Ausstellungsraum, wo ich bereits fertige Möbel ausstellen kann.»

Was genau mit den Möbeln passiert, die in Jasmin Rupps Atelier landen, überlassen die Kunden meistens der Malerin selber. «Ich möchte mich nicht auf etwas spezialisieren. Ein Möbel muss mir eine Geschichte erzählen, nur so kann ich etwas daraus machen», erklärt sie. Besonders Möbel im Barockstil oder aus den 50er-Jahren würden die 42-Jährige ansprechen. «Diese Möbel haben für mich eine ganz besondere Eleganz.»

Die eigene Kunst finden

Der Weg bis hierhin war für Jasmin Rupp und ihre Familie aber nicht immer einfach. Vor 10 Jahren ergab sich ein Einschnitt in ihrem Leben. Sie realisierte, dass sie einige Veränderungen wagen musste. «Ich habe plötzlich gemerkt, dass ich nicht mehr ich selber war», erinnert sich Jasmin Rupp. «Es war zwar eine sehr schwere Zeit, aber ich habe sehr viel an Empathie gewonnen. Ich habe gelernt, das Leben mehr zu geniessen. Das spüre ich auch in meiner Arbeit mit den Möbeln.»

Ihre Faszination für Farben und Formen sei ihr schon früh mitgegeben worden, denn Jasmin Rupp stammt aus einer Familie von Künstlern. «Mein Grossvater war Grafiker, und mein Vater ist Künstler. Auch die Mutter ist sehr kreativ. Ich finde aber, dass jeder seine eigene Art von Kunst finden muss», sagt sie. «Für mich ist die Arbeit mit Tapeten und Farbe sehr natürlich. Bei mir löst das künstlerisches Schaffen aus. Möbel – Das bin ich.»

Weitere Informationen unter: www.jasminrupp.ch & www.ppurehof.ch

Thuner Tagblatt

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