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Das Millionen-Minus ist ausgeblieben

Die Heimberger Jahresrechnung 2016 schliesst mit einem Gewinn von gut 40'000 Franken – und damit weit über eine Million besser als budgetiert. Unter anderem höhere Steuereinnahmen sorgten für das gute Ergebnis.

Der Ball für die Erschliessung des südlichen Ortsteils von Heimberg liegt jetzt wieder bei der Gemeinde.
Der Ball für die Erschliessung des südlichen Ortsteils von Heimberg liegt jetzt wieder bei der Gemeinde.
Christoph Gerber, www.luftbild-drohne-thun.ch

Die dunklen Wolken über Heimberg haben sich verzogen – je­denfalls fürs Erste. Anstatt des budgetierten Defizits von 1,118 Millionen schliesst die Jahresrechnung 2016 der Gemeinde mit einem Gewinn von 40'662 Franken im Gesamthaushalt ab. Dies hat der Gemeinderat gestern mitgeteilt. Das Ergebnis fällt somit im ersten Jahr mit dem neuen Rechnungsmodell HRM2 um fast 1,159 Millionen besser aus als ursprünglich geplant.

Der Gewinn wäre gar noch weit höher ausgefallen, wenn HRM2 nicht vorschreiben würde, dass zusätzliche Abschreibungen gemacht werden müssen, wenn die Investitionen einer Gemeinde nicht 100-prozentig selbst finanziert sind. Diese Abschreibungen belaufen sich fürs Rechnungsjahr 2016 auf fast 770'000 Franken.

Nur halb so viel investiert

Die Frage an den Heimberger Finanzvorsteher drängt sich auf: Hat ihn das gute Resultat überrascht, oder zeichnete es sich im Laufe des Jahres allmählich ab? «Teils, teils», sagt Gemeinderat Peter Flury (SVP). «Einerseits wurden 2016 nicht alle Investitionen getätigt, die wir vorgesehen hatten, andererseits profitierten wir von höheren Steuereinnahmen.»

In der Tat lagen die Nettoinvestitionen mit 2,524 Millionen deutlich unter dem budgetierten Wert von 4,334 Millionen Franken. Als Beispiel für ein aufgeschobenes, kostspieliges Vorhaben nennt Flury die Erneuerung der Wasserleitungen in der Bernstrasse. Dies wird im Zuge der geplanten Überbauung an der Unteren Bernstrasse, über welche die Heimbergerinnen und Heimberger am Wochenende abstimmen werden, nachgeholt.

Bei den Steuern schlugen vor allem jene der Heimberger Firmen zu Buche. Sie lagen um rund 560 000 Franken – fast 70 Prozent – über dem Budget. Auch bei den übrigen direkten Steuern resultierten Mehreinnahmen von knapp 587'000 Franken, was einem Plus von knapp 40 Prozent entspricht. Dadurch fielen die Mindereinnahmen bei den Steuern natürlicher Personen von gut 317'000 Franken wiederum kaum ins Gewicht.

Höhere Gebühren halfen mit

Beim Sachaufwand erzielte die Gemeinde Heimberg Einsparungen von über 700 000 Franken. Hier lag der Grund laut Finanzvorsteher Peter Flury bei tieferen Kosten für den baulichen und betrieblichen Unterhalt sowie beim tieferen Bedarf an Dienstleistungen von Dritten. Die Spezialfinanzierungen zeigen derweil ein uneinheitliches Bild: Während bei Feuerwehr und Abwasser ein Minus resultierte, schlossen Wasser und Abfall im Plus. Bei Letzterem hat «die Gebührenerhöhung ihre geplante Wirkung entfaltet», wie es in der Botschaft des Gemeinderats zur nächsten Gemeindeversammlung (vgl. auch Hinweis am Textende) heisst.

Das Eigenkapital Heimbergs beläuft sich aktuell auf 9,744 Millionen Franken, der Steuersatz beträgt 1,50 Einheiten. Inwieweit hat sich die mittelfristige finanzielle Ausgangslage der Gemeinde nach dem guten Ergebnis gebessert? «Eigentlich hat sich nicht viel geändert», dämpft Finanzvorsteher Flury allfällige Erwartungen. Weil diverse Investitionsprojekte um mindestens ein Jahr verschoben worden seien, würden diese Kosten halt einfach später anfallen. So spreche der Gemeinderat auch nicht über eine Steuersenkung. «Es liefe wohl darauf hinaus, dass wir nach einer Senkung die Steuern auch bald wieder erhöhen müssten», erklärt Flury.

Die Gemeindeversammlung Heimberg findet am 26. Juni um 19.30 Uhr in der reformierten Kirche statt.

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