Meyer Burger: Weiterer Nackenschlag für Thun

Thun

Der Solarzulieferer Meyer Burger baut am Hauptsitz in Thun überraschend nochmals 90 Stellen ab. Künftig werden hier nur noch 50 bis 60 Personen arbeiten.

Weitere Massenentlassung: Meyer Burger baut am Hauptsitz in Thun erneut Jobs ab.

Weitere Massenentlassung: Meyer Burger baut am Hauptsitz in Thun erneut Jobs ab.

(Bild: Keystone)

Philippe Müller

Die jüngste Handelskrise zwischen den USA und China hat weitere Auswirkungen auf den Wirtschaftsstandort Bern: Die Solarfirma Meyer Burger hat im ersten Halbjahr 2018 massiv weniger Aufträge akquirieren können und als Folge davon gestern ein erneutes Restrukturierungsprogramm vorgestellt. Das war zwar so erwartet worden.

Eher überraschend ist aber, dass vom geplanten Stellenabbau erneut der Standort Thun besonders stark betroffen ist und weniger die anderen Niederlassungen in Europa. Rund 90 Stellen werden am Hauptsitz an der Schorenstrasse wegfallen. Die Hälfte davon wird ganz gestrichen, die andere Hälfte nach Europa oder Asien verlagert.

Betroffen sind vor allem die Abteilungen Service und Vertrieb, aber auch Büromitarbeitende sind betroffen. Die Meldung erreicht die Belegschaft zu einem Zeitpunkt, als noch nicht einmal die letzte Massenentlassung vollständig vollzogen ist. Erst im November 2017 hatte Meyer Burger angekündigt, in Thun die Produktion von Diamantdrahtsägen einzustellen und bis Ende 2018 rund 130 Vollzeitstellen abzubauen.

Mieter gesucht

Künftig wird der Solarzulieferer in Thun nur noch 50 bis 60 Personen beschäftigen, je etwa die Hälfte in den Bereichen Administration und Forschung/Entwicklung, weltweit – vor allem in Deutschland und China – werden es noch rund 1000 Angestellte sein.

Wie CEO Hans Brändle an einer Telefonkonferenz mit Medienschaffenden sagte, bleibe Thun Hauptsitz der Gruppe. Die Firma kündigte ebenfalls an, dass zu einem späteren Zeitpunkt die Struktur von Geschäftsleitung und Verwaltungsrat der geringeren Unternehmensgrösse angepasst werden soll. Es könnte also besonders im Verwaltungsrat zu einer Verkleinerung und zu Abgängen kommen.

Der erneute massive Abbau in Thun führt dazu, dass im Gebäudekomplex von Meyer Burger immer mehr Flächen leer stehen werden. Darauf reagiert die Gruppe, indem sie bereits begonnen hat, für nicht mehr benötigte Flächen Mieter zu suchen.

China wird gestärkt

Meyer Burger wird in Zukunft einen wesentlichen Teil seiner weltweiten Vertriebs- und Servicefunktionen für Standardfotovoltaiklösungen in China konzentrieren. Dies, weil die Musik in der Solarindustrie vor allem dort spiele und auch die meisten Kunden dort angesiedelt seien. Das Thuner Unternehmen sieht in diesem Schritt die Chance, mehr Kundennähe aufbauen zu können.

Nach vollständigem Abschluss des Restrukturierungsprogramms erwartet Meyer Burger ab dem Geschäftsjahr 2021 einen positiven Einfluss auf den Betriebsgewinn vor Abschreibungen und Amortisationen (Ebitda) von rund 25 Millionen Franken pro Jahr. Demgegenüber koste die Restrukturierung einmalig circa 11 Millionen Franken, davon fielen 4 Millionen im laufenden Jahr an. Drei Viertel aller Massnahmen werden voraussichtlich bis Ende 2019 umgesetzt.

Kanton hilft erneut

Der Kanton Bern wird den Betroffenen im gleichen Rahmen wie beim Abbau letztes Jahr zur Seite stehen. Damals wurde eine Arbeitsgruppe unter der Leitung des kantonalen Wirtschaftsamtes Beco sowie Vertretern von Meyer Burger, der Mitarbeiter, der Sozialpartner (Unia, Angestellte Schweiz, Wirtschaft Thun Berner Oberland), der Stadt Thun sowie der Regionalen Arbeitsvermittlungszentren, der Arbeitslosenkasse und der Standortförderung ins Leben gerufen. Diese Arbeitsgruppe besteht weiterhin und soll den von Arbeitslosigkeit betroffenen Mitarbeitenden Unterstützung anbieten.

