Mann schlug Hund mehrmals auf den Kopf – verurteilt

Thun

Das Regionalgericht bestätigte den Schuldspruch der Staatsanwaltschaft.

Das Regionalgericht Oberland bestätigte den Schuldspruch der Staatsanwaltschaft.

Das Regionalgericht Oberland bestätigte den Schuldspruch der Staatsanwaltschaft.

(Bild: bom)

Der 40-jährige Schweizer aus der Region Thun hat in einer Sommernacht des vergangenen Jahres einem seiner Hunde mehrere Male mit der Hand auf den Kopf geschlagen und ihm dadurch Schmerzen zugefügt.

Die Staatsanwaltschaft des Kantons Bern, Region Oberland, erklärte ihn der Tierquälerei für schuldig und verurteilte ihn zu einer unbedingten Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu je 30 Franken sowie zur Übernahme der Verfahrenskosten.

Insgesamt hätte er 1550 Franken bezahlen müssen. Weil er gegen den Strafbefehl Einsprache erhob, kam der Fall vor das Regionalgericht Oberland in Thun.

Von der Möglichkeit des Rückzugs, auf den ihn die Gerichtspräsidentin aufmerksam machte, wollte der Beschuldigte nichts wissen. Da am ersten Verhandlungstag im August ein Zeuge ferienabwesend war, gab es gestern eine Fortsetzungsverhandlung.

«Das habe ich nicht getan»

Der Beschuldigte, der ohne Anwalt, aber mit zwei Hunden vor Gericht erschien, bestritt von Anfang an den ihm zur Last gelegten Straftatbestand der Tierquälerei. «Das habe ich nicht getan», beteuerte er auch während der Einvernahme durch die Gerichtspräsidentin.

Dem standen die Aussagen einer Zeugin und eines Zeugen gegenüber, die in der fraglichen Nacht dienstlich unterwegs gewesen waren. Durch die aufgeklappten Fensterlamellen hatten sie Einsicht in die Wohnung des Mannes gehabt und hatten beobachtet, wie dieser einem seiner Hunde mehrmals auf den Kopf schlug.

«Der Sachverhalt der Tierquälerei, wie im Strafbefehl dargestellt, ist als erfüllt zu betrachten.»Die Richterin

Der Zeuge schilderte sogar präzis, wie er gesehen habe, dass der Täter mit einer Hand den Kopf des Tieres gehalten und mit der andern zugeschlagen hatte. Die Richterin fragte die beiden, warum sie damals denn nicht die Polizei alarmiert hätten.

Da der Mann mit dem Schlagen aufgehört habe, hätten sie davon abgesehen, den Vorfall jedoch im Rapport vermerkt. Als Grund für die belastenden Aussagen der Zeugin vermutete der Beschuldigte einen Racheakt für einen früheren Vorfall.

Nicht am Prozess anwesend waren die Staatsanwaltschaft und der Strafkläger, der Veterinärdienst (VeD) des Amts für Landwirtschaft und Natur (Lanat).

Nur bedingte Geldstrafe

Die Einzelrichterin wertete die unabhängig voneinander gemachten Zeugenaussagen als glaubwürdig. An ein Komplott der beiden gegen den Beschuldigten glaubte sie nicht.

Als strafmildernd erachtete sie unter anderem das kooperative Verhalten des Beschuldigten während des Verfahrens und positive Berichte verschiedener Institutionen. Ihr Fazit: «Der Sachverhalt der Tierquälerei, wie im Strafbefehl dargestellt, ist als erfüllt zu betrachten.»

Sie verurteilte den Mann zu einer bedingten Geldstrafe von 25 Tagessätzen zu je 20 Franken bei einer Probezeit von drei Jahren, zu einer Verbindungsbusse von 100 Franken und zur Übernahme der Verfahrenskosten in der Höhe von 1770 Franken.

Wird keine schriftliche Begründung des Urteils verlangt, reduzieren sich diese um 700 Franken. Im Weiteren wird auf den Widerruf eines Urteils der Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau aus dem Jahre 2015 – eine bedingte Geldstrafe von 1800 Franken – verzichtet und die Probezeit von drei Jahren um ein Jahr verlängert.

Dieser Schuldspruch erfolgte wegen eines anderen Deliktes als Tierquälerei.

Das gestern gefällte Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Es kann von den Parteien innert zehn Tagen angefochten werden.

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