Wacker Thun holt sich den Meistertitel

Der Schweizermeistertitel im Handball geht zum zweiten Mal ins Berner Oberland: Wacker Thun gewinnt das vierte Finalspiel mit 24:23. Das Team wird am Montagabend in Thun empfangen.

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Zum zweiten Mal in der Vereinsgeschichte holt sich Wacker Thun den Schweizermeistertitel. Nach dem 32:23-Sieg zu Hause machten die Thuner im vierten Spiel alles klar und siegten auswärts mit 24:23. Damit entscheiden sie die Best-of-5-Serie mit 3:1 für sich.

Wacker Thun konnte sich auch im vierten Spiel des Playoff-Finals auf Torhüter Marc Winkler verlassen. Der Thuner hielt allein in der ersten Halbzeit 8 von 18 Schüssen und legte so den Grundstein zum Erfolg. Zur Pause stand es 13:10 für die Gäste aus der Kyburgstadt, bei Spielminute elf hatten sie sogar mit 5:1 geführt.

In der zweiten Halbzeit konnte sich das Team von Martin Rubin nicht absetzen, führte aber immer mit zwei bis drei Toren. In der 44. Spielminute verkürzte Pfadi auf 18:19 und hatte mittels Penalty die Chance auf den Ausgleich. Flavio Wick parierte aber den Wurf von Kevin Jud.

Und er doppelte nach: In der 58. Minute, beim Stand von 21:23, hielt er auch den Strafwurf von Marvin Lier. 59:51 stand auf der Uhr, als Pfadis Jonas Langerhuus zum 23:23 traf. Mit dem letzten Spielzug schoss aber Luca Linder die Thuner zum zweiten Meistertitel. Ein Krimi mit Happy-End.

Die Entscheidung, Sekunden vor der Sirene. Video: Leserreporter

Zehn verschiedene Torschützen

Vorne überzeugten die Thuner als Kollektiv. Zehn verschiedene Spieler trugen sich in die Torschützenliste ein. Angeführt von den Rückraumakteuren Lukas von Deschwanden (6), Lenny Rubin (5) und Nicolas Raemy (3 Tore) kamen die Thuner mit der offensiven Deckung der Pfader gut zurecht.

Die Partie wurde hart geführt. «Zum Teil waren die Aktionen grenzwertig, die Schiedsrichter sanktionierten diese aber auch entsprechend», sagte Remo Badertscher in der Halbzeitpause gegenüber MySports.

Nach vier Trophäen in Folge der im Halbfinal an Pfadi gescheiterten Kadetten Schaffhausen führt Wacker das nationale Ranking erstmals seit dem erstmaligen Triumph 2013 wieder an. Martin Rubin, bereits zweifacher Trainer des Jahres, vergrössert sein Thuner Palmarès nach drei Cupsiegen und dem Coup vor fünf Jahren um eine weitere Errungenschaft.

Überraschung zum Auftakt

Die Zürcher Herausforderer hatten das routinierte Ensemble Rubins einzig zu Beginn der Finalserie überraschen können. Unter Druck drehte der mental belastbare Finalrunden-Dominator auf und verschaffte sich mehrfach in den letzten Sekunden den entscheidenden Vorteil.

Mit der Kraft und Klasse des magistralen Rückraum-Duos Lukas von Deschwanden/Lenny Rubin konnte der Aussenseiter auf Dauer nicht mithalten. Die beiden künftigen Bundesliga-Professionals, mit 406 Treffern die auffälligsten Figuren der NLA-Kampagne, führten das Team zusammen mit dem brillanten Keeper Marc Winkler trotz harter Gegenwehr in zehn Playoff-Partien zu neun Siegen.

Wacker kann den Meistertitel bereits vor Ort mit der Anhängerschaft feiern: Rund 500 Fans reisten nach Winterthur. Insgesamt waren 2670 Zuschauer in der Zielbauarena in Winterthur – Rekord. Sie boten damit eine dem Playoff-Final würdige Kulisse.

Die mehreren hundert mitgereisten Thuner Fans feiert ihre Meistermannschaft. Video: Leserreporter

Der Thuner Stadtpräsident Raphael Lanz und die Gemeinderätin Marianne Dumermuth haben in Winterthur mit den Spielern mitgefiebert. Der Gemeinderat gratulierte der Meistermannschaft nach Spielende postwendend in einer Medienmitteilung. Das Team werde am Montagabend gegen 22.30 Uhr auf dem Rathausplatz von einer Delegation des Gemeinderates empfangen. In der Thuner Innenstadt gilt am Pfingstmontag eine lokale Freinacht.

Auch der FC Thun gratulierte Wacker auf Facebook:

Den Liveticker mit der Statistik finden Sie hier.

langenthalertagblatt.ch/Newsnetz

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