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Migros macht vorwärts – Überbauung in Warteschleife

Dass die Migros ihren Laden im Oberdorf umbauen wird, beruhigt jene, die einen Wegzug des Grossverteilers befürchtet haben. Die geplante Überbauung Scheidgasse könnte derweil bald wieder Fahrt aufnehmen.

Der Oberdorf Märit in Steffisburg mit dem Supermarkt der Migros. Im Sommer baut der Grossverteiler im Erdgeschoss des Märits im grossen Stil um.
Der Oberdorf Märit in Steffisburg mit dem Supermarkt der Migros. Im Sommer baut der Grossverteiler im Erdgeschoss des Märits im grossen Stil um.
Patric Spahni

Lange war es ruhig gewesen rund um die Migros im Oberdorf. Jetzt gab der Grossverteiler bekannt, dass er den Laden im Steffis­burger Dorfkern im Sommer umbauen will – inklusive aller anderen Räumlichkeiten im Erdgeschoss. Der Oberdorf-Märit sei in die Jahre gekommen und entspreche nicht mehr den heutigen Bedürfnissen, lautete die Begründung.

Noch vor rund zweieinhalb Jahren sah es indes so aus, dass der orange Riese die Fläche seiner Filiale im Oberdorf ­sogar verdoppeln und den Laden hierzu ins erste Untergeschoss verschieben würde. Die vermeintliche Offensive stand damals im Zusammenhang mit dem Projekt für die künftige Nutzung des Gebiets zwischen Pfarrhausweg und Scheidgasse. Mit an Bord waren auch die Gemeinde und die HRS Real Estate AG.

Seither änderte sich die Stossrichtung deutlich. Nachdem die Migros 2015 bekannt gegeben hatte, auch im Gschwend-Areal im Unterdorf einsteigen zu wollen, hiess es neu, dass das Oberdorf «nicht der beste Standort» sei, der zur Verfügung stehe, wie der damalige Leiter Einkaufscenter und Immobilien bei der Migros Aare, Anton Gäumann, sagte. Zuletzt machte sogar das Gerücht die Runde, dass sich der Grossverteiler komplett aus dem Oberdorf zurückziehen könnte.

Entsprechende Sorgen wurden etwa an der letztjährigen Hauptversammlung des Flühli-Leists geäussert (wir berichteten). Mit der jüngsten Ankündigung sind diese Befürchtungen nun fürs Erste relativiert. Auch der Steffisburger Gemeinderat nahm das Projekt der Migros mit Freude zur Kenntnis: «Die Sanierung war während der bisherigen Verhandlungen auch ein zentrales Anliegen des Gemeinderats. Er wird sich weiterhin für eine Attraktivierung im Oberdorf einsetzen», sagt Gemeindepräsident Jürg Marti (SVP) auf Anfrage.

Überbauung Scheidgasse:Volumen bleibt unangetastet

Was die ursprünglich geplante Wohn- und Gewerbeüberbauung zwischen Scheidgasse und Pfarrhausweg anbelangt, gibt man sich auch bei der Gemeinde keinen Illusionen hin. Kürzlich teilte der Gemeinderat mit, dass er für die Sanierungsarbeiten am Bauernhaus an der Scheidgasse 4 Ausgaben von 215 000 Franken bewilligt hat – «da die Überbauung an der Scheidgasse noch nicht realisiert werden kann, jedoch ein hoher Bedarf an Raum im Bauernhaus besteht». Daher werde die Sanierung jetzt vorgezogen.

Marti hält allerdings fest, dass die Gespräche zwischen der Gemeinde, der Migros sowie der HRS «auf Hochtouren» weiterlaufen würden. «Die zentrale Frage lautet derzeit, wer die Detailplanung und die Realisierung an die Hand nehmen wird, da mehrere Grundeigentümer involviert sind», sagt Marti. Der Gemeinderat habe nach wie vor die Absicht, der Bevölkerung – gemeinsam mit den Partnern – demnächst ein «gutes Projekt» zu präsentieren.

«Die zentrale Frage lautet derzeit, wer die Detailplanung und die Realisierung an die Hand nehmen wird.»

Gemeindepräsident Jürg Marti

Das anfänglich in der Über­bauung Scheidgasse geplante Gesundheitszentrum ist inzwischen im Landhaus auf der gegenüberliegenden Strassenseite im Oberdorf vorgesehen (wir berichteten). Trotz dieser Änderung soll sich laut dem Gemeindepräsidenten «am Volumen der Überbauung nichts ändern».

Zur Erinnerung: Das Siegerprojekt von 2014 sah hinter dem Restaurant Bären drei vierstöckige Kuben und entlang der Scheidgasse ein dreistöckiges Gebäude vor – mit dem Gesundheitszentrum direkt hinter dem Bären. Eine reine Wohnüberbauung an diesem Standort sei jedoch kaum realistisch. «Dort, wo das Gesundheitszentrum vorgesehen war, sollen vor allem Gewerbe- und/oder Dienstleistungsbetriebe einziehen», erklärt Marti.

Die Überbauungsordnung für das Gebiet Scheidgasse befindet sich beim kantonalen Amt für ­Gemeinden und Raumordnung zur abschliessenden Vorprüfung. «Sobald der Vorprüfungsbericht vorliegt, können wir den Ball rasch wieder aufnehmen», verspricht der Gemeindepräsident.

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