Die jüngste Handelskrise zwischen den USA und China hat weitere Auswirkungen auf den Wirtschaftsstandort Bern: Die Solarfirma Meyer Burger hat im ersten Halbjahr 2018 massiv weniger Aufträge akquirieren können und als Folge davon gestern ein erneutes Restrukturierungsprogramm vorgestellt.

Das war zwar so erwartet worden. Eher überraschend ist aber, dass vom geplanten Stellenabbau erneut der Standort Thun besonders stark betroffen ist und weniger die anderen Niederlassungen in Europa. Rund 90 Stellen werden am Hauptsitz an der Schorenstrasse wegfallen. Die Hälfte davon wird ganz gestrichen, die andere Hälfte nach Europa oder Asien verlagert.

Betroffen sind vor allem die Abteilungen Service und Vertrieb, aber auch Büromitarbeitende sind betroffen. Die Meldung erreicht die Belegschaft zu einem Zeitpunkt, als noch nicht einmal die letzte Massenentlassung vollständig vollzogen ist. Erst im November 2017 hatte Meyer Burger angekündigt, in Thun die Produktion von Diamantdrahtsägen einzustellen und bis Ende 2018 rund 130 Vollzeitstellen abzubauen.

Künftig wird der Solarzulieferer in Thun nur noch 50 bis 60 Personen beschäftigen, je etwa die Hälfte in den Bereichen Administration und Forschung/Entwicklung, weltweit - vor allem in Deutschland und China - werden es noch rund 1000 Angestellte sein. Wie CEO Hans Brändle an einer Telefonkonferenz mit Medienschaffenden sagte, bleibe Thun Hauptsitz der Gruppe.

Die Firma kündigte ebenfalls an, dass zu einem späteren Zeitpunkt die Struktur von Geschäftsleitung und Verwaltungsrat der geringeren Unternehmensgrösse angepasst werden soll. Es könnte also besonders im Verwaltungsrat zu einer Verkleinerung und zu Abgängen kommen.

Der erneute massive Abbau in Thun führt dazu, dass im Gebäudekomplex von Meyer Burger immer mehr Flächen leerstehen werden. Darauf reagiert die Gruppe, indem sie bereits begonnen hat, für nicht mehr benötigte Flächen Mieter zu suchen.

China wird gestärkt

Meyer Burger wird in Zukunft einen wesentlichen Teil seiner weltweiten Vertriebs- und Servicefunktionen für Standard-Fotovoltaiklösungen in China konzentrieren. Dies, weil die Musik in der Solarindustrie vor allem dort spiele und auch die meisten Kunden dort angesiedelt seien. Das Thuner Unternehmen sieht in diesem Schritt die Chance, mehr Kundennähe aufbauen zu können.

Nach vollständigem Abschluss des Restrukturierungsprogramms erwartet Meyer Burger ab dem Geschäftsjahr 2021 einen positiven Einfluss auf den Betriebsgewinn vor Abschreibungen und Amortisationen (Ebitda) von rund 25 Millionen Franken pro Jahr. Auf der anderen Seite koste die Restrukturierung einmalig zirka 11 Millionen Franken. Drei Viertel aller Massnahmen werden voraussichtlich bis Ende 2019 umgesetzt.

Kanton hilft erneut

Der Kanton Bern wird den Betroffenen im gleichen Rahmen wie beim Abbau letztes Jahr zur Seite stehen. Damals wurde eine Arbeitsgruppe unter der Leitung des kantonalen Wirtschaftsamtes Beco sowie Vertretern von Meyer Burger, der Mitarbeiter, der Sozialpartner (Unia, Angestellte Schweiz, Wirtschaft Thun Berner Oberland), der Stadt Thun sowie der Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV), der Arbeitslosenkasse und der Standortförderung ins Leben gerufen. Diese Arbeitsgruppe besteht weiterhin und soll den von Arbeitslosigkeit betroffenen Mitarbeitenden Unterstützung anbieten.

Berner Zeitung

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